Auszeichung

Anna Maria Klocke in Hamminkeln mit Verdienstorden geehrt

Anna Maria Klocke (mit Blumemstrauß) wurde im Ratssaal in Hamminkeln von Landrat Dr. Ansgar Müller der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland  überreicht.

Anna Maria Klocke (mit Blumemstrauß) wurde im Ratssaal in Hamminkeln von Landrat Dr. Ansgar Müller der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland  überreicht.

Foto: Johannes Kruck / NRZ

Hamminkeln.  Die 72-Jährige Dingdenerin wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet – unzer anderem für den Aufbau des Vereins „Togo – Neuer Horizont“

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„Wir alle können stolz sein darauf, dass wir mit Ihnen eine Mitbürgerin im Kreis Wesel haben, die in so vorbildlicher Weise für eine Verbesserung des Lebens von Menschen einsetzt. Mit Ihrem Einsatz sind Sie ein Vorbild für die Gesellschaft“, lobte Landrat Dr. Ansgar Müller die 72-jährige Dingdenerin.

Anna Maria Klocke erhielt am Donnerstag aus den Händen des Landrats das Verdienstkreuz am Bandes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Schon als Jugendliche eine Helferin

Die Geehrte habe sich schon sehr früh für das Wohl anderer Menschen eingesetzt, berichtete Müller: „Das fing schon als junge Frau im Emsland an, als Sie sich mit 17 Jahren durchsetzten und fernab der Heimat eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester absolvierten. Ein Beruf, der in ganz besonderer Weise Menschen im Fokus hat, die Unterstützung brauchen.“

Gemeinsam mit ihrem Mann Franz-Josef hat Anna Maria Klocke drei Kinder adoptiert und ihnen eine Familie geboten. Neben ihrer familiären Verantwortung hat die 72-Jährige auch politische Verantwortung übernommen. In der CDU Hamminkeln und auf Kreisebene hat die Dingdenerin viele Ämter übernommen – zum Beispiel als Vorsitzende der Frauen-Union Hamminkeln, als Stadtverbandsvorsitzende und als Mitglied im Kreisvorstand.

Noch heute ist sie in der Senioren-Union aktiv. Dem Kreistag gehörte sie von 1994 bis 2004 an.

Seit acht Jahren ist die engagierte Frau in Hamminkeln auch für die Caritas aktiv und verteilt mit ihrem Privatwagen am Wochenende etwa 20 Mahlzeiten an ältere und bedürftige Mitbürger. „Sie haben die Menschen vor Ort im Blick“, lobt der Landrat.

Arbeit in einer Flüchtlingsunterkunft

1999 stieg Klocke wieder in ihren Beruf als Krankenschwester ein und arbeitete in einer Flüchtlingsunterkunft.

Dort kam sie in Kontakt mit Flüchtlingen aus Afrika, erfuhr vieles von dem persönlichen Leid der Menschen auf diesem Kontinent.

Insbesondere die Zustände im Gesundheitssystem afrikanischer Länder – dort gibt es keine Behandlung ohne Bezahlung – brachte die Krankenschwester zum Nachdenken und sie überlegte, was sie zur Verbesserung beitragen könnte.


Anna Maria Klocke besuchte die afrikanischen Länder Benin, Ghana und Togo und entschied sich dann für die Fokussierung ihrer Bemühungen auf Togo.

Mittlerweile weit über 100 Mitglieder

2004 gründete sie gemeinsam mit Maria Schröer, Dr. Dieter Wigger, Irene Hannich, Reinhold Hannich, Marcel Krause, Caroline Hölker und ihrer Tochter Nadine Klocke den Verein „Togo – Neuer Horizont“. Aus dem anfänglichen Startkapital von 80 Euro wurden bis zum Ende des Jahres bereits 5000 Euro – aus den ursprünglich acht Mitgliedern mittlerweile weit über hundert.

Der Verein baute Krankenstationen und Kliniken – mittlerweile bereits vier an unterschiedlichen Standorten in Togo mit großer medizinischer Reputation.

Das „Centre Medico-Sozial Anna Maria“ in Atakpamé-Agbonou wurde sogar nach Klocke benannt.

Sie dankte ihrer Familie für „viel Freiraum und Verständnis“ und ergänzte: „Um etwas zu bewegen, braucht es viele Helfer und Unterstützer. Der Verdienstorden gehört Euch allen, den jeder hat für sich einen Anteil daran.“

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