Prozess

Birkelbacher Serien-Bankräuber muss für 13 Jahre in Haft

Der wegen mehrerer Banküberfälle angeklagte Birkelbacher sitzt am Tag der Urteilsverkündung neben seinem Verteidiger Dr. Friedrich Schmidt auf der Anklagebank im Landgericht Limburg an der Lahn.

Der wegen mehrerer Banküberfälle angeklagte Birkelbacher sitzt am Tag der Urteilsverkündung neben seinem Verteidiger Dr. Friedrich Schmidt auf der Anklagebank im Landgericht Limburg an der Lahn.

Foto: Christoph Vetter

Limburg.  Der Familienvater, der eine Serie von Banküberfällen verübt hat, muss 13 Jahre ins Gefängnis. Unter Tränen verabschiedete er sich von seiner Familie.

Der wegen mehrerer Banküberfälle angeklagte Familienvater aus dem Erndtebrücker Ortsteil Birkelbach muss für 13 Jahre ins Gefängnis. Damit folgte das Landgericht Limburg der Forderung von Staatsanwältin Miriam Zeidlewitz. Mit gesenktem Kopf nahm der Angeklagte den Urteilsspruch entgegen.

Das Gericht bewertete das rückhaltlose Geständnis und die Kooperation des Angeklagten positiv. So habe es Abschläge auf die mögliche Höchststrafe von 15 Jahren gegeben.

Die schlimmen gesundheitlichen Folgen der Opfer fielen allerdings negativ ins Gewicht. Manche Opfer litten noch heute unter Panikattacke und seien erwerbsunfähig. Die einzelnen Taten versah das Gericht mit Strafen von neun Monaten bis siebeneinhalb Jahren. Addiert hätte sich so ein Strafmaß von 111 Jahren und drei Monate ergeben.

"Angeklagter verfügt über erhebliche kriminelle Energie"

Der Angeklagte habe sich der schweren räuberischen Erpressung sowie des schweren räuberischen Menschenraubs schuldig gemacht. Er verfüge über eine erhebliche kriminelle Energie. Mehr als 100 Opfer seien noch heute zum Teil schwer traumatisiert.

Eine Sicherungsverwahrung hielt Staatsanwältin Zeidlewitz nicht für angebracht. Aber sie sah in ihrem Plädoyer eine „bisher beispiellose Tatserie“ in einem Doppelleben, das der Birkelbacher über 16 Jahre lang seiner Familie und Freunden gegenüber verheimlicht hat. Das Geld (402.000 €) habe er für seinen Lebensunterhalt gebraucht und nicht, um in Saus und Braus zu leben, sagte Zeidlewitz. Die Taten hätten seine Hemmschwelle abgeschwächt und eine gewisse Hartnäckigkeit gezeigt.

Angeklagter entschuldigte sich unter Tränen

In seinem Schlusswort entschuldigte sich der Angeklagte abermals bei den Opfern. Unter Tränen und mit zitternden Händen verlas er seine Worte von einem handgeschriebenen zettel. Er habe den Opfern "furchtbares Leid zugefügt". Seine Taten seien seiner Hilflosigkeit und Verzweiflung geschuldet. Er wolle nie mehr Menschen in Angst versetzen. Er sei froh, dass sein altes Leben nun vorbei sei und bete, dass seine Opfer bald von ihren Schmerzen erlöst würden.

Er bat das Gericht um eine zweite Chance und wolle ein gutes Mitglied der Gesellschaft sein: "Ich möchte ehrlich sein auf dem Weg bis ans Lebensende." Der Angeklagte hofft auf eine Vollstreckung seiner Haft in einer „Heimat nahen“ Vollzugsanstalt. Das könnte eventuell Werl sein.

Unter Tränen verabschiedete sich der Birkelbacher im Gerichtssaal von seiner langjährigen Freundin.

Verteidiger Dr. Friedrich Schmidt stellte in seinem Plädoyer heraus, das Geständnis seines Mandaten wirke strafmildernd. Das Gericht müsse nun eine gerechte Strafe finden. Nach dem Urteil gab er zu Protokoll, dass sein Mandant das Urteil nun erst einmal "sacken lassen" müsse. Eine mögliche Revision ließ er offen.

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