Kreistag

Konferenz zu Abgrabungsalternativen im Kreis Wesel

Erst bestimmen Förderbänder das Bild an vielen Stellen im Kreis Wesel, danach sind es große Wasserflächen.

Erst bestimmen Förderbänder das Bild an vielen Stellen im Kreis Wesel, danach sind es große Wasserflächen.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  Die soll Landrat Ansgar Müller beim Land und beim Regionalverband Ruhr anstoßen. Außerdem möchte der Weseler Kreistag ein Forschungszentrum.

Dass es bei der Abgrabungskonferenz, die am Dienstag im Kreishaus stattfand nicht bleibt, war klar. Und so beschloss am Donnerstag der Kreistag gegen die Stimmen der CDU und der AfD weitere Schritte, um dem Kiesabbau am Niederrhein Einhalt zu gebieten.

Landrat Dr. Ansgar Müller soll danach sowohl mit dem Land Nordrhein-Westfalen als auch mit dessen Planungsbehörde, dem Regionalverband Ruhr (RVR), Kontakt aufnehmen und darauf hinwirken, dass nach Möglichkeit im ersten Halbjahr 2020 eine Konferenz initiiert wird, bei der es um Alternativen zur Abgrabung für einen ökologischen Umbau im Kreis Wesel geht. Neben den Kommunen sollen dazu unter anderem Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Wissenschaftler und die Kreistagsfraktionen eingeladen werden.

Darüber hinaus sollen Land und RVR prüfen, ob im Kreis Wesel ein Forschungszentrum für alternative Baustoffe angesiedelt werden kann, gegebenenfalls angelehnt an eine Fachhochschule oder eine andere Einrichtung. Auf den Weg gebracht haben diese Anträge die Linken und die Grünen.

Zwei Kommunen wollen ebenfalls klagen

Zuvor hatte der Landrat verkündet, dass sich auch Rheinberg und Neukirchen-Vluyn der Klage des Kreises Wesel gegen den Landesentwicklungsplan anschließen werden. Dies hätten die Räte in dieser Woche beschlossen. Und Helga Franzkowiak (Grüne) kritisierte das vom Land angekündigte Pilotprojekt für mehr Auskiesungen im Kreis. Es müsse - im Gegenteil - ein Pilotprojekt zum Ausstieg aus dem Raubbau geben und ein neuer Strukturwandel angestoßen werden.

Dabei dürfe der Erhalt von Arbeitsplätzen nicht das Totschlagargument sein. Außerdem dürfe es keine weiteren Exporte von Kies und Sand geben, wie in dieser Woche deutlich geworden sei. Dringend notwendige Infrastrukturprojekte sollten weiter verwirklicht werden. Grundlage für den Bedarf dürfe aber nicht ein immer weiter steigender Export sein, der rheinnah schon bis zu 90 Prozent betrage.

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