Umgestaltung

Wesel: Neustart mit verkleinerter Kirche und Kolumbarium

Pfarrer Stefan Sühling steht vor der neuen, kleineren Franziskus-Kirche. Das frühere Kirchengebäude wird zu einem Kolumbarium umgebaut.

Pfarrer Stefan Sühling steht vor der neuen, kleineren Franziskus-Kirche. Das frühere Kirchengebäude wird zu einem Kolumbarium umgebaut.

Foto: Thorsten Lindekamp / FFS

Wesel.  Die Gemeinde St. Nikolaus nimmt die neue Kirche samt Pfarrheim in Betrieb. Die Urnenhalle in der früheren Franziskus-Kirche ist Ende 2019 fertig.

An diesem Umbau der zuletzt überdimensionierten Franziskuskirche in Wesel hätte der Heilige Franziskus seine Freude gehabt. Lautete seinerzeit für den heiligen Franz von Assisi der innere Auftrag „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf“, so lautet für Pfarrer Stefan Sühling in Schepersfeld seit Herbst 2018 die Losung: „Verkaufe die große Franziskus-Kirche, reiße das Pfarrheim ab, und baue alle wieder kleiner auf, damit hier weiterhin das Wort Gottes zu hören ist .“

Am Donnerstag haben die Mitglieder der Katholischen Großgemeinde St. Nikolaus ihre neue, umgebaute kleine Franziskuskirche in Schepersfeld nach knapp einjähriger Umbauzeit in Besitz und in Betrieb genommen. Und das neu gebaute, kleine multifunktionale Pfarrheim, die umgebaute Werktagskirche samt frei stehendem kleinen Glockenturm mit den beiden Originalglocken haben diese festliche Premiere gut überstanden.

Die ehemalige Franziskus-Kirche ist zu groß geworden

Aus dem gewaltigen Altar der ehemaligen Franziskuskirche ist aus zerschnittenen Steinquadern am neuen Platz in der neu gestalteten Werktagskirche ein kleiner Altar, samt Lesepult und ein Taufbecken entstanden. Eine raffiniert gestaltete, mit LED-Streulicht bestrahlte Folie überspannt den Kirchenraum und wirkt wie ein Blick durch Milchglas in den leuchtenden Himmel. „Die 1959 gebaute Franziskus-Kirche war einfach zu groß für die immer weniger werdenden Gottesdienstbesucher geworden“, sagt Pfarrer Sühling, „wir brauchten eine neuen Raum für 50 bis 60 Menschen, in dem wir angenehm Gottesdienste feiern können.“

Gesagt getan: Die Franziskuskirche wurde an den städtischen Betrieb ASG verkauft, das Grundstück verpachtet; hier entsteht ein Kolumbarium. Aus der kleinen, dumpf-dunkelen Werktagskirche ist jetzt die neue Gemeindekirche geworden, hell, modern, luftig.

Kirchliches Zentrum für Schepersfeld

Das alte Pfarrheim samt Glocken im Kamin, Baujahr 1960er Jahre, ist einem multifunktionalen Neubau gewichen, der mal zusätzlicher Kirchenraum, mal Vortragsraum sein kann - Schiebewände machen es möglich. Noch ist nicht alles perfekt (noch fehlen die Heizkörper, noch fehlen ein paar Möbel und die Teeküche).

Doch dieses kleiner dimensionierte Gemeindezentrum samt „Kita“ nebenan wird, so sagt Pfarrer Sühling, nun für die kommenden Jahrzehnte das kirchliche Zentrum in Schepersfeld sein und bleiben.

Arbeiten im Kolumbarium liegen im Zeitplan

Nebenan in dem großen ehemaligen Kirchenraum sind die Arbeiten am Kolumbarium schon weit vorangeschritten – so weit, dass die neue Begräbnisstätte vielleicht schon vor dem geplanten Termin am Jahresende fertig sein wird. Ab Anfang 2020 können die ersten Urnen in den L-förmigen Stelen bestattet werden, bestätigt ASG-Leiterin Annette Mücke. „Wir sind gut im Zeitplan“. In einer ersten Ausbaustufe werden 500 Kammern für bis zu zwei Urnen zur Verfügung stehen, nach und nach wird das Franziskus-Kolumbarium auf bis zu 1860 Kammern anwachsen.

Der Boden wurde teilweise erneuert, ansonsten die das ehemalige Gotteshaus noch gut zu erkennen. Wir teuer die Ruhestätten in Wesels erstem Kolumbarium sein werden, kann Annette Mücke noch nicht genau sagen, sie geht von 2500 bis 2700 Euro für eine Doppelkammer aus.

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