Bevölkerungsentwicklung

Witten soll bis 2040 auf unter 95.000 Einwohner schrumpfen

Die Einwohnerzahl von Witten soll bis 2040 auf unter 95.000 schrumpfen. Deutlich weniger Kinder unter drei Jahren, dafür viele Menschen über 80 Jahren  prognostiziert das Statistische Landesamtes für die Ruhrstadt.

Die Einwohnerzahl von Witten soll bis 2040 auf unter 95.000 schrumpfen. Deutlich weniger Kinder unter drei Jahren, dafür viele Menschen über 80 Jahren prognostiziert das Statistische Landesamtes für die Ruhrstadt.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Witten.  In den kommenden Jahren soll Witten jedes Jahr Einwohner verlieren. So sieht es eine aktuelle Studie voraus. Und die Bevölkerung wird immer älter

Witten wird im Jahr 2040 nur noch 94.800 Einwohner haben. Das sagt das statistische Landesamt (IT.NRW) voraus. Der „Landesbetrieb Information und Technik“ hat vor Kurzem seine Vorausberechnung der Bevölkerung für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW veröffentlicht. Daraus geht hervor: Witten wird nicht nur kleiner, sondern auch älter.

„Im Vergleich zum EN-Kreis und zum Ruhrgebiet stehen wir aber besser da“, sagt Gerd Germakowsky, Leiter der städtischen Statistikstelle. Während Wittens Bevölkerung laut Prognose aus Düsseldorf von 2018 bis 2040 um 1,8 Prozent schrumpfen wird, verliert der EN-Kreis sogar 4,8 Prozent seiner Einwohner, das Ruhrgebiet 2,2 Prozent.

Deutlich weniger Kinder unter drei Jahren

Besonders abnehmen wird die Zahl der sehr jungen Einwohner unserer Stadt: statt 2500 Kindern im Alter von Null bis drei Jahren sollen 2040 nur noch 2100 von ihnen in Witten wohnen, ein Minus von über 17 Prozent. Kräftig wächst hingegen – wenig verwunderlich – die Zahl der über 65-jährigen: diese steigt von 22.000 auf 26.500, ein Plus von satten 20,6 Prozent.

Und: Es gibt immer mehr Menschen, die 80 Jahre und älter werden. Ihre Zahl soll bis 2040 um fast ein Drittel auf 8700 Einwohner ansteigen. Seit 2005 bis 2018 habe sich das Durchschnittsalter der Wittener Bevölkerung von 43,6 Jahren auf 45,4 Jahre erhöht, sagt Germakowsky. „Die Lebenserwartung der Menschen steigt nun nicht mehr ganz so stark an wie bislang, aber sie steigt weiterhin.“

Uni Witten verjüngt die Stadt

Der demografische Wandel zeigt sich in der Ruhrstadt allerdings nicht so stark, wie andernorts: So erwartet IT.NRW etwa für den Kreis Olpe im Sauerland eine Zunahme der Bevölkerung über 65 Jahren um über 46 Prozent. „Dass Witten verhältnismäßig wenig altert, dabei spielt sicherlich die Universität Witten/Herdecke und ihre Studenten eine Rolle“, sagt Statistiker Germakowsky.

In die Berechnung der künftigen Einwohnerzahlen durch IT.NRW fließen verschiedene Faktoren ein, etwa die Anzahl der Geburten, der Sterbefälle und die zu erwartende Migration.

„Seit Jahren werden auch bei uns weniger Menschen geboren, als sterben“, so Germakowksy. Im Jahr 2018 standen hier etwa 1272 verstorbene Einwohner 852 Geburten gegenüber. Der EN-Kreis soll durch dieses Missverhältnis bis 2040 laut Berechnungen von IT.NRW sogar über zwölf Prozent seiner Bevölkerung verlieren.

Mehr Menschen ziehen nach Witten als von hier weg

Gleichzeitig ziehen aber deutlich mehr Menschen nach Witten und in den EN-Kreis als diesen verlassen. „So können diese Verluste kompensiert werden“, erläutert Germakowsky. Allein durch den Zuzug von Menschen – sei es aus Nachbarstädten oder dem Ausland – verzeichnete Witten 2018 ein Plus von 498 Einwohnern.

„Insgesamt aber zeigen die neuen Berechnungen, dass die Metropolen viele neue Einwohner gewinnen“, sagt der 63-Jährige. So sollen etwa Köln (+15,8 Prozent) und Düsseldorf (+14 Prozent) laut Prognose weiter wachsen, der Märkische Kreis (-12,6 Prozent) und der Hochsauerlandkreis (-10,4 Prozent) merklich ausbluten. „Vielleicht führt das irgendwann zu Umkehreffekten, gerade angesichts von Wohnungsknappheit und steigender Mieten“, mutmaßt Germakowsky. „Dann könnten auch die umliegenden kleineren Städte wieder gewinnen. Aber das ist ein Blick in die ferne Zukunft.“

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