Verkehr

Busbahnhof Bad Laasphe wird zur „Mobilstation“ ausgebaut

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) an der Bahnhofstraße in Bad Laasphe – er soll demnächst zur „Mobilstation“ ausgebaut werden.

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) an der Bahnhofstraße in Bad Laasphe – er soll demnächst zur „Mobilstation“ ausgebaut werden.

Foto: Stadt Bad Laasphe

Bad Laasphe.  Günter Padt, Geschäftsführer Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS), wird die Planungen am Mittwoch im Bauausschuss präsentieren. 

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Per Zug oder Bus, mit Fahrrad, Taxi oder Auto von A nach B – diese Möglichkeiten an einem zentralen Punkt sinnvoll miteinander zu verknüpfen, um Reisenden ein passgenaues Verkehrsangebot zu unterbreiten, das ist Ziel sogenannter Mobilstationen. Zu solch einer Station soll nun auch der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) an der Bahnhofstraße in Bad Laasphe ausgebaut werden.

Die Auftraggeber

Gemeinsam mit dem Nachbarkreis Olpe hat der Kreis Siegen-Wittgenstein den Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) beauftragt, mehrere solcher Stationen in beiden Kreisen zu entwickeln und zu errichten. Inzwischen sind die ersten Planungen dazu abgeschlossen.

Die Prüfung

Mit Vertretern der Bad Laaspher Stadtverwaltung hat ein Projektteam den Bahnhof in den vergangenen Monaten ganz genau unter die Lupe genommen und geprüft, welche Mindestausstattungselemente einer Mobilstation schon vorhanden sind – und wo noch nachgerüstet werden muss. Das Ergebnis: der jetzige ZOB besitzt bereits viele Ausstattungselemente von hoher und mittlerer Notwendigkeit, erfüllt die Mindeststandards einer Mobilstation aber noch nicht zu 100 Prozent.

Die fehlenden Elemente

Nicht vorhanden sind beispielsweise eine Ladestation für E-Autos, ein Taxi-Stand, Bike+Ride-Boxen zum sicheren Unterstellen von Fahrrädern oder auch dynamische Fahrgast-Informationen für den Busverkehr, die mittels elektronischer Anzeigetafeln eine Übersicht über die aktuell angebotenen Fahrten inklusive Fahrplan-Änderungen geben. All diese Dinge sollen durch den ZWS in naher Zukunft noch installiert werden. Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbandes, wird die Pläne zum Ausbau des ZOB Bad Laasphe in der nächsten Sitzung des Bau-, Denkmal- und Umweltausschusses am Mittwoch, 13. November, im Bad Laaspher Rathaus vorstellen. Der öffentliche Teil beginnt um 17.30 Uhr.

Die neuen Standorte

Konkret soll die Ladesäule für E-Autos im Bereich des vorhandenen Park+Ride-Parkplatzes aufgebaut werden. Hinter dem Parkplatz sollen insgesamt sechs Bike+Ride-Boxen auf zwei Ebenen Platz finden. Einen möglichen Standort für Taxis verorten die Planer zwischen den Bussteigen und dem Parkplatz. Eine Wegweiser-Stele für die Mobilstation mit integrierter dynamischer Panoramatafel für Fahrgast-Informationen soll am Übergang vom ersten zum zweiten Bahnsteig entstehen – und Gepäckschließfächer könnten unter Umständen ins Bahnhofsgebäude integriert werden. Außerdem soll der Bahnhof einen Reliefplan für Blinde und Sehbehinderte und ein Anschluss-Sicherungssystem erhalten.

Die Kosten

Die Kosten für all diese Maßnahmen werden sich nach den bisherigen Planungen auf rund 177.500 Euro belaufen. Sie sollen einerseits durch Eigenanteile des ZWS und andererseits durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln gedeckt werden, sodass nach derzeitigem Stand keine finanzielle Belastung für die Lahnstadt entsteht.

Das sagt die Verwaltung

Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann und Marcus Winkeler, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen, freuen sich über die geplante Aufwertung des ZOB zum Nulltarif: „Das ist in mehrfacher Hinsicht ein großer Gewinn für Bad Laasphe. Das Mobilitätsangebot für unsere Bürger und Besucher wird nach dem gelungenen Umbau des Bahnhofs im Jahr 2013 nochmals verbessert und stellt eine Attraktivitätssteigerung unserer Stadt und des ÖPNV dar, was gerade in Zeiten von Klimakrisen und Nachhaltigkeitsdebatten ein entscheidender Faktor ist.“

Die geplante Umsetzung

Ziel ist es, die entwickelten Maßnahmen bis zum 31. Januar 2020 beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe für das Förderjahr 2020 und beim Land NRW für das Förderjahr 2020/21 anzumelden. Eine Umsetzung der Pläne könnte dann im Jahr 2021 erfolgen.

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