Sozialleistungen

Mehr Geld für starke Familien im Kreis Wesel

Ralf Berensmeier, Kreisdirektor, Jessica Lange, Bereichsleiterin des Jobcenters, und Michael Müller, Geschäftsführer des Jobcenters (von links) legten Zahlen zum Starke-Familien-Gesetz vor.

Ralf Berensmeier, Kreisdirektor, Jessica Lange, Bereichsleiterin des Jobcenters, und Michael Müller, Geschäftsführer des Jobcenters (von links) legten Zahlen zum Starke-Familien-Gesetz vor.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel/Kreis Wesel.  Verbesserungen beim Kinderzuschlag und bei den Leistungen für Bildung und Teilhabe: Bis 31. August erhielten Kreis und Jobcenter 10.714 Anträge.

Die sozial schwächer gestellten Familien im Kreis Wesel können sich freuen: Seit der Erhöhung des Kinderzuschlags zum 1. Juli und der Verbesserungen der Leistungen für Bildung und Teilhabe im Rahmen des Starke-Familien-Gesetzes zum 1. August gibt es monatlich jetzt deutlich mehr Geld.

Den Kinderzuschlag hat die Bundesregierung von 170 auf 185 Euro pro Kind und Monat erhöht. Die Antragsstellung wird vereinfacht, künftig für sechs Monate gewährt und nicht mehr rückwirkend geprüft. Zum 1. Januar 2020 entfällt zudem die obere Einkommensgrenze der Eltern. Auch die Leistungen für Bildung und Teilhabe wurden deutlich verbessert: Das Schulstarterpaket wird von 100 auf 150 Euro pro Jahr erhöht und ab 2021 jährlich angepasst, das warme Mittagessen in Kita oder Schule und die Schülerbeförderung gibt es künftig kostenlos sowie zudem 15 statt bisher 10 Euro für die Mitgliedschaft im Sportverein oder für den Musikunterricht. Lernförderung erhalten fortan auch Schüler, die nicht unmittelbar versetzungsgefährdet sind.

Finanzielle Verbesserungen

Kreisdirektor Ralf Berensmeier, Michael Müller, Geschäftsführer des Jobcenters, und Bereichsleiterin Jessica Lange begrüßen die Gesetzgebung aus Berlin, wie sie gestern im Rahmen eines Pressegespräches betonten. „Das sind deutliche finanzielle Verbesserungen für Familien mit geringem Einkommen“, betonte Kreisdirektor Berensmeier. Bis zum 31. August sind kreisweit 10.714 Anträge für rund 17.000 Kinder – 19.000 wären grundsätzlich anspruchsberechtigt – auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket eingegangen. Die Ausgaben dafür betragen etwas mehr als 2,9 Millionen Euro, wobei die Mittel komplett aus Bundesgeldern stammen und die Kasse des Kreises somit nicht belasten. Ein Großteil der Anträge belief sich auf mehrtägige Klassenfahrten und die Teilhabe in Sportvereinen. Die Mittagsverpflegung und der Schulbedarf mit jeweils rund 1 Millionen Euro haben den größten Ausgabenanteil.

Kinderzuschlag ausgestockt

Michael Müller erinnerte hinsichtlich des Kinderzuschlags daran, dass sich Eltern darüber informieren sollten, ob sie zum potenziellen Personenkreis gehören. „Es nehmen nur rund 80 Prozent diese Leistungen in Anspruch“, so Müller. Wohl aus Unwissenheit. „Manche scheuen sich vielleicht auch“, glaubt Jessica Lange. „Sie wollen sich nicht outen als Bezieher von Sozialleistungen.“ Doch oft seien die Voraussetzungen bei einem geringeren Einkommen erfüllt. „Da geht es immerhin um 2000 bis 3000 Euro pro Jahr, die man bekommen könnte“, unterstreicht Michael Müller.“ Mit dem Kinderzuschlag soll das Kindergeld nochmals aufgestockt werden.

Schritt in die richtige Richtung

Künftig werde es aber nicht nur für die Eltern bei der Antragstellung leichter – auch für Rechnungssteller wie Schulen und Caterer werde vieles vereinfacht. Eltern sollten aber weiterhin das Beratungsangebot in den Kommunen vor Ort nutzen. Kreisdirektor Berensmeier lobt die Anhebung der Leistungen. „Es ist keine Vollfinanzierung, aber ein Schritt in die richtige Richtung.“ Und eine Win-Win-Situation für Kreis und Jobcenter als gemeinsame Anlaufstelle.

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