Ehrenamt

Ehrenamtspreis der Stadt Wesel: Dank für viele Jahre Arbeit

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (Mitte) verlieh die Ehrenamtspreise im Ratssaal.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (Mitte) verlieh die Ehrenamtspreise im Ratssaal.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Wesel.  Ohne sie kann Wesel kaum funktionieren: Die zahlreichen Ehrenamtlichen. Zehn von ihnen zeichnete jetzt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp aus.

Eine Auszeichnung für den „Motor der städtischen Gesellschaft“ soll der Ehrenamtspreis sein, erklärte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die am Samstag zehn Personen und Institutionen auszeichnete. Die Auswahl zeigte eindrucksvoll, was sie mit „Motor“ meinte.

In vielen Bereichen geht ohne sie gar nichts

Denn einen Bereich des städtischen Lebens, in dem das Ehrenamt keine Rolle spielt, den gibt es nicht. Helga Kindsvater erhielt ihren Preis dafür, dass sie sich bereits seit über vier Jahrzehnten für die Weseler Dommusik einsetzt, indem sie nicht nur im Chor der Domkantorei singt, sondern auch Archiv- und Pressearbeit übernimmt.

Klaus-Ulrich Schmidt prägt seit langer Zeit die musikalische Seite der Stadt Wesel – seit 1979 auch sichtbar. Damals entwarf er sein erstes Plakat für den Städtischen Musikverein und füllt die Aufgabe bis heute aus.

Die Ehrenamtlichen für ihren Einsatz auch einmal auf die große Bühne zu stellen, sei ein wichtiger Aspekt des Ehrenamtspreises, erklärte Westkamp.

Kinder mit Herz bekocht

In einem ganz anderen Bereich engagiert sich Walburga Wenzel. Sie begleitet, ebenfalls seit Jahrzehnten, die zur Institution gewordenen Kinderfreizeiten des katholischen Ferienwerks nach Ameland. Zunächst als Betreuerin sorgt sie als Küchenchefin dafür, dass alle Kinder satt und zufrieden sind.

Ebenfalls für Kinder engagiert sich Franziska Ophey, die in der Kita St. Nikolaus in Bislich mitarbeitet und so hilft, die „dünne Personaldecke“, mit der sich viele Kitas konfrontiert sehen, zu stärken. Für einen anderen Aspekt der Bildung setzt sich Johannes Schürmann ein, der die Naturarena in Bislich betreut und dort immer wieder Schulklassen für die Natur begeistert.

Ehrenamt in der Gemeinde

Kirchengemeinden sind auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Günter Freßmann war über Jahrzehnte einer dieser Helfer, am Dom setzte er sich vor allem für die Konfirmandenarbeit ein und prägte sie sehr entscheidend. Seit 1992 ist er Presbyter, seit 2004 außerdem Kirchmeister.

Ausgezeichnet wurden auch der Besuchsdienst Beieinander und die Hospiz-Initiative Wesel. Der Besuchsdienst hat sich zum Ziel gesetzt, die Einsamkeit alter Menschen zu bekämpfen, 31 Frauen und Männer besuchen regelmäßig Senioren, die sonst kaum noch Besuch bekommen.

Ähnlich äußerte sich Claudia Böckmann, Vorsitzende der Hospiz-Initiative Wesel. Die 90 Mitglieder begleiten Sterbende in den letzten Wochen des Lebens, spenden Trost und sind für Verwandte und Freunde als Ansprechpartner da.

Wesels Geschichte steht im Mittelpunkt

Die Stadt als solche steht im Zentrum des Interesses der Historischen Vereinigung. Unermüdlich forschen die rund 200 Mitglieder in den Archiven, stellen Informationen zusammen und bringen die Geschichte über Ausstellungen, Bücher und Vorträge von den Akten wieder ins Bewusstsein.

Den letzten der zehn Preise erhielt Elke Schulte, aus ihrer Sicht stellvertretend für den Landfrauen-Verband. Wie fast alle Ausgezeichneten ist auch sie bereits seit Jahrzehnten in diesem Bereich aktiv, um die Interessen der Frauen vor allem im ländlichen Bereich zu vertreten.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp legte Wert darauf, dass trotz der vielen Preise nur ein Bruchteil der Engagierten ausgezeichnet werden könne, deswegen sei der Preis auch eine stellvertretende Anerkennung für alle Ehrenamtlichen der Stadt, denn: „Die Menschen in der Stadt brauchen Sie.“ Der Ratssaal antwortete mit Applaus.

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