Neujahrskonzert

Philharmonie Südwestfalen serviert prickelnden Cocktail

Die Philharmonie Südwestfalen im Bürgerhaus Bad Berleburg. Für Chefdirigent Charles Olivieri-Munroe ist es die letzte Saison.

Foto: Privat

Die Philharmonie Südwestfalen im Bürgerhaus Bad Berleburg. Für Chefdirigent Charles Olivieri-Munroe ist es die letzte Saison. Foto: Privat

Bad Berleburg.  Philharmonie Südwestfalen stimmt das Bad Berleburger Publikum auf das neue Jahr ein. Sopranistin Jeanette Wernecke glänzt auch als Moderatorin

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Fast so sicher wie Weihnachten ist das Neujahrskonzert der Kulturgemeinde Bad Berleburg zum Jahresbeginn. Längst ist es ausverkauft und unterstreicht, wie sehr dieser Termin in den letzten Jahrzehnten gleichermaßen musikalischer Genuss und gesellschaftliches Ereignis geworden ist.

Hier trifft man sich zum ersten Mal im neuen Jahr, ruft sich gute Wünsche zu, trinkt ein erstes Gläschen miteinander und genießt, was Solistin, Dirigent und Orchester präsentieren. Den programmatischen Auftakt machte aber der 1. Vorsitzende der Kulturgemeinde, Andreas Wolf, der in seiner kurzen Begrüßung Richard von Weizsäcker zitierte: „Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert.“ In diesem Zusammenhang bedankte er sich bei all denen, die den Erhalt des Orchesters ermöglichten, das gerade erst mit einem beeindruckenden Konzert seinen 60. Geburtstag feiern konnte.

Romantische Unterhaltungsmusik

In diesem Jahr hatte die Philharmonie ein Fest der romantischen Unterhaltungsmusik im Gepäck. Operetten-Ouvertüren, Arien, Polkas, Mär­sche und Walzer ließen das Publikum bereits bei den ersten Tönen beseelt und beschwingt mit den Füßen wippen.

Ein besonderer Coup gelang mit der Verpflichtung der Sopranistin Jeanette Wernecke, die kundig, humorvoll und mit „Schmiss“ durch das Programm führte, immer wieder musikalische Anekdoten zu den Stücken erzählte und natürlich auch Charles Olivieri-Munroe immer wieder ins Gespräch zog. Schließlich ist es seine letzte Saison als Chefdirigent der Philharmonie – und da bietet sich eine kleinere Rückblende geradezu an.

Leckerer Cocktail

Gemeinsam boten die Mitwirkenden auf der Bühne einen ausgesprochen abwechslungsreichen, prickelnden und leckeren Cocktail. Programmatisch zu Beginn die Ouvertüre „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss (Sohn), die von besinnlichen Stellen bis hin zum Walzer sozusagen das Spektrum des Abends in einem Stück andeutete. Geradezu auf den Leib geschrieben schienen Jeanette Wernecke die Arien „Mein Herr Marquis“ aus der Fledermaus, „Strahlender Mond“ aus dem Vetter aus Dingsda oder „Art is calling me“ von Victor Herbert bei denen sie sowohl ihr gesangliches als auch ihr komisches Talent ausspielen konnte.

Beim Orchester-Programm stach die Fassung von Chopins Revolutionsetüde von Anze Rozman heraus, der mit diesem Stück 2010 einen Kompositionswettbewerb gewann. Als offizieller Programmschluss waren die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Johann Strauß natürlich ein erwarteter Klassiker. Insgesamt ein runder Abend mit viel Spielfreude, der das Publikum zu begeistern wusste. Und erst nach dem obligatorischen Radetzky-Marsch als dritte Zugabe konnte das letzte Bad Berleburger Konzert mit Olivieri-Munroe als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen beendet werden.

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