Handel

Blumen zu Dumpingpreisen – ist das gut für Wittens City?

Blumenverkäufer Delo verkauft seit über zwei Wochen im Gang der Wittener Stadtgalerie Pflanzen vom Rollwagen herab. Der mobile Verkauf brummt, belebt die Stadtgalerie, verärgert aber die Konkurrenz.

Blumenverkäufer Delo verkauft seit über zwei Wochen im Gang der Wittener Stadtgalerie Pflanzen vom Rollwagen herab. Der mobile Verkauf brummt, belebt die Stadtgalerie, verärgert aber die Konkurrenz.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Seit gut zwei Wochen bietet ein Händler in der Stadtgalerie Pflanzen zu Niedrigpreisen an. Der Verkauf brummt, verärgert aber die Konkurrenz.

Seit gut zwei Wochen wirkt die Stadtgalerie belebter: Der Blumenhändler Jürgen Mikus verkauft dort Pflanzen zu Niedrigpreisen. Das lockt Kunden an – und ärgert die Konkurrenz. „Ich frage mich, wo man so billig einkauft, dass man Stauden für einen Euro anbieten kann“, sagt eine Mitarbeiterin von Blumen Risse. Pflanzen zu Dumping-Preisen – ist das gut für die Wittener Innenstadt?

Jürgen Mikus hat die Aktionsfläche im Gang der Stadtgalerie angemietet und betreibt dort für einige Wochen eine Art Blumen-Outlet. Er kauft Pflanzen aus Versteigerungen oder Überproduktionen auf. Seinen Gewinn erwirtschafte er über die verkaufte Menge. Vor Ort kann man deutlich sehen, wie Kunden ihre Tüten füllen, mit Lavendel, Chrysanthemen, Astern, Hortensien oder Sonnenhut. Das Angebot wechselt täglich, mitunter sind sogar exotische Pflanzen, wie Bananenbäume oder eine Spinnenblume, dabei.

Centermanagerin: „Das lockt Leute an“

Jeden Morgen schiebt sein Angestellter Delo 25 Rollwagen mit Pflanzen in den Gang. Den Tag über schrumpft die Fläche. An diesem Nachmittag sind zehn Wagen bereits leer.

Kerstin Weindorf, stellvertretende Centermanagerin der Stadtgalerie, betont, dass der Blumenverkauf nur zeitlich begrenzt sei: „Wir haben auf der Fläche häufig Promotionstände. Sie fallen nur nicht so auf, weil sie nicht so groß sind.“ Weindorf hält die Aktion für erfolgreich, weil mehr „Action und Leben“ in der Stadtgalerie sei. „Es lockt Leute an.“ Und: „Die Idee ist gut, weil das Blumenangebot in der unteren Ecke der Stadt nicht so ausgeprägt ist.“

Markthändler hat sich Preise notiert

Wie lange der Stand bleibt, wissen weder sie noch Händler Jürgen Mikus mit seiner Herner Firma „Preisparadies“. „Wir machen das, so lange es gut läuft“, sagt er. Noch spreche sich das Angebot herum, die Kundschaft wachse. Kritik an seiner Preispolitik sei ihm nicht zu Ohren gekommen. „Es war einmal ein Markthändler da, der sich unsere Preise notiert hat.“ Sinn und Zweck der Aktion sei es, dass das Einkaufscenter und sein Handel sich gegenseitig befruchten. Dieses Konzept biete er auch in anderen Städten an. Er wolle den hiesigen Blumenhändlern keine Konkurrenz machen.

Wirklich? „Das setzt uns schon zu“, sagt eine Mitarbeiterin von Blumen Risse klar. Angelika Bilow-Hafer, stellvertretende Vorsitzende der Standortgemeinschaft Witten-Mitte, hält dagegen die Aktion für „gar nicht so schlecht“. „Ein Ein-Euro-Shop schmeißt auch die Ware billig raus und die Fachhändler sterben nicht weg. Wir bieten doch ein anderes Sortiment und anderen Service.“ Was zähle, sei, dass so mehr Menschen in die Innenstadt gelockt würden: „Wenn einer diese Blumen zuhause herumzeigt und sagt: Sowas habe ich in Witten bekommen, finde ich das erstmal positiv.“

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