Klimapolitik

Klimanotstand: Ein angebrachtes Wort

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner

Foto: WAZ / Funkegrafik

Witten geht nicht unter wie die Fidschi-Inseln. Trotzdem gibt es gute Gründe, auch hier den Klimanotstand ausrufen zu lassen.

Würde man so viel über „Fridays for Future“ sprechen, wenn die Schüler brav in ihrer Freizeit demonstrieren würden? Sicher nicht.

Polarisierung schafft Aufmerksamkeit. Das wissen die Klimaschützer, die nun vom „Notstand“ sprechen, um ihr Anliegen zur ersten Priorität erklären zu lassen. Ist der Begriff deswegen schon „fürchterlich und unpassend“ (Thomas Richter), weil er so extrem ist?

Extrem sind die Auswirkungen des Klimas für versinkende Inselstaaten wie Kiribati. Oder brennende Wälder in Kalifornien. Witten ist (noch) nicht Kalifornien. Trotz Rekordhitze ist der Klimawandel für uns noch immer zu abstrakt. Da braucht es eben auch mal scharfe Wortwerkzeuge, um die Brenzligkeit dieser globalen Krise zu verdeutlichen. Aufzurütteln ist da mehr als angemessen.

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