Update vor 13 Min.
Corona-Pandemie

Aktuelle Corona-Regeln in NRW: Wo jetzt 2G, 2Gplus, 3G gilt

| Lesedauer: 7 Minuten
Neue Coronaregeln in NRW treten am Mittwoch in Kraft

Neue Coronaregeln in NRW treten am Mittwoch in Kraft

Am 24. November treten in NRW schärfere Coronaregeln in Kraft. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann informierte über die Maßnahmen.

Beschreibung anzeigen

Essen/Düsseldorf.   Die neue Corona-Schutzverordnung sorgt in NRW für Einschränkungen. Arbeitsplatz, Einzelhandel, Gastronomie: Hier gilt jetzt 2G, 2Gplus und 3G.

  • Die neue Corona-Schutzverordnung in NRW ist am Mittwoch, 24. November, in Kraft getreten. Sie sieht weitreichende Einschränkungen für Ungeimpfte vor.
  • NRW-Gesundheitsminister Laumann (CDU) kündigte im Landtag an, dass bald auch Kinder ab fünf Jahren geimpft werden können sollen.
  • Beim Corona-Gipfel am 2. Dezember haben Bund und Länder weitere Verschärfungen beschlossen.

ACHTUNG: Nach den gemeinsamen Beschlüssen von Bund und Ländern am 2. Dezember wird NRW etwa Bars, Clubs und Diskotheken möglicherweise schließen. Außerdem soll auch im Einzelhandel die 2G-Regel greifen (außer für den täglichen Bedarf). Die für NRW gültigen Regeln, also die Corona-Schutzverordnung, wird derzeit überarbeitet.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, wird in Nordrhein-Westfalen seit dem 24. November weitgehend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Das hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei der Vorstellung der neuen Corona-Schutzverordnung deutlich gemacht. Davon ausgeschlossen sind alle Kinder und Jugendlichen bis zum Alter von einschließlich 15 Jahren sowie alle Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

„Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften“, stellte Laumann klar. Ein überwiegender Teil der Behandelten auf den Intensivstationen sei nicht immunisiert. Ungeimpften bliebe ab Mittwoch in NRW ein großer Teil des gesellschaftlichen Lebens verschlossen. „Es ist nicht verantwortbar, sich nicht impfen zu lassen“, machte Laumann deutlich.

Seit Mittwoch, 24. November, gilt für den gesamten Freizeitbereich 2G. Diese Regel hatte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bereits in der Vorwoche angekündigt. Wer ins Kino, zum Sport, ins Stadion, auf den Weihnachtsmarkt, ins Restaurant oder ins Theater möchte, muss geimpft oder genesen sein.

Wo seit dem 24. November 2G gilt:

(Geimpft oder genesen)

  • Im gesamten Freizeitbereich, also etwa in Stadien, Restaurants und im Kino.
  • Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Theater.
  • Tierparks, zoologische Gärten, Freizeitparks.
  • Schwimmbäder und Wellness-Einrichtungen.
  • Auf Weihnachtsmärkten und Volksfesten wird zusätzlich zu 2G eine Maskenpflicht empfohlen – überall dort, wo Menschenansammlungen nicht zu vermeiden sind.
  • Körpernahe Dienstleistungen mit Ausnahme von Friseuren und medizinischen Diensten wie Fußpflege.
  • Touristische Übernachtungen und Busreisen.

Wo seit dem 24. November 2Gplus gilt:

(geimpft oder genesen plus ein negativer Test)

  • Private Feiern mit Tanz.
  • Clubs, Diskotheken.
  • Tanz- , Karnevals- oder vergleichbare Brauchtumsveranstaltungen wie Schützenfeste.
  • Bordelle, Swingerclubs und ähnliche Einrichtungen.

Wo seit dem 24. November 3G gilt

(geimpft, genesen oder negativ getestet)

  • Versammlungen im Freien mit mehr als 2500 Menschen, wenn die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 Meter gewährleistet werden kann.
  • Für Sportler im Amateur- und Profisport ().
  • Messen und Kongresse.
  • Hochschulen und Universitäten, Bildungsangebote.
  • Angebote der Jugendsozialarbeit.
  • Kontaktlose Ausleihe und Rückgabe in Bibliotheken. Nur für den Zutritt in Hochschulbibliotheken gilt für Hochschulangehörige die 3G-Regel.
  • Beerdigungen und standesamtliche Trauungen.
  • Sitzungen politischer Gremien.
  • Nicht touristische Übernachtungen - etwa aus beruflichen Gründen. Dabei müssen nicht immunisierte Personen am Tag der Anreise und erneut nach jeweils vier Tagen einen Coronatest vorlegen.
  • Friseur und medizinische Fußpflege.

Kontrolliert werden müssen die Nachweise von den jeweiligen Verantwortlichen der Angebote. Zur Überprüfung soll dabei die vom Robert-Koch-Institut herausgegebene CovPassCheck-App verwendet werden. „Zudem ist mindestens im Rahmen angemessener Stichproben auch ein Abgleich der Nachweise mit einem amtlichen Ausweispapier vorzunehmen“, heißt es in der aktualisierten Coronaschutzverordnung, die das Land hier als PDF zum Download anbietet.

Wer gegen die neue Verordnung verstößt, dem drohen ab sofort saftige Bußgelder – wer sich etwa nicht an die Maskenpflicht hält, kann künftig mit 150 Euro statt bislang 50 Euro zur Kasse gebeten werden.

Laumann kritisierte das Bundesgesundheitsministerium dafür, dass Zahnärzte noch immer nicht impfen dürften. Dafür habe er sich seit Beginn der Impfkampagne stark gemacht: „Wir sollten allen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit zum Impfen geben“, sagte Laumann. Jede Woche müssen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Nordrhein-Westfalen rund 600.000 Corona-Auffrischungsimpfungen verabreicht werden. Anders als im Frühjahr gebe es jetzt genügend Impfstoff.

Bisher haben nach Angaben des Ministeriums in NRW fast 1,4 Millionen Menschen eine Booster-Impfung bekommen. Bis Ende März stehen rechnerisch noch weitere knapp elf Millionen Auffrischimpfungen an.

In NRW sind 71,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Bei der Frage nach einer Impfpflicht verwies Laumann auf die derzeit laufenden Prüfungen auf Bundesebene. Die Diskussion sei richtig und müsse geführt werden. „Diese Diskussion sollten wir uns gönnen, um eine gesellschaftliche Akzeptanz dafür herzustellen. Eines ist klar: Wenn wir die Pandemie nicht in den Griff kriegen, erleben wir das, was wir in diesem Winter erleben, im nächsten Winter nochmal. Das sollten wir vorher in den Griff bekommen.“

Gleichwohl könne sich NRW mit der Durchimpfung von 71,7 Prozent (Stand: 29.11.) sehen lassen - im Vergleich zu manchen anderen Bundesländern, in denen nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung immunisiert sei.

Maskenpflicht kehrt an Schulen in NRW zurück

Während das Land Brandenburg die Präsenzpflicht an Schulen ausgesetzt hat, kommt dieser Schritt in NRW derzeit noch nicht in Frage. Man müsse aber schauen, wie sich die Infektionslage in den nächsten Wochen entwickele, sagte Gesundheitsminister Laumann. Die Impfquote in NRW sei vergleichsweise gut, weswegen die Zahlen noch keine Maßnahmen wie die Aufhebung der Präsenzpflicht erforderten.

„Es ist gut, dass das von Land zu Land entschieden wird“, sagte Laumann. Die Maskenpflicht im Unterricht wird indes wieder eingeführt. Das erklärte NRW-Schulministerin Gebauer am Montag, 29. November. Zwischenzeitlich war die Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes an Schulen in NRW aufgehoben worden. Diese Entscheidung ist vielerseits scharf kritisiert worden.

In NRW sind eine Million Beschäftigte ungeimpft

Die tägliche Organisation und Kontrolle der Schnelltests von ungeimpften Beschäftigten dürfte auch NRW vor eine logistische Meisterleistung stellen: Rund eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in NRW sind nicht geimpft - sie müssen nun täglich getestet werden. Die Arbeitgeber haben ein Anrecht darauf zu erfahren, ob ihre Beschäftigten geimpft sind.

Auch NRW-Politiker sind aufgeschlossen für Impfpflicht

Auch eine Impfpflicht in NRW scheint in der aktuellen vierten Corona-Welle nicht mehr ausgeschlossen. Mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sprach sich ein weiteres Kabinettsmitglied dafür aus: „Mir ist, wie Joachim Stamp, eine Impfpflicht lieber als Schulen, Handel und Kultur erneut zu schließen.“ Zuvor hatten Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und sein Stellvertreter Joachim Stamp (FDP) signalisiert, einer Impfpflicht gegenüber nicht abgeneigt zu sein.

„Viele Geimpfte drängen darauf, nicht mehr eingeschränkt zu werden, weil eine Minderheit die Impfung verweigert. Bei den vielen Fragen, die eine Impfpflicht aufwirft, sollte sich der Ethikrat mit der Impfpflicht auseinandersetzen“, erklärte Wüst. (mit dpa)

Corona in NRW: Hier gibt es weitere Informationen

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Corona NRW

Leserkommentare (77) Kommentar schreiben