Hotellerie

Corona: Hotels in Witten können Gäste an einer Hand abzählen

Der Parkplatz des Ringhotels in Witten ist wie leergefegt. Wegen der Corona-Krise dürfen nur noch Menschen, die beruflich in Deutschland unterwegs sind, in dem Hotel übernachten.

Der Parkplatz des Ringhotels in Witten ist wie leergefegt. Wegen der Corona-Krise dürfen nur noch Menschen, die beruflich in Deutschland unterwegs sind, in dem Hotel übernachten.

Foto: Hof

Witten.  In den Wittener Hotels dürfen nur noch Menschen übernachten, die aus beruflichen Gründen in der Stadt sind. Auch das Frühstück fällt kleiner aus.

Croissants, Spiegeleier und frisch gepresster Orangensaft – ein reichhaltiges Frühstück gehört zu jedem Hotelbesuch dazu. Allerdings mussten wegen der Corona-Gefahr alle Restaurants, Cafés und Kneipen in Witten ihre Türen vorerst schließen. Das betrifft auch die Restaurants in den Hotels, selbst wenn wie jetzt nur wenige Zimmer belegt sind. Übernachten dürfen nur noch Gäste, die beruflich in Deutschland unterwegs sind. Wie Servicetechniker Manuel Kehl, der eine Woche im Parkhotel verbracht hat.

Auf einen gedeckten Frühstückstisch mussten der 38-Jährige und sein Kollege, die für eine Pinneberger Maschinenbaufirma Anlagen warten, jedoch verzichten. Denn der Restaurantbetrieb ist eingestellt worden. Dafür gab's ein Lunchpaket mit belegten Broten, Fruchtsaft, Obst und einem Müsliriegel.

Wittener Parkhotel stellt Restaurantbetrieb ein

Auch abends mussten sich der Niedersachse und sein Kollege selbst versorgen. "Unsere Gäste können sich selbst verständlich Essen bestellen", sagt Lukas Zeuch, Direktor des Parkhotels. Gemeint sind Lieferdienste. Die warmen Speisen könnten die Hotelbesucher dann entweder im Restaurant oder auf ihren Zimmern einnehmen.

Corona hin, Corona her: Nicht überall musste sich Servicetechniker Manuel Kehl selbst um die Verpflegung kümmern. "Letzte Woche waren meine Kollegen und ich in einem Hotel in Senftenberg in Brandenburg." Dort habe es sowohl Frühstück als auch Abendessen noch in Büffetform gegeben. "In jedem Bundesland gehen die Hotels unterschiedlich damit um."

Nur sehr wenigen Menschen übernachten in Wittener Hotel

Eins ist jedoch überall gleich: Die Gäste bleiben aus. Das bestätigt Lukas Zeuch vom Parkhotel. "Wir haben Einbußen von mindestens 80 Prozent", sagt der 32-Jährige. Manuel Kehl hat den Rückgang ebenfalls bemerkt. Am Montag und Dienstag seien in dem Hotel in Witten noch etwa acht bis zwölf Gäste gewesen. "Am Donnerstag waren mein Kollege und ich aber gefühlt alleine", sagt der Servicetechniker.

Ob Ostern – wenn kaum noch Berufstätige unterwegs sind – überhaupt noch Gäste kommen, weiß Parkhotel-Chef Lukas Zeuch nicht. "Das ändert sich von Minute zu Minute." Bisher hätten noch alle fünf Ringhotels geöffnet, die von der Familie Riepe geführt werden. Ob es schon Kurzarbeit gibt, dazu wollte Zeuch nichts sagen.

Für Servicetechniker Manuel Kehl geht es am Sonntag erst einmal nach Hause. "Nächste Woche ist Büroarbeit angesagt." Dann muss er nur in Notfällen zum Kunden. Falls es mal wieder ein Hotel in Witten sein soll: Es gibt noch freie Betten…

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Info:

Auch andere Hotels in Witten leiden unter den Folgen der Corona-Krise. Im Hotel Hoppe in Annen übernachten derzeit noch einige Gäste, die wegen der Baustellen in Witten sind. Die Abwicklung der Übernachtungen würde so kontaktlos wie möglich erfolgen, sagt Hotelbesitzer Bernd Hoppe. So hängen die Zimmerschlüssel etwa in einem Schlüsseltresor und die Gäste werden auf ihren Zimmer mit Essen versorgt.

Im Hotel Reesenhof in Bommern und im Hotel Georg in Annen sieht die Situation nicht anders aus. Nur "sehr wenige" Gäste würden derzeit noch eine Übernachtungsmöglichkeit in Witten benötigen.

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