Politik

Kreis Wesel: Laschet ist klarer Favorit für den CDU-Vorsitz

Die hiesigen CDU-Politiker favorisieren Armin Laschet (Mitte) für den Parteivorsitz. Seine Kontrahenten sind Friedrich Merz (links) und Norbert Röttgen.

Die hiesigen CDU-Politiker favorisieren Armin Laschet (Mitte) für den Parteivorsitz. Seine Kontrahenten sind Friedrich Merz (links) und Norbert Röttgen.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Kreis Wesel.  Hiesige CDU-Politiker halten Ministerpräsident Armin Laschet bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden für den geeigneten Kandidaten.

Am Samstag entscheidet sich beim Online-Parteitag der CDU, wer Nachfolger der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer wird. Welcher der drei Kandidaten soll die Volkspartei in Zukunft führen? Wir haben einige Christdemokraten nach ihrem Favoriten gefragt.

Wenn der Weseler CDU-Stadtverbandsvorsitzende Sebastian Hense wählen dürfte, würde der neue Vorsitzende entweder Armin Laschet oder Norbert Röttgen heißen. Ein bisschen mehr tendiert Hense zum NRW-Ministerpräsidenten - doch er würde ihm, wenn er auch als Kanzlerkandidat antreten und Angela Merkel beerben würde, in NRW fehlen. Friedrich Merz sieht Hense dagegen kritischer, trotz seiner Wirtschaftskompetenz: "In einer Zeit, in der es nicht um Spaltung, sondern und Zusammenführung der Partei geht, ist er nicht der Richtige."

Der Hamminkelner Stadtverbandsvorsitzende Norbert Neß darf am Wochenende mit wählen, denn er ist einer der Delegierten des virtuellen Parteitags. Er hat seine Wahl bereits getroffen: "Mein Favorit für die Führung der CDU ist das Team Armin Laschet und Jens Spahn. Sie zeigen als erfolgreicher Ministerpräsident und als erfolgreicher Gesundheitsminister Taten statt Worte. Gerade Armin Laschet hat gezeigt, dass er führen - und zusammenführen kann."

Sympathien für das Duo Laschet/Spahn

Auch Landrat Ingo Brohl gehört zu den Delegierten und hat sich bereits klar positioniert. "Ich hege große Sympathien für das Duo Laschet und Spahn." Er habe eine gewisse Nähe zu beiden entwickelt und könne das gut beurteilen. "Armin Laschet ist breit aufgestellt um eine Volkspartei zu führen", sagt Brohl. "Die Frage nach dem Kanzler klären wir später", so der Landrat.

Ebenfalls für das Duo Laschet und Spahn votiert die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik: „Die Bewerbung des Teams aus Armin Laschet und Jens Spahn erhält meine Unterstützung. Ich halte es für wichtig, dass auch die künftige Parteiführung für eine Union der Mitte steht und denke, dass Armin Laschet und Jens Spahn das gut repräsentieren. Armin Laschet kenne ich aus über drei Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und NRW-Koalition und weiß seine moderierende und ausgleichende Arbeitsweise zu schätzen. Genau wie Jens Spahn als Bundesminister für Gesundheit hat er unser Land sicher durch die derzeitige Krise geleitet.“

Merz ist nicht der richtige Kandidat

Auch der Schermbecker CDU-Bürgermeister Mike Rexfoth sagt: "Mein Favorit ist Armin Laschet. Ich mag seine Art und finde, dass es gerade in der jetzigen Situation in NRW gute Arbeit leistet. Klar, macht jeder kleinere Fehler, aber die mache ich auch. Ich schätze aber Laschets Bürgernähe und Menschlichkeit. Friedrich Merz ist schon sehr kontrovers: Ich weiß nicht, ob sein Tun und Handeln der vergangenen Jahre so glücklich für die Partei war. Schließlich muss man bei der jetzigen Entscheidung für den Parteivorsitzenden auch mit berücksichtigen, dass es danach gilt, einen Bundeskanzler-Kandidaten aufzustellen."

Aus Hünxe kommt ebenfalls ein klares Votum für Armin Laschet. CDU-Fraktionschef im Gemeinderat Michael Wefelnberg möchte gern den Ministerpräsidenten vorn sehen. Als Grund nennt er, dass Laschet gut integrieren könne, die vielen Strömungen der CDU mitnehmen könne. "Er hat ein breiteres Standbein in der Bevölkerung und Regierungserfahrung." Das und eine gewonnene Wahl habe er Röttgen voraus. Die CDU brauche Geschlossenheit.

CDU Vorsitz: Brücken bauen statt spalten

Frank Berger, CDU-Fraktionschef im Kreistag sieht es genauso. "Die CDU braucht jemanden, der Brücken baut", sagt er, "auch in der schwierigen Situation mit der CSU." Laschet könne das. Irgendwann komme es dann auch zur K-Frage. In der aktuellen Situation sei der Kurs von Angela Merkel und Kramp-Karrenbauer für eine große Volkspartei der richtige. "Den Weg der Polarisierung brauche ich nicht", das wäre der Weg mit Friedrich März. Der sei ein kluger Kopf, aber polarisierend, was ihm mehr Aufmerksamkeit der Medien bringe. "Wir brauchen aber jemanden, mit dem wir auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten können." rme/auf/SZ/jok/CS

>> Delegierte aus dem Kreis Wesel wählen mit

Genau 1001 Delegierte wählen am Samstag online den neuen CDU-Vorsitzenden. Darunter sind auch neun Christdemokraten aus dem Kreis Wesel: Neben der Bundestagsabgeordneten Sabine Weiss und der Landtagsabgeordneten Charlotte Quik sind das Landrat Ingo Brohl, Frank Berger (Fraktionschef im Kreistag), Anika Zimmer (Vorsitzende der Kreis-Frauen Union), Norbert Neß (Stadtverbandsvoritzender in Hamminkeln), Marie-Luise Fasse (Kreis-Ehrenvorsitzende), Timo Juchem (Stadtverband Dinslaken) und Sacha van Beek (CDU Vorsitzender in Alpen).

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