Wirtschaft

Wesel: Bei Fliesen Cuppenbender sind nur Meister am Werk

Die drei Fliesenlegermeister Sascha, Paul und Guido Cuppenbender (von links) in ihrem Ausstellungsraum in Wesel. Sascha Cuppenbender arbeitet jetzt in dritter Generation als Meister in der Firma.

Die drei Fliesenlegermeister Sascha, Paul und Guido Cuppenbender (von links) in ihrem Ausstellungsraum in Wesel. Sascha Cuppenbender arbeitet jetzt in dritter Generation als Meister in der Firma.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Wesel  Im Jahr 1945 gründete Jakob Cuppenbender den Fliesenlegerbetrieb.  Sein Urenkel Sascha Cuppenbender ist der neue Meister im Betrieb.

Es gibt nicht mehr viele Handwerksbetriebe in Wesel, die nach dem Krieg ihre Arbeit aufgenommen haben und bis heute in ihrem Gewerk tätig sind, wie der Fliesenlegerbetrieb Cuppenbender. Paul, Guido und Sascha Cuppenbender haben dafür gesorgt, dass der Betrieb, den Jakob Cuppenbender 1945 an der Wackenbrucher Straße gründete, bis heute Bestand hat.

„Mein Großvater, also der Ururgroßvater von meinem Enkel Sascha, hatte bereits einen eigenen Betrieb als Tegelleger in Sonsbeck. Seine sechs Söhne erlernten alle einen Beruf im Baugewerbe, fünf wurden Fliesenleger, einer Stuckateur. Mein Vater Jakob war einer der Fliesenleger“, erzählt Paul Cuppenbender seine Familiengeschichte.

Vater Jakob wurde 95 Jahre alt und erlebte noch, dass sein Enkel Guido den Betrieb übernahm und diesen 1995 mit einem Neubau an der Esplanade 1 ausbaute. Im Jahr 1951 war das Fliesengeschäft zur Schillstraße gezogen. An der Esplanade schuf nun die nächste Generation ein großes Betriebsgebäude mit Ausstellungsflächen auf zwei Etagen.

Höhen und Tiefen im Leben eines Fliesenlegers

Paul Cuppenbender (Jahrgang 1939), in seiner Jugend bereits Innungsbester, hat in seinem Berufsleben „Höhen und Tiefen erlebt“. Höhen: Als er auf dem damals neu gebauten Fernmeldeturm auf 100 Meter Höhe auf zwei Etagen im Rundgang die Bodenfliesen verlegte. Tiefen: Als er die Kammern der Pfeiler der alten Rheinbrücke, die hohl waren, acht Meter unter Wasser mit Fliesen auskleiden musste. Bis zu acht Mitarbeitern hatte der heute 81-Jährige über die Jahre.

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„Gerade in der Nachkriegszeit haben wir Tag und Nacht gearbeitet, für die Bauvereine, Stadt und Kreis Wesel, das Staatshochbauamt, überall in der Stadt musste Wohnraum geschaffen werden“, erinnert sich Paul Cuppenbender. „In den 70er Jahren nahm dann der Bau von Eigenheimen zu.“ Stolz war er auf seinen Sohn Guido, der wie er Innungsbester, 1991 die Meisterprüfung ablegte und somit in der vierten Generation als Fliesen-, Platten- und Mosaikverleger den Betrieb 1993 übernahm.

Nach dem Abitur blieb Fliesenleger sein Traumberuf

Guido Cuppenbender hatte die Ausbildung im väterlichen Betrieb absolviert und blieb, auch für ihn war der Beruf Berufung. Und tatsächlich wollte auch Sohn Sascha schon als Grundschüler nichts anderes werden als Fliesenleger. Nach seinem Abitur überlegte er kurzzeitig, Informatik zu studieren. „Doch dann dachte ich mir, dass es besser ist, erst einmal einen Ausbildungsberuf zu haben“, erzählt der 22-Jährige. Inzwischen ist er sich sicher: „Es ist mein Traumberuf. Ich bleibe dabei“, sagt der frisch gebackene Fliesenlegermeister, der bereits als Kammerbester die Gesellenprüfung bestand, 1. Landessieger beim Landesleistungswettbewerb NRW wurde und 3. Bundessieger bei der Deutschen Meisterschaft 2019 im Beruf Fliesen-, Platten- und Mosaikleger.

Trend geht zu großformatigen Fliesen

Vieles hat sich in den zurückliegenden 75 Jahren verändert. In vielen Bereichen hat sich die Wahl der Werkstoffe verändert, Vinyl wird vielfach dort verlegt, wo Fliesen früher selbstverständlich waren. Doch seitdem großformatige Fliesen auf dem Markt sind, finden sie vielfältig Zuspruch. „Man braucht weniger Fliesen, was aber nicht bedeutet, dass das Fliesen schneller geht“, weiß Guido Cuppenbender.

der besonders gerne Böden verlegt aber weniger gerne verfugt, freut sich über diese Arbeiten. „Obwohl“, so sein Vater, „großformatige Fliesen viel Verschnitt erzeugen und körperlich schwerer zu handhaben sind.“ Der Junior im Betrieb hat einen Blick dafür, was gerade gefragt ist, beispielsweise „Fliesen in hellem Grau in Betonoptik“.

Vater und Sohn

Wer bei Firma Cuppenbender seine Fliesen oder Platten aussucht und von ihr verlegen lässt, kann sicher sein, von zwei Meistern nicht nur beraten zu werden, sondern dass auch zwei Meister die Arbeit ausführen. Denn aktuell arbeiten in Ermangelung von Mitarbeitern nur Vater und Sohn auf den Baustellen. Paul Cuppenbender wünscht sich: „Dass ich es noch erlebe, in anderthalb Jahren den Diamantenen Meisterbrief überreicht zu bekommen.“ Im Beisein der 5. Generation des Fliesenmeisterbetriebs Cuppenbender.

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