Weihnachtsgala

Adventsgala in Schermbeck: Herzen öffnen für die Kinder

Kerstin Andres als Tina Turner präsentierte den Song „Merry Christmas“ auf der Adventsgala im Begegnungszentrum in Schermbeck.

Kerstin Andres als Tina Turner präsentierte den Song „Merry Christmas“ auf der Adventsgala im Begegnungszentrum in Schermbeck.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Schermbeck.  Bei der Adventsgala der Schermbecker Hilfsorganisation Gagu-Zwergenhilfe erinnert Vorsitzende Gudrun Gerwien an das Leid in Sierra Leone.

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Herzen öffnen für die Kinder im Home of Hope. Zum zweiten Mal nach gut sechs Jahren lud die Gagu-Zwergenhilfe zu einer Adventsgala mit Weihnachtsliedern und einem weihnachtlichen Musical ins Begegnungszentrum ein. Im Mittelpunkt standen bei der stimmungsvollen, vorweihnachtlichen Feier die Menschen in Sierra Leone, die in einer Welt leben, so Gudrun Gerwien, „die für uns kaum vorstellbar“ sei. „Zwischen Plastikmüll, menschlichen und tierischen Exkrementen, Abwasser und Giftstoffen haben die meisten Kinder in den Slums kaum eine Überlebenschance“, betont Gerwien. Sie sorgte gemeinsam mit ihren Helfern auf der festlich geschmückten Bühne für nachdenkliche und rührende Momente. Neben bekannten Weihnachtsliedern wie „Schneeflöckchen“ oder „Jingle Bells“ machten die Gagus mit dem Song „Und Morgen gibt es Frieden“, bewusst, wie wichtig Frieden in Welt ist.

Kurzfilme zeigen dramatische Situation

Dazu holte sich die Gagu-Chefin zum gemeinsamen Singen drei junge Männer aus Syrien und Afghanistan auf die Bühne, die eins gemeinsam haben: Sie sind Flüchtlinge und kommen aus Kriegsgebieten. Hier in Schermbeck haben sie mittlerweile eine neue Heimat gefunden und sind in einer Ausbildung. Gleichzeitig erinnerte Gerwien daran, dass der Bürgerkrieg in Sierra Leone sechs Jahre vorbei ist, aber die Menschen heute noch schrecklich darunter leiden.

Unterstrichen wurde die dramatische Situation im Land durch mehrere Kurzfilme. Filmemacherin Tanne Brodel drehte 2017 direkt vor Ort und zeigt nicht nur die schlechten Momente, sondern auch, wie sich die Arbeit der Gagu-Zwergenhilfe im Land positiv auswirkt. Gerwien: „Wir haben mittlerweile neben dem ‚Home of Hope‘, in dem 18 Kinder leben, ein Ausbildungszentrum, einen eigenen Brunnen und zwei Klassenräume.“

Der größte Traum allerdings sei für alle die Fertigstellung der Krankenstation. Ein Projekt, das der Rotary-Club Lippe-Issel mit dem Raesfelder Helmut Ackmann in seinem Präsidentenjahr 2018 aus der Taufe hob und finanziell mit 15.000 Euro unterstützt. Ein Grund, dass an diesem Abend Ackmann feierlich die goldene Laterne, eine Auszeichnung für seine besonderen Verdienste um die Gagu-Zwergenhilfe, überreicht wurde.

Weihnachtsmann im Sommer

„Du kamst im Sommer daher, wie der Weihnachtsmann in kurzen Hosen, denn es war ziemlich heiß. Im Gepäck hattest du ein Zündholz, mit dem du die Begeisterung bei uns wieder neu entfacht hast“, betonte Gerwien in ihrer Laudatio. Für Ackmann sei dies sehr viel Ehre. „Wir haben uns kennengelernt und ich glaube, wir haben uns auf Anhieb zwar nicht sofort ineinander verliebt, aber meine Frau Marlene und Ute Proff haben erkannt, dass wir hier etwas tun müssen und auch etwas tun können“, erinnert er sich. Ackmann unterstrich, dass er seine rund 50 Clubmitglieder für das Projekt begeistern konnte und alle gemeinsam für die Zwergenhilfe zudem Musikveranstaltungen und Spendenaktionen auf die Beine stellten. „Das wollen wir auch in den nächsten Jahren weitermachen – nicht nur finanziell, sondern es ist angedacht, selber dort hinzufliegen. Ihr seid tolle Menschen. Dafür vielen, vielen Dank!“

Gleichzeitig ging Gerwiens Dank an Rotary-Club-Präsident Klaus Friedrich und Ute Proff, die als „Foundation-Beauftragte“ des Rotary-Clubs gemeinsam mit ihrem Mann Stephan die Verbindung zu der Schermbecker Hilfsorganisation herstellte.

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