Ausbildung

Anlaufstelle will Wittener Betriebe und Studenten vernetzen

Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet.

Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Witten.  Fachkräfte für ihre Stadt begeistern und vor Ort halten: Das ist das Ziel einer neuen Beratungsstelle von IHK und Hochschule Bochum in Witten.

Junge Fachkräfte für Witten begeistern und vor Ort halten – das ist das Ziel einer neuen Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Hochschule Bochum. Im IHK-Büro an der Marktstraße sollen sich künftig Schüler und Schulabgänger, aber auch Auszubildende und Studenten über ihre Möglichkeiten in der Ruhrstadt beraten lassen können – und mit lokalen Unternehmen zusammenkommen.

„Es gibt einfach noch zu viele, die erste einige Semester studieren und dann merken, dass das nicht der richtige Weg für sie ist“, sagt Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet. Oder auch umgekehrt. Daher will man in der neuen Beratungsstelle umfassend über Studienmöglichkeiten und Ausbildung informieren.

„Viele Studenten wissen nicht, wie viele tolle Unternehmen es in Witten gibt“

„Zukunft findet in Witten statt – und zwar auch für junge Leute“, betont Weik. Die neue Partnerschaft zwischen IHK und Hochschule will daher nicht nur Schulabgänger beraten, sondern vor allem lokale Unternehmen besser mit Bildungseinrichtungen und ihren Studierenden vernetzen. „Denn viele Studenten wissen gar nicht, wie viele tolle, innovative Unternehmen hier in der Stadt angesiedelt sind“, sagt Rebecca Burke, Ansprechpartnerin der neuen Anlaufstelle.

Andererseits wüssten auch viele Unternehmen häufig gar nicht, welche Studiengänge an der Hochschule angeboten werden, sagt Jürgen Bock. „Wir wollen deutlich machen: Auch hier vor Ort lassen sich Fachkräfte finden.“ Daher will die neue Zusammenarbeit vor allem eins bewirken: „Die richtigen Leute zusammenbringen und sehen, was wir hier in der Stadt bewegen können“, so Burke.

Viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit

Möglichkeiten der Vernetzung zwischen lokalen Unternehmen und der Hochschule gibt es viele: vom Praktikum oder Dualen Studium bis hin zu Forschungskooperationen. Studenten könnten etwa auch ihre Abschlussarbeiten in und mit Betrieben schreiben oder sich in der Quartiersentwicklung engagieren. Welche Art der Zusammenarbeit jeweils am besten funktioniert, will Hochschul-Mitarbeiterin Burke in individuellen Gesprächen ausloten.

Aber auch im Bereich der Ausbildung soll sich einiges tun. Die Ausbildungszahlen in Witten sind zwar gestiegen, dennoch gibt es auch hier noch viel Luft nach oben. IHK-Geschäftsführer Weik: „Wir wollen den Unternehmen klar machen, dass sie nicht nur über Fachkräftemangel klagen sollen.“ In Witten gebe es viele Betriebe, die theoretisch ausbilden könnten, es aber nicht tun. Von 542 Ausbildungsstätten, also Betriebe, die in IHK-Berufen ausbilden könnten, seien derzeit 192 aktiv – haben also aktuell Auszubildende, unabhängig vom Lehrjahr. Der Rest bildet derzeit nicht aus.

Die Stadt begrüßt die neue Anlaufstelle in der City. Der Fachkräftemangel sei derzeit das A und O, sagt Bürgermeisterin Sonja Leidemann. „Die neue Kooperation bietet auch uns als Stadt Möglichkeiten, Arbeitskräfte in Witten zu binden und zu halten, vor allem im technischen Bereich.“ So sucht die Stadt derzeit etwa vor allem Mitarbeiter für die Bauverwaltung, besonders im Bereich Hoch- und Tiefbau. „Bei all den neuen Bauvorhaben müssen wir uns verstärken“, so Leidemann. Auch Erzieherinnen seien Mangelware.

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