Umbruch

SPD Wattenscheid: Serdar Yüksel nicht mehr Vorsitzender

Serdar Yüksel (3.v.l.) und Manfred Molszich (re.) auf dem Hollandturm, der jetzt saniert wurde; daneben Wolfgang Rohmann (2.v.r.)

Serdar Yüksel (3.v.l.) und Manfred Molszich (re.) auf dem Hollandturm, der jetzt saniert wurde; daneben Wolfgang Rohmann (2.v.r.)

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.   Der Wattenscheider SPD-Vorsitzende Serdar Yüksel wird Ende Juni das Amt des Vorsitzenden im Stadtbezirk Wattenscheid abgeben.

Diese Entscheidung gab Serdar Yüksel, offenbar für viele überraschend, in der Sitzung des SPD-Stadtbezirks Wattenscheid bekannt. Kurz darauf erklärte Bezirksbürgermeister Manfred Molszich (69) in der Versammlung, bei der Kommunalwahl im September 2020 für den Bezirksbürgermeister-Posten nicht mehr antreten zu wollen - auch überraschend. Die Frage, wer 2020 als Spitzenkandidat als Bezirksbürgermeister in Wattenscheid antritt, soll nun bis Herbst geklärt werden.

Möglicherweise hatten die Vorstände der Ortsvereine den Schritt von Serdar Yüksel geahnt, aber eine Alternative gab es nicht auf der Versammlung, zu der die Presse nicht eingeladen worden war.

Serdar Yüksel betont: „Ich bin Landtagsabgeordneter und werde jetzt und auch in Zukunft meine Arbeit für den Mensch in Wattenscheid weiterhin mit größtem Engagement weiterführen. Ich gehöre dem Vorstand der SPD in Bochum und Wattenscheid als beratendes Mitglied weiterhin an.“

SPD steht vor einer tiefen Zäsur

Die SPD WAT steht vor einer tiefen Zäsur. Damit ist künftig ein personelles Vakuum entstanden in der Wattenscheider SPD-Spitze. Axel Sutter, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Höntrop-Süd, und Wolfgang Rohmann, Vorsitzender der Bezirksfraktion, gehen nun in die Offensive und wollen versuchen, die Partei für die Zukunft neu aufzustellen und die Probleme zu erklären. Zur Frage, wer der mögliche Bezirksbürgermeister-Kandidat sein könnte, gibt es auf Nachfrage der WAZ die Aussage von Axel Sutter (55) und Wolfgang Rohmann (53), „dass auch wieder ein gemeinsamer Kandidat mit Unterstützung der Grünen möglich ist“ – besonders angesichts der vergangenen Wahlergebnisse, der Prognosen für die Zukunft und der personellen Situation innerhalb der SPD Wattenscheid. „Wir müssen die innerparteiliche Diskussion und die Diskussion mit den Bürgern intensivieren.“ Es müsse auch noch mehr bewegt werden für Wattenscheid.

Für Wattenscheid noch mehr bewegen

Wolfgang Rohmann, Lehrer am Hellweg-Gymnasium, kritisiert u.a. heftig den Stillstand beim Umbau des vor langer Zeit geplanten Umbaus der Sportanlage Westenfeld an der Lohackerstraße zum Kunstrasenplatz, „darunter leiden Sportvereine und die Schulen“.

Manfred Molszich - er wird nächstes Jahr 70 - betont vor allem „die gute Zusammenarbeit mit Serdar Yüksel, der in den letzten Jahren viel für Wattenscheid erreicht und bewegt hat“. Das Stadterneuerungsprogramm „Soziale Stadt Wattenscheid-Mitte“ fällt in Yüksels Amtszeit. Bis Herbst soll eine Entscheidung zur Nachfolge fallen, bis dahin werden als Stellvertreter Anna-Maria van den Meulenhof und Burkart Jentsch die Aufgaben wahrnehmen. Der WAT-Stadtbezirk hat rund 600 Mitglieder.

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