Heveney

Sauna-Preise im Wittener Freizeitbad steigen drastisch

Das Freizeitbad Heveney gehört zum Freizeitzentrum Kemnade. Diese ist seit Sommer 2017 Teil der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr (FMR).

Das Freizeitbad Heveney gehört zum Freizeitzentrum Kemnade. Diese ist seit Sommer 2017 Teil der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr (FMR).

Witten.   Der zweistündige Saunabesuch wird bis zu 45 Prozent teurer. Laut Geschäftsführer Jürgen Hecht ist das notwendig, um wirtschaftlich zu überleben.

Ohne öffentliche Ankündigung hat das Freizeitbad Heveney die Eintrittspreise zum 1. Februar erhöht. Zum Teil drastisch: Saunagänger zahlen bis zu 45 Prozent mehr. Geschäftsführer Jürgen Hecht verteidigt die Erhöhung als angemessen, notwendig und überfällig.

„Ich gehe einmal in der Woche in die Sauna, letzten Samstag hat das noch elf Euro gekostet, jetzt sind es 14 Euro, da musste ich schon dreimal schlucken“, sagt Joachim Wedegärtner (67). Das sind 28 % mehr. In der Woche kostet zweistündiges Saunieren statt zehn nun 14 Euro, am Sonntag statt elf jetzt 16 Euro. Ein Aufschlag von 40 und sogar 45 Prozent. „Das ist doch hammerhart“, sagt der Annener.

Kunde: „Besucherzahlen werden weiter sinken“

Auch Matthias Gerstung (55) findet „diese Erhöhung maßlos. Damit gehen die Besucherzahlen in Heveney noch weiter zurück, das wird das Todesurteil sein.“ Der Hevener wundert sich außerdem, dass alles ohne Aushang oder sonstige Information der Öffentlichkeit über die Bühne gegangen ist. „Ich habe auch beim Googeln nichts darüber gefunden.“ Das Personal habe ihm erläutert, dass die Preise der Bäder nach der Fusion jetzt angeglichen werden müssten.

Mitte 2017 wurde das Freizeitzentrum Kemnade mit den Revierparks Mattlerbusch (DU), Vonderort (OH/Bottrop) und Nienhausen (Essen/GE) zur Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr (FMR) verschmolzen. Geschäftsführer ist seit November Jürgen Hecht (47).

Verbund macht jedes Jahr ein dickes Minus

„Preiserhöhungen, die man ankündigt, werden zerredet und machen mehr kaputt, als sie ohnehin anrichten“, sagt er. Er habe sich am 1. Februar aber in Heveney neben die Kasse gestellt, um Gästen die Gründe zu erläutern. „Das Allerletzte, was man als Geschäftsführer machen will, ist Preise zu erhöhen“, stellt er klar. Das sei aber notwendig, „um die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit zu sichern“. Das gelte für Kemnade wie für die FMR insgesamt. Die fährt bei 13 Mio. Euro Umsatz jährlich ein Minus von 4,5 Mio. Euro ein. Die Gesellschafter (Witten: 7,5 Prozent) schießen die Summe seit Jahren zu.

Hecht verweist auf das Preisgefüge: „Es ist nicht gut, wenn wir uns als Partner über den Preiswettbewerb gegenseitig Kunden wegnehmen.“ Die Erhöhung in Heveney falle so schwer ins Gewicht, „weil zwei Stunden Sauna für zehn Euro viel zu billig waren“. Wischlingen beispielsweise (nicht im Verbund) bleibe auch künftig noch teurer.

Preise steigen im Schnitt um 4,8 %

Seit sieben Jahren habe man die Tarife nicht erhöht – abgesehen von der Mehrwertsteuererhöhung, (von 7 auf 19 %), die man aber nur ans Finanzamt „durchgereicht“ habe. Die Erhöhung betreffe zudem nur den Saunabereich (Schwimmen inklusive), für die reinen Schwimmer wie auch alle Stammkunden mit Zehner-, Jahres- oder Halbjahreskarte blieben die Tarife gleich. „Über alles“ hat Hecht eine Erhöhung von 4,8 Prozent oder 97 Cent pro Besucher errechnet.

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