Schienenverkehr

Betuwe: Hamminkelner Grüne wollen weiter den Halbtrog

Michael Teitzel vom DB Netz erklärte bei der Infoveranstaltung im Rathaus das  das Modell. das die Bahn bevorzugt.

Michael Teitzel vom DB Netz erklärte bei der Infoveranstaltung im Rathaus das das Modell. das die Bahn bevorzugt.

Foto: Erwin Pottgiesser / Ffs

Hamminkeln.  Die Hamminkelner Grünen wollen bei der Betuweplanung keine weiteren Kompromisse eingehen. Für sie kommt eine ebene Schienenführung nicht in Frage

Die Grünen fordern weiterhin die Halbtroglage für die Betuwelinie in Mehrhoog und beharren auch weiterhin auf einer Klage der Stadt gemäß Ratsbeschluss, sollte die Bahn hier blockieren. Das bekräftigten Grünensprecherin Gisela Brick und Fraktionschef Johannes Flaswinkel gestern noch einmal.

Eigentlich wollten die Hamminkelner einen Tunnel mit Deckel drauf, seitdem die Pläne zur Betuwe 1992 erstmals vorgestellt wurden. 2011 folgte mit dem Vorschlag „Halbtroglage“ – ein Kompromiss seitens Hamminkeln gegenüber der Bahn. Zwar hat diese sich mit den Plänen beschäftigt und bei der Bürgerinformation am 1. Oktober auch ein Modell mit der tiefer gelegten Bahntrasse präsentiert, aber präferiert wird die ebenerdige Lösung mit Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer auf der einen Seite und einer Extra-Unterführung für Autofahrer als „Umgehungsstraße“ zur Bahnhofstraße in diesem Bereich. Geändert haben sich bei diesen Bahnplänen, die im Mai 2018 im Rathausvorgestellt wurden, einige Details.

So soll die Lärmschutzwand im Ort transparent werden, dafür aber von vier auf 4,50 Meter erhöht werden. Für die Grünen ein schlechter Scherz, protestieren sie doch schon seit langem gegen die geplanten Vier-Meter-Schallschutzwände, die den Ort teilen. Sie befürchten außerdem, dass die transparenten Wände nach einigen Jahren alles andere als durchsichtig sein werden.

Aufzuglösung überzeugt die Grünen nicht

Auch die Aufzuglösung für den Mittelbahnsteig überzeugt die Grünen nicht, denn mit Aufzügen hat die Bahn in vielen Städten Probleme, weil sich Reparaturen nach Vandalismus- oder sonstigen Schäden oft lange hinziehen und die Bahnsteige nur über Treppen zu erreichen sind.

Kritik äußern die Grünen auch daran, dass die ihrer Meinung nach einseitige Präsentation im Rathaus und nicht in Mehrhoog stattgefunden hat. „Mit Anliegen sollte man zum Bürger kommen und nicht diesen ins Rathaus einladen“, so Flaswinkel

Grüne laden zu einer Infoveranstaltung nach Mehrhoog

Dieses „Versäumnis“ wollen die Grünen nun nachholen und laden am 28. Oktober, um 19.30 Uhr in die Mehrhooger Begegnungsstätte zu einer Informationsveranstaltung ein. Dort werden nicht nur die Modelle und Alternativen vorgestellt, es wird auch noch einmal darauf hingewiesen, wie die Bürger ihre Einwendungen zu den Planungen geltend machen können. Dafür sitzen neben Gisela Brick und Johannes Flaswinkel auch der Mehrhooger Rechtsanwalt Axel Pansegrau auf dem Podium, der sich wie Flaswinkel selbst schon seit Jahren mit den Betuwe-Planungen beschäftigt hat.

Denn viele Bürger, so haben es die Grünen in Gesprächen in Mehrhoog festgestellt, sind verunsichert, was mit den Einwendungen, die sie damals im Erörterungstermin gemacht haben, im laufenden Deckblatt- und anschließenden Planfeststellungsverfahren für Mehrhoog geschehen soll. „Wir rufen alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger auf, Einwendungen geltend zu machen und auf ihre schon eingebrachten Stellungnahmen zu verweisen“, so die Grünen.

Als Beispiel gelten für viele die Niederlande

Für solch ein Jahrhundertprojekt sollte für Mehrhoog die besten Lösung gefunden werden. Als Beispiel führen sie die Realisierung in den Niederlanden an: „Wir wollen die Anlieger und Betroffenen an der Bahnstrecke in Mehrhoog nicht zu Anliegern zweiter Klasse machen.“

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