Engagement

So helfen Stiftungen in Wesel seit dem Mittelalter

Weseler Stiftungen sind seit dem Mittelalter für die Menschen und due Stadt aktiv.  Diese Steinplatte von Eva Brinkman hängt am Eingang des von den drei dargestellten Stiftungen getragenen Altenheims am Willibrordiplatz.

Weseler Stiftungen sind seit dem Mittelalter für die Menschen und due Stadt aktiv. Diese Steinplatte von Eva Brinkman hängt am Eingang des von den drei dargestellten Stiftungen getragenen Altenheims am Willibrordiplatz.

Foto: Volker Kocks / Stadtarchiv Wesel

Wesel.  Mehrere Stiftungen engagieren sich zum Teil seit hunderten von Jahren für die Stadt und ihre Menschen. Die älteste wurde 1443 gegründet.

In Wesel gibt es zahlreiche Stiftungen, die zum Teil seit Jahrhunderten wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leisten. Privates Engagement für das Gemeinwohl durch Adelige, kirchliche Würdenträger und das Bürgertum gab es in Wesel bereits sehr früh. Die für das ausgehende Mittelalter überlieferten Zeugnisse Weseler Geschichte lassen das Bild einer reichen Hansestadt entstehen. Dennoch gab es auch bitterste Armut. Begüterte Bürger und die jeweiligen Räte schufen darum Einrichtungen und Stiftungen, um die Not zu lindern.

Die älteste noch aktive Stiftung in Wesel ist die Offermann-Stiftung. Sie wurde im Jahr 1443 von Dietrich und Luitgard Offermann gegründet. Die beiden Gründer zählten zu den wohlhabendsten Familien Wesels. Sie errichteten eine Unterkunft und kümmerten sich schon im Mittelalter um alte, kranke und arme Menschen. Bis zum Zweiten Weltkrieg betrieb die Offermann-Stiftung ein eigenes Altenheim in Wesel. Heute noch engagiert sich die Stiftung für Hilfsbedürftige und Obdachlose. Sie ist als Gesellschafter am Altenheim am Willibrordiplatz beteiligt und hat ein Haus mit Seniorenwohnungen gebaut.

Engagement für Menschen mit Behinderung

Auch die Weseler Cassiopeia-Stiftung hilft Menschen, die in vielen Bereichen in der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Konkret fördert sie Projekte, die dem gleichberechtigten und selbstbestimmten Leben von Menschen mit Behinderung dienen und betreut auch Wohnprojekte.

In Wesel gibt es auch Stiftungen, die sich für den Erhalt historischer Bauwerke einsetzen. Der Willibrordi-Dom wurde bei den Bombenangriffen während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. 1947 gründeten Bürger den Willibrordi-Dombauverein. Seither setzt sich der Verein für den Erhalt der großen Stadtkirche ein. 1998 wurde zusätzlich die Dombau-Stiftung Wesel gegründet. Sie verfolgt das Ziel, ein sich selbst tragendes Stiftungskapital aufzubauen.

Stiftung rekonstruierte alte Rathausfassade

Mit diesen Mitteln sollen Reparaturen finanziert werden. Der Dombauverein führt die Baumaßnahmen durch. Zu den Gründungsstiftern gehören unter anderem die Stadt, die Verbands-Sparkasse Wesel (heute Niederrheinische Sparkasse RheinLippe) und die Evangelische Kirchengemeinde.

Nahe dem Dom befindet sich die spätgotisch-flämische Rathausfassade von 1455. Mit Hilfe von Bürgern konnte die „alte“ Rathausfassade auf dem Marktplatz rekonstruiert werden. Eine Bürgerinitiative gründete die Bürgerstiftung Historisches Rathaus Wesel und sammelte Spenden. Rund 1,9 Millionen Euro flossen als Eigenanteil über die Stiftung in das Bauprojekt.

Kreative Angebote für Kinder in Wesel und Umgebung

In Wesel existieren aber auch Stiftungen, die ideelle Zwecke wie die Völkerverständigung verfolgen. In den 1990er Jahren entwickelte sich eine Partnerschaft zwischen dem Andreas-Vesalius-Gymnasium und dem Lyzeum Ketrzyn. Aus der Partnerschaft der Schulen ist 2002 eine offizielle Städtepartnerschaft entstanden. 2009 wurde im Rahmen des deutsch-polnischen Austausches die Stiftung Deutsch-Polnisches Jugendwerk Wesel-Ketrzyn gegründet.

Die Bürgerstiftung Kreaktiv um Josef Hermsen versucht mit kreativen Angeboten, die Fantasie von Kindern und Jugendlichen anzuregen – speziell im Zeitalter des digitalen Überangebots. So gab es zuletzt beispielsweise ein Zirkusprojekt.

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