Stahlskulptur

Kunstwerk wird wohl nicht mehr am Eppendorfer Kreisel stehen

Kunst von Abraham David Christian: die Stahlblöcke auf der Verkehrsinsel Eppendorf im Jahr 2011.

Kunst von Abraham David Christian: die Stahlblöcke auf der Verkehrsinsel Eppendorf im Jahr 2011.

Foto: Gero Helm / Gero Helm / WAZ FotoPool

Eppendorf.  Das Kunstwerk von Abraham David Christian wird wohl in Eppendorf nicht mehr aufgestellt. Der Künstler hat Probleme, da ihm das Umfeld nicht passt.

Die Stahlskulptur, die vor dem Bau des Kreisverkehrs Eppendorf auf der grünen Verkehrsinsel im Dorfkern stand, wird dort wohl nicht mehr aufgestellt. Für die Umbauarbeiten wurde das Kunstwerk zum Kunstmuseum Bochum ausgelagert. Und wird voraussichtlich auch dort bleiben.

Das ist jedenfalls den Aussagen von Museumsleiter Hans Günter Golinski zu entnehmen, der sich mit dem Künstler intensiv unterhalten hat. Golinski rät dazu, einen neuen Standort zu finden. In den 1980er Jahren wurde die Skulptur in Gegenwart des Künstlers Abraham David Christian in Eppendorf aufgestellt. Er lebe jetzt in Japan, habe eine Zweitwohnung in New York, so Golinski in der Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag. „Er ist sehr introvertiert“, sagte Golinski, der zu der Sitzung eingeladen worden war. Und empfinde mittlerweile das Umfeld als unpassend für sein Kunstwerk.

Künstler lehnt Kreisverkehr-Standort ab

Die WAZ hatte vor einigen Monaten bei dem Künstler Abraham David Christian nachgefragt, wie er zur Wiederaufstellung seiner Skulptur am Eppendorfer Kreisel stehe. Er war recht schwer zu erreichen, hatte sich aber trotzdem geäußert: Über seinen Privatsekretär ließ er per E-Mail mitteilen, dass er eine Aufstellung an diesem Standort nicht mehr wünsche; doch da die Stadt Besitzer der Skulptur sei, könne sie letztlich damit machen, was sie wolle.

Daraus schloss auch Bezirksbürgermeister Manfred Molszich (SPD), dass eigentlich die Voraussetzungen für die Wiederaufstellung der Skulptur am Kreisel vorhanden seien. Die Wattenscheider Bezirksvertretung folgte seinem Vorstoß und beschloss die Anregung: „Da die Stadt Bochum Besitzer ist, sollte die Stadt ihr Besitztum wieder an die Stelle bringen, wo es seit 1980 ohne Beanstandung gestanden hat. Dem ,Vorschlag’ des Künstlers sollte somit umgehend gefolgt werden.“

Skulpturenpark am Kunstmuseum

Doch Golinski weist auch auf Urheberrechte des Künstlers bei der Wiederaufstellung hin. Das Thema sei intensiv in der Kommission „Kunst im öffentlich Raum“ erörtert worden, die eine Wie­der­auf­stel­lung an alter Stelle kritisch sieht. Vor dem Hin­ter­grund des Er­geb­nis­ses der bis­he­ri­gen Er­ör­te­run­gen in der Kom­mis­si­on und der Grund­hal­tung des Künst­lers plä­diert Go­lin­ski für eine neue Lö­sung: Auf eine Wiederaufstellung am bisherigen Standort in Eppendorf solle verzichtet werden. Vielmehr solle ein neuer Standort gefunden werden. Da am Kunstmuseum Bochum ein Skulpturenpark eingerichtet werden soll, sei das Kunstwerk dort gut aufgehoben.

Das Kunst­mu­se­um Bo­chum wird 2020 in sei­nem 60. Ju­bi­lä­ums­jahr u.a. ein wich­ti­ges, sich im Be­sitz der Stadt Bo­chum be­find­li­ches Kunst­werk von Abra­ham David Chris­ti­an – er­gänzt um wei­te­re be­deu­ten­de Leih­ga­ben aus Mu­se­en – präsentieren.

Künstler kommt nach Eppendorf

Der Künstler will übrigens im Juni nächsten Jahres nach Bochum kommen. Auch nach Eppendorf, um sich persönlich über die Gegebenheiten zu informieren. Dann wird wohl eine abschließende Entscheidung fallen. Bezirksbürgermeister Manfred Molszich dazu: „Ich halte mich ab sofort daraus heraus, ich habe vieles versucht. Das ist nicht mehr mein Thema.“ Es könne mittlerweile „diese ganzen Formalien nicht mehr nachvollziehen. Ich befürchte, damit hat sich das Thema Skulptur im Kreisverkehr erledigt“. Ob für den Kreisverkehr dann eine andere Lösung gefunden wird, bleibt abzuwarten.

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