Videotalk / Folge 145

Corona: Muss der Chef künftig meinen Impfstatus wissen?

Lesedauer: 3 Minuten
cv19 -Chefvisite / Folge 145

cv19 -Chefvisite / Folge 145

Wer darf künftig mit wem zusammen arbeiten? Sichere Arbeitsplätze für Genesene, Geimpfte und Getestete - der Gesetzgeber muss dafür nun Regeln schaffen, fordert der Chef der Essener Uniklinik, Prof. Werner.

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Essen.   Im Videocast: Sichere Arbeitsplätze für Genesene, Geimpfte und Getestete - wie soll das gehen? Und: So entsteht in der Pandemie ein Shitstorm.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, fordert von der Politik klare Regeln für die Zusammenarbeit von Geimpften und Ungeimpften im Betrieb. So müsse die Frage beantwortet werden, ob der Arbeitgeber zum Beispiel verpflichtet sei, „bei Nicht-Einverständnis zur Testung alternative Arbeitsplätze anzubieten“, sagt Werner in unserem täglichen Videocast „19 – die Chefvisite“.

Wieviel muss der Chef über meinen Impfstatus wissen?

Es müsse festgelegt werden, ob Geimpfte und Nicht-Geimpfte voneinander getrennt ihre Pausen verbringen sollten, wenn sie „ohne Maske essen oder Kaffee trinken“. Ein weiterer Punkt für den Klinikchef: „Kann ich als Arbeitgeber meine Beschäftigten auffordern, mich kontinuierlich über den Status ihrer Immunisierung zu informieren?“ Solche „Unklarheiten aussitzen zu wollen, ist für alle Gruppen unbefriedigend“, mahnt Werner. Dies seien nur einige Beispiele für den großen Regelungsbedarf im betrieblichen Alltag, dem sich die Politik jetzt stellen müsse.

Shitstorm gegen den Klinikleiter

Wie sehr das Thema polarisiert, hat der Mediziner selbst erlebt: Nachdem er bei „19 – die Chefvisite“ über das absehbare Spannungsfeld zwischen Geimpften und Ungeimpften gesprochen hatte, geriet Werner in einen Shitstorm im Internet. Ihm sei mit „Nürnberger Prozessen“ gedroht worden, „man vergesse nie“. Auf der anderen Seite seien „absurde Forderungen“ erhoben wurden, etwa Arbeitslager für Ungeimpfte.

Social-Medie-Expertin hatte Zoff mit Jüngern des Elon Musk

„Man kann sich wehren“, ist die Unternehmerin und Social-Media-Expertin Tijen Onaran überzeugt. In der Sendung berichtet sie von einer persönlichen Auseinandersetzung mit Tesla-Gründer Elon Musk auf Twitter. „Die Elon-Musk-Liebenden haben mich gehasst“, beschreibt Onaran den Shitstorm nach dem Zoff. Sie betont, dass eine „gesunde digitale Distanz“ nötig sei und Menschen im privaten Umfeld, „mit denen man darüber reden kann“. Hilfe böten auch Organisationen wie die Beratungsstelle „HateAid“.

Onaran, die sich für die Gleichstellung von Frauen einsetzt, hat festgestellt, dass es bei Kritik an Frauen im Netz „sofort sexistisch wird und auf Äußerlichkeiten geht“. Einen „Maulkorb“ sollte sich dadurch niemand verpassen lassen denn: „Wir brauchen Leute, die ihre Meinung sagen und dazu stehen“, so Onaran.

>>> Mehr Infos zur "Chefvisite":

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 9. Juni, ist der Bonner Virologe Prof. Hendrik Streeck als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Eine Sammlung der bisherigen Sendungen gibt's auf der Themenseite zur "Chefvisite"

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