Epidemie

Coronavirus: Osterfeuer in Wittgenstein dürfen nicht brennen

Traditionelle Osterfeuer wie das der Kyffhäuser auf dem Kriegerplatz in Bad Berleburg hier im Bild locken viele Besucher. In diesem Jahr wird das jedoch wohl nicht möglich sein.

Traditionelle Osterfeuer wie das der Kyffhäuser auf dem Kriegerplatz in Bad Berleburg hier im Bild locken viele Besucher. In diesem Jahr wird das jedoch wohl nicht möglich sein.

Foto: Peter Kehrle

Wittgenstein.  Kommunen verbieten derzeit öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel. Die Regeln für den Rückbau der Osterfeuer sind indes unterschiedlich.

Osterfeuer – werden sie in diesem Jahr trotz der Corona-Krise brennen? Und wie ist mit bereits aufgeschichteten Holzstapeln für das Ereignis umzugehen? Eine Nachfrage in den Wittgensteiner Rathäusern zeigt: Die Regeln sind durchaus unterschiedlich. In Arfeld soll die Tradition des Osterfeuers nachgeholt werden.

Bad Berleburg

Mit Blick auf die geplanten Osterfeuer in den Ortsteilen hat der Stab für außergewöhnliche Ereignisse im Bad Berleburger Rathaus festgestellt, dass „diese öffentlichen Charakter haben und somit ebenfalls untersagt sind“. Aber: „Das Abbrennen der bisher aufgehäuften Feuer im Vorfeld der ursprünglich geplanten Veranstaltungen ist gestattet und muss von einer oder maximal zwei Personen beaufsichtigt werden.“

Die Burschenschaft in Arfeld hat ihre Vereinsaktivitäten ohnehin bis auf Weiteres abgesagt – also findet auch das Osterfeuer, das für Ostersamstag geplant war, nicht statt. Vorerst. „Wir verhalten uns so, wie es empfohlen wird und haben Vertrauen“, sagt Schriftführer Tobias Beitzel. Dennoch hofft er, dass das Osterfeuer zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden kann: „Wenn die Lage wieder okay ist, kann man das ja vielleicht auch außerhalb des Ostersamstags machen.“ Denn in das Osterfeuer sei einiges an Vorbereitung geflossen. „Es liegt viel Holz bereit“, so Beitzel.

Bad Laasphe

Für die bereits aufgeschichteten Osterfeuer im Bad Laaspher Stadtgebiet gelte derzeit der generelle Erlass der NRW-Landesregierung, der auch Veranstaltungen unter freiem Himmel verbiete, so Stadt-Pressesprecherin Ann-Kathrin Müsse. Laut Ordnungsamt der Stadt seien die traditionellen Osterfeuer als öffentliche Veranstaltungen abgesagt.

Sollte es aber „schon aufgeschichtete Holzstapel geben“, rate die Stadtverwaltung den Veranstaltern davon ab, diese wieder zurückzubauen, „da dies im Regelfall nur mit mehreren Personen leistbar ist und soziale Kontakte sowie Menschen-Ansammlungen ja generell zu vermeiden sind“. Aber auch vom kontrollierten Abbrennen sollte Abstand genommen werden, „da dies die Begehrlichkeit wecken könnte, sich doch um das Feuer zu versammeln“.

Konkret empfiehlt die Bad Laaspher Stadtverwaltung laut Müsse, „aufgeschichtete Stapel so lange wie möglich stehen zu lassen – natürlich unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflicht“. Sollte es dabei Probleme geben, können und sollten sich die Veranstalter mit dem Ordnungsamt der Stadt Bad Laasphe telefonisch unter Tel. 02752/909-136 oder -134 oder auch via E-Mail an a.rothenpieler@bad-laasphe.de oder m.schmidt@bad-laasphe.de in Verbindung setzen.

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Erndtebrück

Zum aktuellen Zeitpunkt dürften eigentlich noch gar keine Osterfeuer errichtet worden sein, heißt es aus dem Erndtebrücker Rathaus. Denn: „Aus tierschutzrechtlichen Gründen sind Osterfeuer erst zeitnah vor der Veranstaltung zusammenzutragen und gegebenenfalls kurzfristig nochmal umzuschichten.“ Soweit sie aber bereits errichtet worden seien, „sind die Osterfeuer – jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt – wieder abzubauen“.

Ein vorzeitiges Abbrennen der bereits errichteten Osterfeuer unter Aufsicht der Feuerwehr komme nicht in Betracht, so die Gemeindeverwaltung, „da die Feuerwehr aufgrund der aktuellen Situation angehalten ist, sich zur Sicherstellung ihrer Einsatzbereitschaft lediglich auf den Einsatzdienst zu beschränken“.


Osterfeuer-Unfall in Berghausen: Kripo vernimmt Zeugen

Nach dem Unfall beim Osterfeuer-Aufbau in Berghausen Anfang März, bei dem ein 16-jähriges Mädchen schwer verletzt worden war, gehen die Ermittlungen des Bad Berleburger Kriminalkommissariats weiter. Unter anderem werden mehrere Zeugen vernommen. Ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung war bereits eingeleitet worden, doch zu den „Verantwortlichkeiten im strafrechtlichen Sinn“ kann die Kripo zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Bereits kurz nach dem Unfall hatten sich die Ermittler selbst ein Bild vom Unglücksort gemacht. Demnach sollte auf dem Gelände in der Nähe des Berghäuser Sportplatzes ein Gestell aus Holzstämmen errichtet werden. Beim Aufbau stürzte das Konstrukt jedoch plötzlich ein und verletzte eine 16-jährige Helferin schwer, so die Polizei. Rettungskräfte brachten die Jugendliche mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus.

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