Polizei

Witten: Ex-Polizist (75) verfolgt mutmaßlichen Fahrraddieb

Er hatte den richtigen „Riecher“: Im Lutherpark entdeckte der ehemalige Polizist Peter Wieditz das gestohlene Fahrrad seiner Enkelin – und nahm die Verfolgung auf.

Er hatte den richtigen „Riecher“: Im Lutherpark entdeckte der ehemalige Polizist Peter Wieditz das gestohlene Fahrrad seiner Enkelin – und nahm die Verfolgung auf.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Ein Ex-Polizist (75) aus Witten hat sich sozusagen selbst noch mal in den aktiven Dienst versetzt. Der Enkelin war das Fahrrad gestohlen worden.

Einmal Polizist, immer Polizist. Peter Wieditz, ein mittlerweile 75 Jahre alter, längt pensionierter Polizeibeamter, hat seiner Enkelin das Fahrrad wiederbeschafft, das ihr aus seinem Garten in Heven gestohlen worden war.

Es war Muttertag, als das Fahrrad verschwand, ein schmuckes weißes Trekkingrad, das sich die 16-Jährige von ihrem Konfirmationsgeld gekauft hatte. Mutter und Tochter erstatteten Anzeige. Dann kam ihnen Kommissar „Zufall“ zu Hilfe. Oder Opa, wie man’s nimmt.

Denn als der ehemalige Polizeibeamte mit seiner Frau in der Stadt einkaufen war, glaubte er, das Rad gesehen zu haben. „Es war auf der unteren Bahnhofstraße. Da standen drei junge Männer und einer erklärte ihnen das Rad“, erinnert sich der frühere Oberkommissar. „Ich war mir aber mit dem Fahrradtypen nicht mehr ganz sicher.“

Lutherpark in Witten als letzte „einschlägige“ Adresse

Um auf Nummer sicher zu gehen, rief Peter Wieditz seine Enkelin an, konnte sie aber nicht erreichen. „Da bin ich erst mal nach Hause gegangen.“ Kaum angekommen, meldete sich seine Tochter. Mit ihr kehrte er in die City zurück, „um die einschlägigen Plätze abzusuchen, an die ich mich noch erinnern konnte.“ Am Ende blieb nur noch der Lutherpark übrig. Eine ganz heiße Spur, wie sich zeigen sollte.

Tatsächlich entdeckten der zuletzt bei der Kripo tätig gewesene Beamte und seine Tochter das Rad bei den Bänken, wo sich immer ein bestimmter, trinkfester Personenkreis aufhält. „Die gingen sofort auf Abstand, weil sie merkten, dass etwas nicht stimmt“, sagt der Ex-Kommissar. „Halt, stehen bleiben“, rief er. „Das Fahrrad ist gestohlen, die Polizei verständigt.“ Daraufhin wollte sich der Tatverdächtige – ohne Fahrrad – aus dem Staub machen. Doch da war er an den Falschen geraten.

Ex-Polizist aus Witten verfolgt Tatverdächtigen

Denn der sportliche Ex-Polizist, selbst begeisterter Rennrad- und Mountainbikefahrer (ohne Motor), fackelte nicht lang. Er schwang sich in den Sattel des stehen gelassenen Rads und jagte dem mutmaßlichen Dieb hinterher. „Der ist gerannt wie ein Hase. Ich wusste, irgendwann macht der schlapp“, sagt der Pensionär. An der Gabelsberger Straße – nahe der Ardeystraße – war es soweit. „Er ist stehen geblieben, hat nach Luft geschnappt und mich gefragt, ob er sich hinsetzen dürfte.“

Den Rest überließ der Rentner seinen noch aktiven Kollegen. Damit die seine Personalien aufnehmen konnten, zeigte er seinen „Ruhestandsausweis“ vor, ein Dokument, das ihn als ehemaligen Polizeibeamten identifiziert. „Er berechtigt mich aber nicht, irgendwelche polizeilichen Maßnahmen durchzuführen“, sagt der 75-jährige – es sei denn, es handele sich wie hier um eine Festnahme auf frischer Tat, zu der jedermann berechtigt sei.

Verdächtiger aus Witten will Fahrrad gekauft haben

Der Verdächtige behauptete, das Fahrrad einen Tag zuvor im Lutherpark gekauft zu haben. Es gibt also noch Ermittlungsbedarf. Das überlässt Peter Wieditz, der sich kurzzeitig sozusagen selbst in den aktiven Dienst zurückversetzt hatte, nun aber seinen Kollegen. Das Fahrrad übergab er seiner überglücklichen Enkeln. Fazit: Mein Opa, der Oberkommissar a.D., ist der Allerbeste!Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus Witten

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