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WDR-Bärenbude hat in Witten einen ihrer letzten Auftritte

Vor einigen Monaten war die WDR-Bärenbude schon in einer Schule in Essen zu Gast.

Vor einigen Monaten war die WDR-Bärenbude schon in einer Schule in Essen zu Gast.

Foto: Reiner Worm / FUNKE Foto Services

Witten.  Statt Mathe und Deutsch stand bei den Hellwegschülern in Witten die Bärenbude auf dem Stundenplan. Sie lernten nicht nur das Radio näher kennen.

Wenn zwei Kuschelbären die Lehrer an der Hellwegschule in Witten-Heven ersetzen, kann das nur eins bedeuten: Der WDR-Kinder-Radio-Kanal ist mit der „Bärenbude“ unterwegs. Johannes und Stachel, die beiden frechen Hauptattraktionen, sind Teil eines medienpädagogischen Konzepts. Das soll Kindern zwischen vier und acht Jahren das Radio näherbringen und dem Trend entgegenwirken, dass keine Geschichten mehr gehört werden.

Kinderliedermacher in der Wittener Hellwegschule auch dabei

„Das ist ja alles voller Dinger“, stellt Johannes schnell fest, als sich der sternenbesetzte Samtvorhang in der Hellwegschule öffnet und rund 100 Kinder zum Vorschein kommen. Auf ihre ganz eigene erwachsene und kluge Art erklären die Bären ihre Sicht der Dinge. Ganz nebenbei belehren sie die Kleinen, dass „echtes Feuer im Kinderzimmer“ nichts zu suchen hat und wie man sich richtig vorstellt, „ganz ohne Quatsch“.

Mit von der Partie ist auch der Kinderliedermacher Johannes Stankowski. Er hat neben einer Gitarre noch eine Ukulele mitgebracht. Wenn er in die Seiten haut und zu singen beginnt, hat er mit den Grundschülern und Kindergartenkinder in Heven ganz schnell einen kleinen Chor zusammen. Auch als er einen Heißluftballon hergezaubert, üben sie fleißig mit „Commander“ Johannes und „Stewardess“ Stachel den Ernstfall. „Einmal durch die Kurve, dann durch die Luftlöcher und jetzt die Landung“, ruft einer der Bären.

„Sendung mit der Maus“ löst Bärenbude im Radio ab

Hinter Johannes und Stachel stecken die Autoren Dorothee Schmitz und Heiner Kämmer. Beide schreiben die Geschichten, sprechen und führen die Puppen. Für sie ist es in Witten-Heven die vorletzte Show überhaupt. Denn die „Sendung mit der Maus zum Hören“ hat seit dem 1. Dezember die „Bärenbude“ um 19.05 Uhr auf WDR 5 abgelöst. Damit hören auch die Vorstellungen in den Grundschulen auf, bei denen die zwei Autoren seit 14 Jahren gemeinsam auftreten. „Ich finde das total tragisch, auch weil ich die Kuschelbären Ende der Neunziger selbst entwickelt habe“, erklärt Kämmer.

Davon lässt sich der 58-Jährige in der Hellwegschule aber nichts anmerken. Unverdrossen spielt er weiter mit seinem Bärenpartner Johannes. In ihrem Kostüm bleiben sie aber nicht lange. Während der eine sich in ein kleines Krokodil verwandelt, wählt der andere Kuschelbär eine eher unpraktische Verkleidung – und tritt als stumme Klobürste auf. Auch das Thema Radio kommt in der „Bärenbude“ nicht zu kurz. Durch kleine Seitenhiebe landet das Medium immer wieder in den Gesprächen von Johannes und Stachel. „Radio ist wie Kino im Kopf.“

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