Muttental

Wanderer vermissen großen Parkplatz im Wittener Muttental

Ketten und Hinweisschilder mit der Aufschrift „Privatgrundstück – Parken verboten“ versperren die Zufahrt zum Parkplatz gegenüber von Haus Rauendahl in Witten.

Ketten und Hinweisschilder mit der Aufschrift „Privatgrundstück – Parken verboten“ versperren die Zufahrt zum Parkplatz gegenüber von Haus Rauendahl in Witten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Wo können Wanderer im Wittener Muttental noch parken? Sie vermissen den Parkplatz gegenüber Haus Rauendahl. Der ist neuerdings abgesperrt.

Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Spaziergänger nach einer Wanderung im Muttental mit Kaffee und Kuchen im Lokal Haus Rauendahl stärken konnten. „Der Verlust dieser großen Ausflugsgastronomie hat den Tourismus dort beeinträchtigt“, sagt SPD-Ratsherr Klaus Wiegand aus Bommern. Nun kommt aber ein neues Problem hinzu, das Wanderern einen Herbstspaziergang vermiesen könnte. Es gibt kaum noch Parkplätze, zumindest von Bommeraner Seite aus.

Die Wirtsleute Nikica und Dulce Knezevic haben Haus Rauendahl nach Auslaufen des Mietvertrags vor zwei Jahren geschlossen. Seitdem wohnt der Hauseigentümer dort privat. Nun hat er aber auch seinen großen, wohlgemerkt privaten Parkplatz gegenüber mit einer rotweißen Kette und Hinweisschildern absperren lassen. Warum gerade jetzt, wissen Beobachter nicht. Jedenfalls ist der Parkplatz nun nicht mehr öffentlich nutzbar – obwohl gähnende Leere herrscht. Zwei Autos stehen dort am Dienstag.

Schlaglöcher voller Regen und Matsch schrecken Wanderer auf offiziellem Parkplatz ab

Bei Ausflüglern war dieser Parkplatz sehr beliebt. Zwei Wanderwege starten in unmittelbarer Nähe. Einer führt ins Muttental und zum Göpelschacht, der andere zu den Fischteichen am Masling. Außerdem ist der Parkplatz geschottert und gepflegt. Ganz anders sieht der offizielle Wanderparkplatz Rauendahl aus, der etwa 150 Meter entfernt in einer steilen Kurve der Rauendahlstraße abzweigt. Wegen Baumfällarbeiten war dort offenbar schweres Gerät unterwegs. Es gibt große Schlaglöcher voller Regenwasser und viel Matsch.

Mit dem Auto traut man sich kaum dorthin – obwohl der Parkplatz mit Hinweisschildern und Sitzgelegenheiten schön angelegt ist. „Aber dieser Parkplatz ist schwer einsehbar und liegt versteckt“, sagt Martin Hintelmann vom Wanderverein SGV.

Man habe immer lieber auf dem großen Platz vor Haus Rauendahl gestanden. 60 Fahrzeuge hätten dort problemlos hingepasst. „Aus touristischer Sicht sind es Perlen vor die Säue, dass man diesen gut gelegenen Parkplatz noch nicht mal teilweise nutzen kann.“

Tourismus mehr ausbauen als einschränken

Nun hat sich die Bommeraner SPD des Problems angenommen. Klaus Wiegand, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christoph Malz und die Sachkundige Bürgerin Kerstin Hänsch fordern die Stadtverwaltung zum Handeln auf, „gerade vor dem Hintergrund, dass die touristische Qualität des beliebten Waldstücks mit seinen bergbauhistorischen Attraktionen doch eigentlich ausgebaut werden soll“. Das, so Wiegand, habe auch der Regionalverband Ruhr (RVR) zugesagt, der das Muttental in die Internationale Gartenausstellung 2027 einbinden möchte.

Die Stadt solle Alternativen suchen, um den weggefallenen Parkraum zu ersetzen. Eine Idee der Bommeraner Genossen: Dem privaten Besitzer an der Rauendahlstraße 126 könne man vorschlagen, dass das städtische Betriebsamt den Parkplatz pflegt, dort Abfallbehälter aufstellt und zum Beispiel einmal in der Woche herumliegenden Müll einsammelt. Sie betonen: „Wenn den Besuchern des Muttentals dafür der Parkplatz wieder zur Verfügung gestellt wird, könnten wir uns solche Lösungsansätze gut vorstellen.“

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