Musik

Schottische Fantasien im Bühnenhaus in Wesel

„Schottland im Revier“ hieß es zum Saisonauftakt des Musikvereins Wesel im Bühnenhaus.

„Schottland im Revier“ hieß es zum Saisonauftakt des Musikvereins Wesel im Bühnenhaus.

Foto: Gerd Hermann / FFS

Wesel.  Mit einem Orchesterkonzert der Neuen Philharmonie Westfalen unter Dirigent Rasmus Baumann startet der Musikverein erfolgreich in die neue Saison.

Schottisch ging es zu am Mittwochabend im zur Hälfte gefüllten Bühnenhaus: Die Neue Philharmonie Westfalen mit Dirigent Rasmus Baumann hatte Werke aus der Romantik und zwei neuere Stücke mit Schottland-Bezug mitgebracht. Ein stimmungsvoller Auftakt in die neue Saison für den Städtischen Musikverein Wesel.

Gemäßigt modern kam „An Orkney Wedding With Sunrise“ von Peter Maxwell Davies daher.

Davies, der lange Zeit auf den schottischen Orkney-Inseln lebte, blieb eine „Orkney-Wedding“ versagt: Das Orkney Islands Council untersagte dem örtlichen Standesbeamten, die Trauung mit dem Lebensgefährten des Komponisten zu vollziehen.

Hochzeitsmarsch bis Pferdegetrappel

Die rund 20 Jahre vor diesem Ereignis entstandene Komposition fährt alles auf, was zu einer schottischen Hochzeit zu gehören scheint: Vom Hochzeitsmarsch bis zum Pferdegetrappel lässt die Musik viele Assoziationen zu – und am Schluss gibt es ein kleines Dudelsacksolo, hier gespielt von Björn Frauendienst.

Ein abwechslungsreiches, modernes Stück also zum Auftakt der diesjährigen Bühnenhaus-Saison.

Geigerische Drahtseilakte

Mirijam Contzen war die Solistin der sich anschließenden Schottischen Fantasie von Max Bruch. Bruch war ein Zeitgenosse von Brahms und ist vor allem durch sein erstes Violinkonzert noch heute bekannt.

Ähnlich wie dieses wartet die Schottische Fantasie mit geigerischen Drahtseilakten auf, die die deutsch-japanische Geigerin mühelos bewältigte.

Gegen Ende schien die Konzentration des Orchesters oder die von Rasmus Baumann etwas gelitten zu haben, stellten sich doch einige kleine Wackler in der Koordination von Solistin und Orchester ein. Dem Gesamteindruck tat das jedoch keinen Abbruch – und als Dank für den hochverdienten Applaus spielte Mirijam Contzen zusammen mit acht Streichern noch eine schottische Weise aus einem Violinkonzert von Thomas Linley, einem Zeitgenossen und Freund Mozarts.

Nach der Pause kamen die Schottischen Tänze von Malcolm Arnold zu Gehör, der Cineasten als Oscar-prämierter Komponist des Films „Die Brücke am Kwai“ bekannt sein dürfte. Recht konventionell komponiert, waren diese eine gute Möglichkeit, sich für das Hauptwerk des Abends einzuspielen, die berühmte Schottische Symphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das viersätzige Werk hatte seine Wurzeln in einer Schottland-Reise Mendelssohns, wurde aber erst 1842 fertig.

Konzeption von Rasmus Baumann

Die Konzeption von Rasmus Baumann war offensichtlich, die vier Sätze des Werks wie einen sehr langen erscheinen zu lassen – die Sätze gingen ineinander über.

Besonders gut aufgelegt waren die Holzbläser des Orchesters: Glockenrein und als Kammerensemble innerhalb des Orchesters wussten die Musiker zu glänzen. Man würde sich wünschen, dass sich die Qualität der vom Musikverein veranstalteten Konzerte weiter herumspricht und die nächsten Konzerte ausverkauft sind...

>>> AM 26. OKTOBER ERKLINGT ITALIENISCHE BAROCKMUSIK IM BÜRGERHAUS:

Das nächste Konzert im Bühnenhaus bringt Barockmusik im italienischen Stil mit dem Ensemble „4 Times Baroque“ am 26. Oktober zu Gehör.

Das kommende Orchesterkonzert ist am 9. März 2020. Die Duisburger Philharmoniker spielen dann Werke von Mozart, Saint-Saens und Beethoven.

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