Corona in NRW

Stufenplan: Corona-Regeln bei Inzidenz unter 100, 50 und 35

Lesedauer: 13 Minuten
Mutante aus Vietnam: Was wir über die Virus-Variante wissen

Mutante aus Vietnam: Was wir über die Virus-Variante wissen

Es gibt Berichte über eine in Vietnam entdeckte Virus-Variante. Müssen wir uns Sorgen machen? Virologe Dittmer über aktuelle Entwicklungen.

Beschreibung anzeigen

Düsseldorf.  In NRW gilt seit Ende Mai ein Drei-Stufen-Modell für Lockerungen in der Corona-Pandemie. Sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz, gelten diese Regeln.

Seit Anfang Mai sinken die Sieben-Tage-Inzidenz in den 53 Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens kontinuierlich und die Corona-Maßnahmen können langsam zurückgefahren werden. Seit dem 28. Mai gilt in NRW nun ein Stufenplan, der für Grenzwerte unterschiedliche Regelungen und Lockerungen vorsieht.

Zum 5. Juni wurde die Corona-Schutzverordnung noch einmal ergänzt, so dass unter anderem interne Abschlussfeiern in Kitas und Schulen möglich sind. Außerdem werden bei räumlich begrenzten Corona-Ausbrüchen bestehende Lockerungen unter bestimmten Voraussetzungen nicht zurück genommen.

Die drei Stufen sind:

Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Ab einer Wocheninzidenz von 100 greift die Bundesnotbremse.(Mit einem Klick auf die Liste gelangen Sie zum entsprechenden Abschnitt in diesem Artikel.)

Wie im Bundesinfektionsschutzgesetz festgelegt, stehen Geimpfte und Genesene (Immunisierte) negativ Getesteten gleich, teilt das NRW-Gesundheitsministerium (MAGS) mit. Soweit für Zusammenkünfte und Veranstaltungen eine Höchstzahl zulässiger Personen oder Haushalte festgesetzt ist, werden immunisierte Personen nicht eingerechnet, so das MAGS. Auch für Geimpfte und Genesene gelten weiterhin die allgemeinen Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Maskenpflicht.

Corona-Regeln: Wann wird gelockert und wann verschärft?

Für eine Verschärfung der Maßnahmen muss der Inzidenzwert in der Stadt oder im Kreis an drei Kalendertagen in Folge über der Grenze liegen. Die Verschärfung gilt dann ab dem übernächsten Tag.

Damit Maßnahmen gelockert werden und der Kreis oder die Stadt in eine "niedrigere" Stufe rutschen kann, muss der Inzidenzwert (z.B. 50) an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten werden. Gelockert wird zum übernächsten Tag.

>>> Gastronomie in NRW: Diese Corona-Regeln gelten aktuell


Inzidenzstufe 1 (unter 35): Diese Lockerungen greifen

Kontakte: Angehörige aus fünf Haushalten können sich ohne weitere Einschränkungen im öffentlichen Raum treffen. Ebenfalls möglich sind Treffen von bis zu 100 Personen aus beliebig vielen Haushalten, das aber nur mit aktuellem negativen Coronatest.

Außerschulische Bildung: Teilnehmer dürfen am festen Sitzplatz bei ausreichender Belüftung ihre Maske abnehmen. Sofern auch die NRW-weite Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 liegt, ist in Innenräumen ein negativer Corona-Test nicht notwendig. Für Musikunterricht mit Gesang und Blasinstrumenten gelten gesonderte Auflagen (CoSchuVo §11, Absatz 4).

Kinder- und Jugendarbeit: Bei Treffen in Innenräumen dürfen bis zu 30 Personen teilnehmen, außen bis zu 50 – jeweils ohne Altersbegrenzung und ohne Coronatest.

Kultur: Voraussetzung sind ein fester Sitzplan und ein negatives Testergebnis der Zuschauerinnen und Zuschauer. Das NRW-Gesundheitsministerium spricht in den Vorgaben explizit von einer Sitzordnung im „Schachbrettmuster“, also versetzt.

Alle Kulturangebote, die in einem Gebäude stattfinden, obliegen einer Höchstzahl an 1000 Gästen. Dazu zählen Konzerte, Theater, Opern und Kinos.

Im Freien ist kein Test erforderlich, wenn nicht mehr als 200 Personen teilnehmen. Mehr als 1000 Zuschauer sind erlaubt, wenn damit der Veranstaltungsort nicht mehr als ein Drittel gefüllt ist. Zudem muss das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vom Gesundheitsamt genehmigt sein.

Für den „nicht-berufsmäßigen Probenbetrieb“ dürfen sich in Innenräumen bis zu 50 Personen treffen. Wird gesungen oder ein Blasinstrument gespielt, sind maximal 30 Personen erlaubt. Ausnahme: Treffen sich die Teilnehmer in einem besonders großen Raum (Kirche, Konzertsaal), dürfen auch mit Gesang und Blasinstrumenten 50 Personen zusammenkommen.

Festivals und ähnliche Großveranstaltungen sind bei entsprechend stabiler Inzidenz erst ab 1. September mit bis zu 1000 Zuschauern möglich. Voraussetzung sind negative Corona-Tests und ein genehmigtes Konzept.

Sport: Kontaktsport ist mit bis zu 100 Personen zulässig, sofern sie negativ getestet wurden (sowohl draußen als auch drinnen).

Im Freien dürfen mehr als 1000 Personen zuschauen, begrenzt auf höchstens 33 Prozent der vorhandenen Zuschauerkapazität. Innen ist die Besucheranzahl auf maximal 1000 Gäste begrenzt, zudem muss ein negativer Test vorliegen sowie ein fester Sitzplan im Schachbrettmuster.

Sinkt auch die NRW-weite Inzidenz unter den Grenzwert 35, entfällt bei der Sportausübung die Testpflicht.

Freizeit: Freibäder können ohne Corona-Test besucht werden.

Bordelle und derartige Einrichtungen dürfen öffnen; Besucher benötigen einen aktuellen negativen Coronatest.

Clubs und Discos dürfen öffnen, jedoch nur draußen und mit höchstens 100 Personen und aktuellem negativem Corona-Test. Ab 1. September sollen Clubs und Discos auch die Innenräume öffnen dürfen – dann unbegrenzt, jedoch mit Corona-Test und nur bei genehmigtem Hygiene-Konzept. Zusätzliche Voraussetzung für den Schritt im September ist eine NRW-weite Inzidenz niedriger als 35.

Einzelhandel (nicht Grundversorgung): Die Zugangsbeschränkungen für Einzelhandelsgeschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche entfallen.

Messen und Märkte: Ab 1. September sind Kirmes-Veranstaltungen, Jahrmärkte und andere Markt-Veranstaltungen wie etwa Trödel- oder Mittelaltermärkte bei entsprechender stabiler Inzidenz möglich. Teilnehmer und Besucher benötigen keinen Coronatest.

Tagungen und Kongresse sind beschränkt auf bis zu 1000 Teilnehmer, egal ob in Innenräumen oder draußen. Zudem muss man einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen.

Private Feiern (ohne Partys) dürfen unter freiem Himmel bis zu 250 Gäste haben. Für Innenräume liegt die Höchstzahl der Gäste bei 100 Personen. In beiden Fällen ist ein negativer Test notwendig.

Private Partys sind mit einem negativen Corona-Test möglich, aber nur für höchstens 100 Personen unter freiem Himmel und 50 Gästen in geschlossenen Räumen. Die Abstandsregel und Maskenpflicht entfallen.

Große Festveranstaltungen: Schützenfeste, Stadtfeste und ähnliche Veranstaltungen sind ab 1. September mit bis zu 1000 Gästen erlaubt. Voraussetzung: ein genehmigtes Hygienekonzept. Liegt zudem die NRW-weite Inzidenz unter 35, entfällt die Begrenzung der Besucheranzahl.

In der Gastronomie entfällt auch in Innenräumen bei einer NRW-weit gemessenen "stabilen" Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 die Testpflicht für Gäste.

Für Busreisen gilt noch nicht die völlige Freiheit. Busse dürfen zwar bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt werden, aber nur, wenn alle Gäste aus Regionen stammen, in denen der jeweilige Wert der Sieben-Tage-Inzidenz stabil bei 35 oder darunter liegt.


Inzidenzstufe 2 (unter 50): Diese Lockerungen greifen

Kontakte: Angehörige aus drei Haushalten können sich ohne weitere Einschränkungen im öffentlichen Raum treffen. Sofern alle Beteiligten negativ getestet sind, können sich auch zehn Personen unabhängig ihrer Haushalte treffen.

Außerschulische Bildung: Präsenzunterricht beispielsweise ist ohne Begrenzung auf eine Personenanzahl möglich. In Innenräumen gilt eine Testpflicht. Ein Mindestabstand muss nicht eingehalten werden, sofern es einen festen Sitzplan gibt.

Handelt es sich dabei um einen Unterricht mit Gesang oder Blasinstrumenten, ist die Personenzahl aufgrund des erhöhten Aerosolausstoßes auf 20 Personen begrenzt. Diese müssen einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Kinder- und Jugendarbeit: Finden die Treffen drinnen statt, gilt eine Beschränkungen auf 20 Teilnehmer, draußen auf 30. Zudem gilt eine Testpflicht. Werden die Teilnehmenden zuvor getestet, sind auch Ferienangebote und -reisen möglich. Eine Maskenpflicht gibt es nicht.

Kultur: Voraussetzung sind ein fester Sitzplan und ein negatives Testergebnis der Zuschauerinnen und Zuschauer. Das NRW-Gesundheitsministerium spricht in den Vorgaben explizit von einer Sitzordnung im „Schachbrettmuster“, also versetzt. Eine Terminbuchung ist nicht erforderlich.

Alle Kulturangebote, egal ob sie drinnen oder draußen stattfinden, obliegen einer Höchstzahl von 500 Gästen. Dazu zählen Konzerte, Theater, Opern und Kinos.

Für den nicht-berufsmäßigen Probenbetrieb gelten im Freien keine Personenbeschränkungen, im Inneren dürfen sich 20 Personen treffen. Voraussetzung ist ein negatives Testergebnis. Singen und das Spielen von Blasinstrumenten sind erlaubt.

Sport: Kontaktsport ist im Freien mit bis zu 25 Personen zulässig. Drinnen dürfen maximal zwölf Personen gemeinsam einen Kontaktsport ausüben, sofern eine Kontaktnachverfolgung sichergestellt ist (z.B. Teilnehmerlisten) und negative Tests vorliegen.

Für kontaktfreien Sport gibt es keine Personenbegrenzung, egal ob drinnen oder draußen. Die Regeln gelten auch für Fitnessstudios.

Im Freien sind bei Sportveranstaltungen bis zu 1000 Zuschauer erlaubt, die Begrenzung von 33 Prozent der Kapazität des Stadions darf nicht überschritten werden.

Auch in geschlossenen Sporthallen sind Zuschauer zulässig bis zu einer Höchstanzahl von 500. Voraussetzung sind ein negativer Test sowie ein fester Sitzplan im Schachbrettmuster.

Freizeit: Sofern nicht mehr als eine Person pro sieben Quadratmeter der für sie geöffneten Fläche eingelassen wird und diese negativ getestet wurde, dürfen öffnen:

  • alle Bäder, Saunen, Thermen und ähnliche Einrichtungen (eine Person je sieben Quadratmeter)
  • Indoor-Spielplätze und ähnlichen Einrichtungen (eine Person je sieben Quadratmeter)
  • Spielhallen, Wettbüros und ähnlichen Einrichtungen sowie das Spielen an Automaten in Spielbanken (eine Person je zehn Quadratmeter)

Sofern die Sieben-Tage-Inzidenz von NRW ebenfalls unter 50 liegt, dürfen Freizeitparks und ähnlichen Einrichtungen öffnen. Voraussetzung sind ein negativer Test und in geschlossenen Räumen maximal eine Person je zwanzig Quadratmeter Fläche. Außerdem muss der Mindestabstand eingehalten werden.

Ausflugsfahrten mit Schiffen, Kutschen, historische Eisenbahnen und ähnlichen Einrichtungen sind erlaubt, wenn die Inzidenz im Kreis/in der Stadt und in NRW unter 50 liegt. Ein negativer Test ist erforderlich.

Einzelhandel (nicht Grundversorgung): Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf maximal eine Kundin oder ein Kunde gleichzeitig im Geschäft sein.

Messen und Märkte: Jahr- und Spezialmärkte dürfen mit Personenbegrenzung öffnen. Auch „Kirmeselemente“ sind für negativ Getestete zulässig.

Tagungen und Kongresse: Maximal 500 Teilnehmer erlaubt, sofern ein negativer Test vorliegt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob die Tagung drinnen oder draußen stattfindet.

Private Veranstaltungen: Im Freien sind private Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen erlaubt, drinnen mit bis zu 50. Dazu zählen jedoch keine Partys. Im Außenbereich muss keine Maske getragen werden. An Tischen in Innenräumen entfällt die Maskenpflicht, sofern es einen festen Sitzplan gibt.

Gastronomie: In der Außengastronomie entfällt die Testpflicht. Auch Gastronomie in Gebäuden wird erlaubt, sofern die Gäste negativ getestet sind und einen festen Platz haben. In Betriebskantinen entfällt für Betriebsangehörige die Testpflicht.

Tourismus: Privaten Gästen darf eine „volle gastronomische Versorgung“ angeboten werden.

Corona in NRW: Hier gibt es weitere Informationen


Inzidenzstufe 3 (unter 100): Diese Lockerungen greifen

Kontakte: Angehörige aus zwei Haushalten können sich ohne weitere Einschränkungen im öffentlichen Raum treffen.

Außerschulische Bildung: Präsenzunterricht ist ohne Begrenzung auf eine Personenanzahl möglich. In Innenräumen gilt eine Testpflicht. Handelt es sich dabei um einen Unterricht mit Gesang oder Blasinstrumenten, ist die Personenzahl aufgrund des erhöhten Aerosolausstoßes auf zehn Personen begrenzt.

Kinder- und Jugendarbeit: Finden die Treffen drinnen statt, gilt eine Beschränkungen auf zehn Teilnehmer, draußen auf 20. Zudem gilt eine Testpflicht. Werden die Teilnehmenden zuvor getestet, sind auch Ferienangebote und -reisen möglich.

Kultur: Voraussetzung sind ein fester Sitzplan und ein negatives Testergebnis der Zuschauerinnen und Zuschauer. Das NRW-Gesundheitsministerium spricht in den Vorgaben explizit von einer Sitzordnung im „Schachbrettmuster“, also versetzt. Für die Veranstaltungen müssen im Vorfeld Termine gebucht werden, davon nicht betroffen sind Archive und Bibliotheken.

Alle Kulturangebote, die in einem Gebäude stattfinden, obliegen einer Höchstzahl an 250 Gästen. Dazu zählen Konzerte, Theater, Opern und Kinos. Im Freien können Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen stattfinden.

Für den nicht-berufsmäßigen Probenbetrieb gelten im Freien keine Personenbeschränkungen, im Inneren dürfen sich zwanzig Personen treffen. Voraussetzung ist ein negatives Testergebnis. Singen und das Spielen von Blasinstrumenten sind nicht erlaubt.

Sport: Kontaktfreier Außensport auf und außerhalb von Sportanlagen ist bis zu einer Personenzahl von 25 zulässig. Freibäder dürfen zur Sportausübung für Gäste öffnen, die ein negatives Testergebnis vorlegen können. Liegewiesen bleiben gesperrt.

Im Freien sind bei Sportveranstaltungen bis zu 500 Zuschauer erlaubt, sofern sie auf einem Sitzplan klar zugeordnet werden und einen negativen Test vorzeigen können.

Freizeit: „Kleinere Außen-Einrichtungen“ wie Minigolfanlagen, Kletterparks und Hochseilgärten dürfen für Gäste öffnen, die ein negatives Testergebnis vorweisen können. Ausflugsfahrten mit Schiffen sind ebenfalls bei negativem Corona-Test erlaubt.

Einzelhandel (nicht Grundversorgung): Auch in Geschäften, die nicht zu Grundversorgung gehören, ist ein Einkaufen wieder ohne Termin und ohne negativen Test möglich. Pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche darf maximal eine Kundin oder ein Kunde gleichzeitig im Geschäft sein.

Messen und Märkte: Messen und Ausstellungen dürfen stattfinden, sofern sie ein Hygienekonzept vorweisen können und die Personenzahl begrenzen.

Gastronomie: Außengastronomie mit einer Testpflicht und festen Sitzplätzen darf öffnen. Die Regel, dass im Umkreis der Gastronomie keine Speisen und Getränke verzehrt werden dürfen, entfällt.

Tourismus: Übernachtungen in Ferienwohnungen, in Wohnmobilen oder auf Campingplätzen sind erlaubt. Das NRW-Gesundheitsministerium spricht von „autarken“ Übernachtungen. Hotels dürfen private Übernachtungen und Frühstück anbieten. Darüber hinaus ist keine weitere Innengastronomie erlaubt. Es gilt eine Testpflicht.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Corona NRW

Leserkommentare (16) Kommentar schreiben