Umweltpädagogik

Wittener Kinder gehen im Wald auf große Entdeckungstour

Im Wald zu spielen macht kleinen Kindern bei jedem Wetter Spaß, versichert Umweltpädagogin Janina Peitz.

Im Wald zu spielen macht kleinen Kindern bei jedem Wetter Spaß, versichert Umweltpädagogin Janina Peitz.

Foto: Peitz

Witten.  Manchmal können Pfützen zu Ozeanen werden: Zumindest für die Kinder, die bei Naturpädagogin Janina Peitz in Witten in die Waldspielgruppen gehen.

Wenn nach den Ferien die Kinderspielgruppe „Wunderland“ von Janina Peitz wieder losgeht, dann ist der weiche Krabbelteppich längst ausgebreitet. Er besteht aus Blättern, Moos und Farnen, denn die kleinen Teilnehmer treffen sich im Wald und gehen auf eine Abenteuerreise, bei der Regenwürmer zu Schlangen werden und Pfützen zu Ozeanen. Und das alles am Hohenstein...

Seit einem Jahr bietet die 36-Jährige dort ihre Waldspielgruppen an. In ihrer Erziehungszeit hatte sich die Wirtschaftswissenschaftlerin ein Herz gefasst, das zu tun, was eigentlich immer ihre Leidenschaft war: in und mit der Natur zu arbeiten. Sie machte ein Studium zur Natur- und Umweltpädagogin und gründete dann ihr Unternehmen „Grünschnabel“.

Die Kinder hören, fühlen, schmecken und sehen

Mit Spielgruppen für fünf- bis achtjährige Kinder ist die Wetteranerin im letzten Herbst zunächst gestartet. „Ich will die Kinder nicht bespaßen, ich will ihnen etwas mitgeben“, sagt sie. Warum werden die Blätter bunt, warum hat die Birke einen weißen Stamm und warum sind Kiefern eigentlich so rau: Alle diese Fragen werden mit den Kindern geklärt – spielerisch, und das im Wortsinne.

Mit Rallyes und fantasievollen Abenteuerreisen führt Peitz die kleinen Teilnehmer durch den Wald. „Ich möchte, dass die Kinder die Scheu vor der Natur verlieren. Dass sie auf Entdeckertour gehen – und das mit allen Sinnen.“ Hören, fühlen, schmecken, sehen: All das sei im Wald möglich. Und nachzuschauen, was eigentlich unterm Stein so krabbelt, fänden alle spannend. Nicht nur Jungen übrigens. „In meinen Gruppen sind rund die Hälfte Mädchen.“

Auch ganz kleine: Denn schon bald fragten Eltern bei der Pädagogin an, ob sie nicht auch Vorschulkinder mitnehmen könnte. So entstand die Gruppe der Waldläufer für Ein- bis Dreijährige. Kann man mit so kleinen Kindern denn im Wald schon was anfangen? „Ach, was glauben Sie denn“, sagt Janina Peitz lachend. „Ich kann mich oft gar nicht entscheiden, was ich machen soll.“ Sie hat Fühlboxen vorbereitet, lässt die Kleinen Farben suchen oder wie Tiere laufen. Und picknicken: Das gehört auch immer dazu.

Allerdings mit strengen Wald-Regeln: Eine Mülltüte gehört zur Grundausstattung. „Wir lassen nichts liegen.“ Im Gegenteil: Es wird auch anderer Müll aufgesammelt. „Man wundert sich, was da alles zusammenkommt.“

In der Wittener Jägerschaft hat die Wetteranerin einen Partner für ihre Pläne gefunden: In der Waldschule auf dem Hohenstein finden Kinder der Spielgruppen Unterschlupf, wenn das Wetter zu garstig ist. Ein bisschen Niesel zählt nicht: „Regenklamotten an und raus – das macht Laune“, versichert die Fachfrau.

Die Kinder würden auchmotorisch gefördert

Sie ist überzeugt, dass das Spiel im Wald mehr ist als nur ein fröhlicher Zeitvertreib: Die Kinder würden nicht nur inhaltlich lernen, sondern auch motorisch gefördert. Außerdem seien die Waldgruppen letztlich auch ein Beitrag zum Umweltschutz. „Denn ich kann mich nur für das einsetzen, was ich kenne.“

Nach den Ferien gehen nun gleich drei Waldspielgruppen an den Start, „Buchenblatt“ startet Freitag, „Eichenstamm“ schon am Donnerstag. Außerdem bietet Janina Peitz drei Veranstaltungen zusammen mit der VHS an: Eine Naturrallye, eine Nachtwanderung für größere und eine Abendwanderung für kleine Kinder. Es sind noch Plätze frei.

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