Bistum Münster

Caritas-Verband darf keine neue Kita in Schermbeck betreiben

Im ehemaligen Schermbecker Rathaus wurde im August die Kita-Notgruppe der Caritas in Betrieb genommen, diese läuft ungehindert weiter. Neue Trägerschaften wünscht das Bistum aber nicht.

Im ehemaligen Schermbecker Rathaus wurde im August die Kita-Notgruppe der Caritas in Betrieb genommen, diese läuft ungehindert weiter. Neue Trägerschaften wünscht das Bistum aber nicht.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Schermbeck.  Nach einem Bistums-Beschluss übernimmt die Caritas keine Trägerschaften für Kitas mehr. Für Schermbeck könnte es aber eine andere Lösung geben.

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Das Bistum Münster hat schon vor einiger Zeit entschieden, dass die Caritas keine weiteren Tageseinrichtungen für Kinder übernehmen soll. Wie Michael van Meerbeck, Direktor des Caritasverbandes Wesel-Dinslaken, konkretisiert, stamme dieser Beschluss aus dem vergangenen Jahr und gelte für Regeleinrichtungen. Konkret betrifft dies jetzt aber auch künftige Planungen der seit Monaten heißt diskutierten künftigen Bildungseinrichtungen in der Gemeinde Schermbeck.

Wie mehrfach berichtet, wird zurzeit geprüft, wo und in welchem Umfang ein neuer Grundschulstandort möglich wäre. Auch ein neuer Kindergarten soll in den kommenden Jahren in der Gemeinde Schermbeck entstehen. Wo dieser errichtet werden könnte, ist zurzeit noch unklar. Im Gespräch ist unter anderem eine Teilnutzung der Räume der jetzigen Maximilien-Kolbe-Schule an der Schienebergstege – so könnten gegenüber einem kompletten Neubau erhebliche Kosten gespart werden und die größtenteils brauchbaren Gebäudeabschnitte dort weitergenutzt werden.

Brief an den Schermbecker Bürgermeister

Als Träger einer neuen Kita war bisher auch stets die Caritas im Gespräch, doch nun hat Michael van Meerbeck dem Schermbecker Bürgermeister in einem Brief mitgeteilt, dass die Caritas eine neue Kita als Träger „wahrscheinlich nicht gestalten kann“.

Dies betrifft allerdings ausdrücklich die Trägerschaft als Regeleinrichtung. Sollte in Schermbeck jedoch eine Sondereinrichtung entstehen, wäre die Caritas wohl wieder mit im Boot. Wobei die Frage zu klären wäre: Was ist eine Sondereinrichtung? Der inklusive Gedanke könnte bei solchen Überlegungen eine entscheidende Rolle spielen.

Auch die Betreuung von Kindern (und deren Familien), die von Armut bedroht sind, über das reine Kita-Angebot hinaus, könnte offenbar dazu führen, dass die Kindertageseinrichtung vom Bistum nicht als Regel- sondern als Sondereinrichtung angesehen wird. Von den zurzeit 50 Caritas-Kitas im Bistum Münster sind neun in Trägerschaft des Caritas-Verbandes Wesel-Dinslaken.

Pläne für Dinslaken und Voerde

Von dem Beschluss des Bistums, keine weiteren Kita-Trägerschaften zu übernehmen, ist aktuell neben Schermbeck auch Dinslaken und Voerde betroffen. In allen drei Städten und Kommunen steht die Caritas aktuell in Kontakt mit den Bürgermeistern.

Beruhigend für viele Schermbecker ist sicherlich diese Aussage: „Die im August mit 25 Kindern gestartete Notgruppe im ehemaligen Rathaus läuft ungehindert weiter“, macht van Meerbeck klar.

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