Psychiatrieneubau

Abgeordnete kritisieren Wittener Psychiatrie-Entscheidung

Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke soll die psychiatrische Versorgung der Patienten aus Witten übernehmen.

Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke soll die psychiatrische Versorgung der Patienten aus Witten übernehmen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Witten.  Nadja Büteführ und Verena Schäffer äußern sich enttäuscht über die Entscheidung gegen eine Psychiatrie in Witten. Das dürfte manchen überraschen.

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Der gescheiterte Kompromiss um den Ausbau von Psychiatrieplätzen sorgt offenbar auch für Missmut bei den Landtagsabgeordneten für den Ennepe-Ruhr-Kreis. Rainer Bovermann, Nadja Büteführ, Hubertus Kramer (alle SPD) und Verena Schäffer (Grüne) äußern sich enttäuscht über die Entscheidung – und geben der CDU die Schuld.

„Wir finden es sehr schade und auch unerklärlich, dass zwischen den Beteiligten keine Einigung erzielt werden konnte und nun das CDU-geführte Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW eine finale Entscheidung getroffen hat“, heißt es in einer Stellungnahme der Abgeordneten. Die Chance einer Einigung sei von Minister Laumann vertan worden.

Ziel war ein Kompromiss aller Beteiligten

Sie hätten in den letzten Wochen viele Gespräche mit den Beteiligten und auch mit dem Ministerium geführt, so die EN-Politiker. „Ziel war es, einen Kompromiss zu finden, durch den sowohl die bestehenden Angebote im Kreis gestärkt als auch ausreichend Psychiatrieplätze in Witten gewährleistet werden, die den erhöhten Bedarf vor Ort berücksichtigen“, heißt es.

Die Notwendigkeit zusätzlicher Psychiatrieplätze im EN-Kreis sei dabei unstrittig, so die Landtagsabgeordneten. „Es ist wünschenswert, die vorhandenen Standorte im Kreis zu erhalten. Gleichzeitig ist es aber erforderlich, eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen, damit die betroffenen Menschen keine weiten Wege auf sich nehmen müssen.“ Besonders die für Witten zuständigen Abgeordneten Nadja Büteführ und Verena Schäffer kritisieren, dass die Wittener Anliegen vom Laumann-Ministerium in keinster Weise berücksichtigt worden seien.

Diese Stellungnahme kommt für Beobachter überraschend. Denn Nadja Büteführ und Verena Schäffer sollen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zuvor – als das Ministerium sich noch für den Standort Witten ausgesprochen hatte – in einem Schreiben um eine „Erläuterung“ der Entscheidung gebeten haben. Sie forderten den Minister auf, mit den betroffenen Kliniken in den Dialog zu treten, „um eine einvernehmliche Lösung zu finden“.

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