Kurioses

Weihnachtliche Wunderwelt in Wesel mit 120 Nikoläusen

Harald Biesemann neben seiner Schaufensterpuppe, die in einer ehemaligen Telefonzelle „wohnt“ und zurzeit den Weihnachtsmann darstellt.

Harald Biesemann neben seiner Schaufensterpuppe, die in einer ehemaligen Telefonzelle „wohnt“ und zurzeit den Weihnachtsmann darstellt.

Foto: Erwin Pottgiesser / FFS

Wesel.  Am Hagelkreuzweg in Büderich weihnachtet es schon. Helga und Harald Biesemann dekorieren ihre Wohnung und den Vorgarten häufig um.

Harald Biesemann aus Büderich lehnt sich gemütlich zurück und lässt den Blick über seine vorweihnachtliche Wunderwelt schweifen.

In seinem Haus am Hagelkreuzweg sind schon vor einigen Wochen neben adventlicher Dekoration rund 120 Nikoläuse und Weihnachtsmänner eingezogen – fürs Christfest ist hier schon alles vorbereitet.

„Man sollte ja früh anfangen, es muss schließlich alles rechtzeitig aufgebaut sein“, sagt der 70-Jährige pflichtbewusst. Seine gleichaltrige Frau Helga ergänzt: „Wir machen das ja vor allem wegen unserer sieben Enkel und acht Urenkel.“

Doch nicht nur in allen Räumen des Erdgeschosses ist schon Mitte November die Weihnachtszeit ausgebrochen, auch vor der Haustür wacht im Vorgarten in einer alten gelben Telefonzelle ein lebensgroßer Weihnachtsmann.

Puppenrestaurator aus Hamminkeln

Obwohl: Weihnachtsmann ist nicht ganz richtig. „Der Weihnachtsmann ist eigentlich eine Frau“, erzählt Harald Biesemann schmunzelnd und konkretisiert: „Die Figur ist eine weibliche Schaufensterpuppe, die ich vor Jahren mal von einem Puppenrestaurator aus Hamminkeln bekommen habe.“

Das Tolle an der Dame aus Kunststoff sei, dass sie für allerlei Rollen geeignet ist. Denn das ist für den Büdericher besonders wichtig: „Alle paar Wochen wechselt sie ihr Aussehen, sonst wird’s ja auch langweilig.“

Erst Hexe, dann Osterhase

Logischerweise passt sich die Puppe immer aktuellen Ereignissen an: Nach dem Dreikönigstag am 6. Januar bereitet sich die jetzige „Weihnachtsfrau“ schon so langsam auf die Karnevalszeit vor. In den vergangenen Jahren zog sie mal als Ritter, mal als Musketier, einmal als Burgfräulein und auch schon als Hexe und Clown in ihre gelbe Zelle ein.

Was sie Karneval 2020 darstellt, wird noch nicht verraten. „Es soll ja immer wieder spannend sein, vor allem für die Kinder aus dem Ort“, ergänzt der 70-Jährige.

Nach Aschermittwoch stehen dann schon bald die Vorbereitungen für Ostern auf dem Plan, denn die Schaufensterpuppe wird dann für einige Wochen zum Osterhasen.


Und auch im Sommer ist sie „im Dienst“: Während des Büdericher Schützenfestes der St.-Petri-Junggesellen sowie der Sebastianus-Bruderschaft wird die Puppe zu einem Schützenbruder mit Holzgewehr über der Schulter und einem Glas Bier in der Hand.

Puppe als Schützenbruder

Zwischen den Schützenfesten verwandelt sich die Plastik-Frau mal in ein nettes Mädchen, eine Putzfrau einen Bauarbeiter – oder aber in einen Eisenbahner, um an die früherer berufliche Tätigkeit von Harald Biesemann zu erinnern.

Ab Juni kommenden Jahres steht dann in der gelben Büdericher Telefonzelle ein Fußballspieler, um Deutschland bei der Europameisterschaft anzufeuern.

Von einer ganz bestimmten „Verkleidung“ kann Harald Biesemann vorerst allerdings wohl nur träumen: „Wenn mein Lieblingsverein 1. FC Köln mal Deutscher Meister wird, bekommt die Puppe ein Köln-Trikot und ich bastel die Meisterschale.“

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