Gericht

Trunkenheit: mit 2,0 Promille auf Hauptstraße eingeschlafen

Das dreimonatige Fahrverbot bezieht sich auch auf den 25er-Roller, für den Verkehrsteilnehmer normalerweise keinen Führerschein benötigen.

Das dreimonatige Fahrverbot bezieht sich auch auf den 25er-Roller, für den Verkehrsteilnehmer normalerweise keinen Führerschein benötigen.

Foto: David Ebener

Elsoff/Bad Berleburg.   Ein 55-jähriger aus Bromskirchen fuhr stark angetrunken mit seinem Roller durch Elsoff. 2500 Euro Geldstrafe und dreimonatiges Fahrverbot.

Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr verurteilte das Amtsgericht Bad Berleburg ein 55-jährigen Mann aus Bromskirchen zu einer Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro (100 Tagessätze à 25 Euro). Zusätzlich wird ihm für den Zeitraum von drei Monaten ein Fahrverbot auferlegt sowie eine 18-monatige Führerscheinsperre.

Die Tat

Im August letzten Jahres war der angeklagte Frührentner zu einer Jubiläumsfeier in einer Elsoffer Gaststätte eingeladen. Laut Anklageschrift sei er später von dort aus mit seinem Motorroller wenige Hundert Meter weitergefahren – obwohl er für den 45er-Roller keine Fahrerlaubnis besaß und stark alkoholisiert war. Eine Taxifahrerin hatte den 55-Jährigen bei einer ihrer Touren schließlich schlafend mitten auf der Fahrbahn entdeckt, den Roller neben ihm liegend. Daraufhin verständigte sie die Polizei, die den Angeklagten erst auf die Wache nach Bad Berleburg und später ins Krankenhaus brachte, um ihm eine Blutprobe zu entnehmen. Das Ergebnis: 2,0 Promille.

Widersprüchliche Aussagen

„Da muss mir jemand chemische Substanzen verabreicht haben, die mich willenlos gemacht haben, so dass ich zur Bierflasche gegriffen habe“, sagte der Angeklagte. Eigentlich habe er nur Cola und Wasser getrunken, lebe generell abstinent, nachdem er bei seiner letzten Verurteilung wegen Trunkenheit im Straßenverkehr sich einem regelmäßigen Abstinenzcheck unterziehen muss. Polizeibeamter Ralf Müsse, der in der Tatnacht den Angeklagten zur Wache gebracht und vor Gericht als Zeuge geladen war, konnte diese Aussage allerdings nicht stützen: „Er hat auf der Rückfahrt erzählt, dass er Bier getrunken habe. Und mehrmals erwähnt, dass er Mist gebaut habe.“

Gefahren sei er aber nicht – „zumindest kann ich mich daran nicht erinnern“, so der 55-Jährige noch zu Anfang. Im weiteren Verlauf der Beweisaufnahme relativierte er jedoch auch diese Aussage: „Ich muss ja wohl gefahren sein.“ Offenbar hat das Beweis-Handyfoto der Taxifahrerin einen Meinungsumschwung beim Angeklagten bewirkt.

Das Fahrverbot

Da der 55-Jährige über keinen Führerschein verfügt, ist er nur berechtigt Motorroller bis 25 km/h zu fahren. Ob er in der Tatnacht tatsächlich einen 45er-Roller gefahren ist, konnte das Gericht am Dienstagmorgen nicht eindeutig klären und entschied somit den Anklagepunkt des Fahrens ohne Fahrerlaubnis fallen zu lassen und das Urteil nur für die fahrlässige Trunkenheit im Straßenverkehr zu fällen. Das dreimonatige Fahrverbot bezieht sich jetzt übrigens auch auf 25er-Motoroller.

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