Gericht

Mutter angegriffen? Wittener verteidigt Sohn vor Gericht

Der Prozess gegen den Wittener, dem vorgeworfen wird, seine Mutter angegriffen zu haben, läuft vor dem Landgericht Bochum.

Der Prozess gegen den Wittener, dem vorgeworfen wird, seine Mutter angegriffen zu haben, läuft vor dem Landgericht Bochum.

Foto: David Ebener / dpa

Witten.  Widersprüchlich: Vater und Stiefvater sagten jetzt im Prozess gegen den Wittener aus, dem vorgeworfen wird, seine Mutter angegriffen zu haben.

Im Strafprozess gegen einen als psychisch krank geltenden Angeklagten aus Witten hörte das Landgericht Bochum am Dienstag seinen Vater und seinen Stiefvater als Zeugen. Der 38-jährige Mann soll im September 2018 seine Mutter geschlagen und gedroht haben, er werde sie töten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfache Sachbeschädigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung und Nötigung vor. Da Ärzte bei ihm eine psychische Erkrankung feststellten, gilt er als vermindert schuldfähig.

Sein Vater berichtete, er habe seinen Sohn nie aggressiv erlebt. Er habe ihm auch nie von Wahnvorstellungen berichtet. Nach seinem schweren Motorradunfall sei sein Sohn aber anders geworden. „Er war sehr empfindlich, und seine Mutter provozierte ihn oft“, bekundete der Zeuge. An seiner Ex-Frau ließ der Mann kein gutes Haar. „Sie lügt und ist Alkoholikerin“, erklärte er. Die Frau habe offenbar die Wahrheit verdreht und zusammen mit ihrem Lebensgefährten den Angeklagten manipuliert.

Der Vater glaubt nicht, dass sein Sohn die Frau körperlich angegriffen hat

Der Vater des Angeklagten glaubt nicht, dass sein Sohn die Frau tatsächlich körperlich angegriffen hat. „Ich habe selbst erlebt, dass sie einmal laut um Hilfe schrie, ich würde sie schlagen. Dabei war ich auf der Toilette, wie auch ein Nachbar sah, der zu Hilfe kam“, schilderte er den Richtern.

Der Angeklagte berichtete Ärzten, seine Mutter wollte ihn mit Äpfeln vergiften und habe, als er schlief, versucht, ihm ein Schweineherz in den Mund zu stopfen. Der Mann soll sich auch gefürchtet haben, man wolle ihm Organe entnehmen. Die Richter müssen entscheiden, ob der Mann dauerhaft in eine geschlossene Klinik eingewiesen werden muss. Er selbst betont, er habe keine psychische Erkrankung. Mehrere Polizeibeamte erzählten, es habe ständig Einsätze wegen Auseinandersetzungen zwischen der Mutter und ihrem Sohn gegeben. Die Frau habe den Sohn aber immer wieder ins Haus gelassen.

Der Lebensgefährte der Mutter berichtet, der Sohn habe unter einer Psychose gelitten

Der Lebensgefährte der Mutter, ein 63 Jahre alter Arzt, berichtete, der Sohn habe unter einer Psychose gelitten. Eineinhalb Jahre lang spritzte er selbst ihm ein Medikament. Sobald der 38-Jährige die Medikamente nicht mehr eingenommen habe, sei es sofort schlimmer geworden mit ihm. Der Zeuge betonte, es habe ständig Streit zwischen Mutter und Sohn gegeben. Der Angeklagte drohte angeblich auch per SMS: „Ich bringe euch um!“ Er habe diese Drohungen aber nicht ernst genommen. Seine Lebensgefährtin habe am Tattag am ganzen Körper gezittert und habe rote Flecken am Körper gehabt. Der Angeklagte habe ihr angeblich einen Faustschlag versetzt und sie gewürgt, berichtete der Zeuge.

Weitere angeklagte Straftaten sollen sich zwischen November 2015 und 2018 zugetragen haben. Der Mann habe mit dem Fuß gegen die Autotür seiner Mutter getreten, eine Terrassentür eingeschlagen und die Nachtschwester einer Hattinger Klinik bedroht und sei aus der Klinik geflüchtet. Der Prozess wird fortgesetzt.

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