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Corona-Überblick

Corona in NRW: Nur 25 Infektionen in Euskirchener Freikirche

Masken: Warum eine freie Nase das Infektionsrisiko erhöht

China und Corona: Kann man Studien aus dem Land trauen? Welche Rolle spielt die Nase bei der Übertragung? Virologe Prof. Dittmer im Interview.

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Essen.  Entwarnung in Euskirchen: Befürchtete Einschränkungen vom Tisch. Mögliche Sperrstunde in der Düsseldorfer Altstadt. Corona in NRW im Überblick.

  • Abstands- und Maskenpflicht bleiben wohl bis über den 15. Juli hinaus bestehen. Insgesamt werden die Corona-Regelungen in NRW weiter gelockert: Was in NRW erlaubt ist und was nicht.
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Corona in NRW - Sperrstunde in der Düsseldorfer Altstadt bei zu hohen Infektionszahlen

Düsseldorf hat weiter mit hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Die Düsseldorfer Stadtverwaltung hat deshalb am Freitag einen neuen Drei-Stufen-Plan vorgestellt, um auf einen möglichen erneuten Anstieg der Sieben-Tages-Inzidenz zu reagieren. Bei zu hohen Infektionszahlen soll es eine Sperrstunde in der Düsseldorfer Altstadt geben.

Ab einem Wert von 30 wird Musik in Gaststätten ab 0 Uhr verboten und es gilt ein Verweilverbot und ein Verbot für den Außerhausverkauf von Getränken. Steigt der Wert auf 40 gilt ab 1 Uhr eine Sperrstunde und ab einem Wert von 50 wird die Besucherzahl von Restaurants begrenzt. Am Donnerstag lag die Inzidenz nur noch bei 11, so Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels.

Entwarnung in Euskirchen: Nur 25 Infektionen in Mennoniten-Gemeinde

Nach weiteren niedrigen Infektionszahlen aus der Euskirchener Mennoniten-Gemeinde sind die befürchteten Einschränkungen im Kreis Euskirchen vom Tisch: Von den neuen rund 220 Corona-Testergebnissen waren nach Angaben des Kreises von Freitag elf positiv. Die Quarantäne für alle negativ Getesteten werde damit aufgehoben, sagte der Sprecher des Kreises Euskirchen Wolfgang Andres.

Insgesamt seien 870 Mitglieder der mennonitischen Gemeinde getestet worden und Menschen aus dem direkten Umfeld. Davon seien insgesamt 25 positiv. Damit seien die Tests abgeschlossen. Weitere Details wollte die Behörde später mitteilen.

Der knapp 200.000 Einwohner zählende Kreis Euskirchen würde schon bei fast 100 Infizierten eine entscheidende Marke erreichen: Ab dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen könnten Einschränkungen im öffentlichen Leben wie zuletzt in den Kreisen Warendorf und Gütersloh drohen.

Kriminalität in der Corona-Krise - die Bilanz von NRW-Innenminister Herbert Reul

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zieht aus polizeilicher Sicht eine vorläufige Bilanz zur Kriminalitätsentwicklung während der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zu Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung des Landes. Die wichtigsten Infos:

  • Die Gesamtkriminalität ist seit Beginn der Corona-Krise rückläufig. Zwischen Anfang März und Ende Juni gab es 365.676 Strafanzeigen, mehr als 100.000 weniger als im Vorjahreszeitraum, ein Minus von rund 23 Prozent.
  • Die Zahl der Einbrüche ging um 30 Prozent zurück, die der Raubdelikte um 26 Prozent, die der Taschendiebstähle um 39 Prozent.

  • Die Zahlen bei Straftaten gegen ältere Menschen sanken um elf Prozent, Fälle von häuslicher Gewalt um 21 Prozent.
  • Es handele sich um vorläufige Zahlen, betonte Reul. Eine endgültige Bilanz gebe es erst mit der Veröffentlichung der polizeilichen Kriminalstatistik im kommenden Jahr.
  • Es gibt tausende Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung. Dabei sind die Personalien von rund 50.000 Menschen aufgenommen worden. Mehr als 14.000 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und mehr als 900 Strafanzeigen schrieb die Polizei. Große Probleme gab es unter anderem am Oster-Wochenende. Mit Beginn der Lockerungen sank die Zahl der Verstöße. Mitte Juni gab es dann wieder eine Zunahme. So gab es illegale Versammlungen unter anderem auf einer Rheinfähre in Düsseldorf und bei einer Rave-Party in Essen mit mehreren hundert Teilnehmern.

  • Ein Polizist ist an den Folgen einer Virus-Infektion gestorben. Konkrete Angaben zur Zahl von der Erkrankten wurden nicht gemacht, sie sollen aber sehr niedrig sein. Die NRW-Polizei hatte teilweise auf ein Zwei-Schichten-Modell umgestellt, um auch nach einem möglichen Ausbruch dauerhaft einsatzfähig bleiben zu können, und unter anderem Kripo-Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten lassen.
  • Durch falsche Anträge auf Corona-Soforthilfe sind bislang rund fünf Millionen Euro Schaden entstanden. Dies müsse man aber in Relation zur Gesamtauszahlung von 4,5 Milliarden Euro sehen.
  • Im Kreis Gütersloh halfen 900 Polizisten nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies aus.

Große Feste in NRW weiter verboten - auch Clubs und Discos bleiben zu

Das Land NRW hat das Verbot für bestimmte Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. Oktober verlängert. In der neuen Coronaschutzverordnung werden als „große Festveranstaltungen“ konkret Volksfeste, Stadt-, Dorf- und Straßenfeste, Schützenfeste und Weinfeste genannt. Andere Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen können bei bestimmten Hygiene- und Abstandsvorgaben erlaubt werden.

Bund und Länder hatten sich bereits Mitte Juni auf die Verlängerung des Verbots geeinigt. Mit der neuen Verordnung ist es in NRW jetzt rechtskräftig.

Auch für Clubs und Diskotheken in NRW gilt weiterhin das aktuelle Betriebsverbot zum Schutz vor Corona. Das hat das Oberverwaltungsgericht am Mittwoch nach der Klage einer Kölner Diskotheken-Betreiberin entschieden. Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Land annehme, dass in Clubs und Diskotheken ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Besucher hielten sich dort dicht aneinander gedrängt auf oder tanzten - und das in üblicherweise schlecht belüfteten Räumen und bei häufig wechselnden Gästen.

Das OVG geht auch nicht davon aus, dass die Einhaltung des Mindestabstands und das Tragen einer Gesichtsmaske bei einer Öffnung von Clubs und Diskotheken realistisch wäre. Die branchenweite Untersagung des Betriebs nach der Coronaschutzverordnung NRW sei daher rechtlich nicht zu beanstanden. Die Antragstellerin hatte argumentiert, dass die fortdauernde Anordnung der Betriebsschließung ohne angemessenen finanziellen Ausgleich rechtswidrig sei. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Corona: So entwickeln sich die Infektionszahlen in NRW und Deutschland

Wie entwickelt sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in diesen Tagen? Sie steigt weiter, aber langsamer. Die Statistiken finden Sie in unserem Monitor für Nordrhein-Westfalen und im Überblick für ganz Deutschland mit allen Details.

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