Freizeit

Bad Laasphe: Ein Besuch bei der Ponyschule Kunterbunt

Gemeinsam Spiele auf dem Bad Laaspher Hof: Valerija Tschurikov (rechts) hilft in der Ponyschule mit aus und führt das Pony Alino über das Spielfeld, während Hanna auf ihm reitet.

Gemeinsam Spiele auf dem Bad Laaspher Hof: Valerija Tschurikov (rechts) hilft in der Ponyschule mit aus und führt das Pony Alino über das Spielfeld, während Hanna auf ihm reitet.

Foto: Ramona Richter

Bad Laasphe.  Nach wochenlanger Zwangspause dürfen die Kinder endlich wieder in die Ponyschule Kunterbunt. Ein Unterrichtsbesuch auf dem Hof in Bad Laasphe.

„Erster!“, hört man das kleine blonde Mädchen rufen. Clara, fünfeinhalb Jahre alt, aus Netphen, rennt zum „Buzzer“ am Rande des Spielfeldes – über den warmen Sand. Auf ihrem Kopf – ein pinkfarbiger Fahrradhelm. „Bzzzz“ – der „Buzzer“ brummt und eine neue Runde beginnt. Unter bunten Hütchen versteckt, befinden sich verschiedene Pferdefarben, die die insgesamt drei Kinder und ihre Eltern suchen müssen. Doch nicht alle Kinder laufen – eins sitzt immer auf dem kleinen Pony Alino.

Improvisation gefragt

Seit dieser Woche dürfen sie wieder die Ponyschule Kunterbunt besuchen. Wochenlang musste der Hof aufgrund der Pandemie geschlossen bleiben. Alles wie vorher? Nicht ganz, aber was geblieben ist, ist die Freude der kleinen Pferdefans, ihr Lachen, ihre Unbeschwertheit. In drei Teile ist das Feld aufgeteilt – je ein Kind spielt gemeinsam mit seinem Elternteil in einem Bereich. „Eigentlich wäre es ein Miteinander – ich mein, das ist es jetzt auch, nur eben auf Distanz. Es gibt so viele Spiele für eine Ponyschule, aber leider nicht für Corona-Zeiten“, sagt Nancy Ulbrich.

Seit dem 1. März 2019 führt die 37-Jährige die Ponyschule. Seit gut einem Jahr also vermittelt sie Pferdewissen von A bis Z und einiges mehr. „Bei der klassischen Reitschule steht das Reiten im Vordergrund. Bei mir das Pädagogische. Es geht um Gleichgewichtsübungen, um Koordination“, sagt sie und lacht. Mit der Ponyschule hat sich Nancy einen Traum erfüllt. Jetzt aber heißt es erst einmal improvisieren. Die Kurse hat die 37-Jährige aufgrund der Hygienevorschriften splitten müssen. „Im meinem Freitagskurs sind aktuell noch Plätze frei. Nicht alle wollen aufgrund der Pandemie kommen.“

Und noch etwas ist anders als sonst: Es herrscht Mundschutzpflicht. Aber erst ab sechs Jahren – Glück für die kleinen Reiter. Sie dürfen ohne Maske zu ihren Lieben. „Ich will auch wieder reiten!“, ruft Emma. Sie ist mit ihrer Zwillingsschwester Hanna aus Eschenburg-Wissenbach angereist. „Sie wollten beide schon länger reiten. Daher habe ich sie auch sofort, als ich auf Facebook die Ponyschule sah, hier angemeldet“, sagt Mutter Anna Kremer-Lemke. Auch Claras Mutter, Julia Mielke, hat im Internet von der Schule erfahren. „Sie liebt Pferde. Als unsere Nachbarn nun eins bekamen, fragte sie immer: Darf ich zu den Pferden? Da habe ich ein wenig im Internet gegoogelt. Für eine klassische Reitschule ist sie noch zu klein. Und hier hat sie echt viel Spaß.“

Gemeinsam wieder lachen

finanziere mir das mithilfe der Ponyschule. Corona bedingt ist das aktuell etwas schwierig.“ Dann darf sie sich Reitpädagogin Team Pony-Konzept nennen. Die 37-Jährige liebt die Arbeit mit den Kindern. „Ich hätte mir auch vorstellen können, als Kindergärtnerin zu arbeiten. Aber so kann ich mit Kindern und mit Pferden arbeiten. Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Kinder freuen und wie viel Spaß sie hier in der Ponyschule haben. Das gibt mir auch etwas zurück.“

Mit Pferden groß werden

Seitdem sie denken kann, hat Nancy Ulbrich mit Pferden zu tun. „Vor 15 Jahren ca. hatte ich dann mein erstes Pferd. Als nächstes kam dann eine Zuchtstute auf den Hof. So kam es, dass ich auch selber züchte. Das Interesse an Pferden habe ich nie aus den Augen verloren“, sagt sie. Insgesamt leben derzeit sieben Pferde auf dem Hof – zwei von ihnen werden für schulische Zwecke genutzt.

Pferde, die die Reitschüler gar nicht mehr verlassen wollen. „Wollt ihr sie noch sauber machen?“ – „Jaaaaaa“, rufen Clara, Emma und Hanna im Chor. Und schon geht es los. „Was ist das hier für eine Bürste?“, fragt Emma. „Ich möchte die Hufen sauberkratzen“, sagt Clara. Gut, dass neben Pony Alino auch Stute Scarlet im Stall bereit steht. Schnell werden Bürsten und andere Utensilien von den Kindern gegriffen.

Bürsten, Striegeln, Streicheln – die Kinder sind sichtlich froh, wieder in der Ponyschule zu sein. Und dann ist auch schon Schluss. „Aber ich möchte noch nicht gehen“, sagt Emma mit heruntergezogenen Mundwinkeln. Auch die anderen Mädchen würden gerne noch bleiben. Es ist eine Stunde, die den Kindern ein Stück Normalität zurückgibt, ein Lachen und die gemeinsame Zeit mit ihren Freundinnen und Lieblingstieren.

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