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Feilschen geht nur auf dem Trödel? – Zehn Shopping-Irrtümer

Ab nach Hause und das Gekaufte gleich anziehen? Lieber nicht.

Ab nach Hause und das Gekaufte gleich anziehen? Lieber nicht.

Foto: Christoph Schmidt/ Fuke Foto Servicec

Essen.  Je teurer das Shirt, desto besser die Qualität? Sandalenkauf ist unhygienisch? Wir räumen mit hartnäckigen Einkaufs-Irrtümern auf.

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Je teurer die Klamotten, desto hochwertiger sind sie in ihrer Herstellung und Verarbeitung? Mit Rabattkarten und im Internet lässt sich wunderbar sparen? Und wie steht es eigentlich um den Anspruch großer Modeketten wie C&A und H&M an das Sortiment in ihren kleinen Filialen?

Wir sind zehn größen Irrtümern rund um das Thema Shopping auf den Grund gegangen und haben dabei auch die Dauerbrenner in Sachen Kosumentenrechte bei Umtausch und Rückgabe nicht vergessen.

1.) In kleinen Filialen großer Modeketten gibt es nur Ramsch:

Das lässt sich so eindeutig nicht sagen. In sozialen Netzwerken gibt es rege Diskussionen zur Einkaufsqualität in kleineren Städten. Unterm Strich herrscht dort die Meinung, kleinere Städte werden von großen Handelsketten bewusst vernachlässigt.

So schreibt Sigmut Brömmesiek beispielsweise auf Facebook im Rahmen einer Diskussion über Leerstände in Witten, der Hunderttausend-Einwohner-Stadt am Rande des Ruhrgebiets: "Witten wäre ja schon einen großen Sprung nach vorne, wenn die großen Namen ( C&A, H&M und ähnliche in der Stadtgalerie) die gleichen Sortimente anbieten würde, wie im Ruhrpark Bochum bzw. in den umliegenden Städten. Man hat den Eindruck, hier soll das an den Kunden gebracht werden, was woanders nicht verkauft wird."

Die Unternehmen – insbesondere der schwedische Moderiese H&M – wahren das Geheimnis über die Kriterien ihrer Filialausstattung sorgfältig. So betont ein Unternehmenssprecher auf Anfrage, das Sortiment in den einzelnen Filialen richte sich nach Nachfrage, Kauffrequenz und Käuferschicht. Die Linie Divided, konzipiert für Jugendliche, finde sich beispielsweise aus räumlichen Gründen nur in den ganz großen Filialen.

Schriftlich teilt der Konzern bezüglich der Kriterien für ihre Filialsortimente mit: "Die Geschäfte sind das Herz von H&M. Ausgangspunkt für alles was wir tun, sind der Kunde und unser Angebot für die Kunden. Verschiedene Faktoren bestimmen die endgültige Zusammensetzung des Warenangebots. Die Zahlen der vorangegangenen Saisons werden mit der Analyse neu aufkommender Trends, Farben und Passformen abgeglichen." Zu tieferen Einblicken war das Unternehmen auch auf Nachfrage nicht bereit.

C&A zeigt sich offener

C&A zeigte sich hingegen offener. "Bei uns gibt es Abteilungen, die in allen Filialen gleich sind", sagt Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes. "In allen Filialen gibt es das gleiche Basisangebot." Die Vermutung, C&A würde in kleineren Filialen das anbieten, was in großen Städten nicht verkauft werden kann, weist er entschieden zurück. Bei Größenunterschieden zwischen 1.000 und 13.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, gäbe es automatisch eine unterschiedliche Angebotsvielfalt. Je größer die Filiale, desto größer die Auswahl.

"Nicht verkaufte Kleidung wird zuerst reduziert", sagt Rolfes. "Wenn sie dann immer noch übrig bleibt, überlassen wir sie der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam, die die Kleidung dann in Läden außerhalb Deutschlands weiter verkauft, um so ihre entwicklungspolitische Arbeit zu finanzieren." Beschädigte Kleidung werde zum Schreddern abgegeben und in unterschiedlicher Weise weiterverarbeitet.

Alle Preise sind flexibel, Sparen im Internet

 

2.) Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise:

Das stimmt bei allen Produkten – außer bei Büchern. Bücher sind in Deutschland die einzigen Produkte, deren Preise nicht aus wettbewerblichen Gründen verändert werden dürfen. Die Preisvorgabe des Herstellers, also des Verlags, ist anders als bei der unverbindlichen Preisempfehlung, verbindlich. Grund dafür ist der Status des Buches als Kulturgut. Einzige Ausnahme: Schließt ein ganzes Unternehmen, dürfen Bücher in Unternehmens-Filialen zu Ausverkaufspreisen verkauft werden.

In den vergangenen Jahren führte der Börsenverein des deutschen Buchhandels mehrere Prozesse gegen den Internetriesen Amazon, unter anderem wegen dessen Schleuderpreisen bei E-Books. Im Februar beschloss das Bundeskabinett, nun eine neue Gesetzgebung, die alle Verlage dazu verpflichtet, verbindliche Ladenpreise festzulegen. Zum September tritt das Gesetz in Kraft.

3.) Schnäppchenjäger#1: Im Internet lässt sich eine Menge sparen:

Nur, wenn man richtig gut aufpasst. Denn die so genannten Fake-Shops – also gefälschte Internet-Verkaufsplattformen – werden immer professioneller. Mit besonders günstigen Preisen (teilweise ein Drittel des üblichen Preises) verführen sie Kunden, Waren zu bestellen. Per Vorkasse sollen die Kunden dann Waren bezahlen, die sie nie oder nur in schlechter Qualität zu Gesicht bekommen. Dabei gehen die Betrüger sehr professionell vor: Die Fake-Shops sind meist Kopien real existierender Webseiten. Inklusive der Produktbilder, der AGBs und des Impressums.

"Beschwerden von Verbrauchern über diese Online-Anbieter kommen relativ häufig vor", sagt Miriam Rusch, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. Hat der Kunde einmal Geld überwiesen, sei es sehr schwer, es zurück zu bekommren. "Oft täuschen die betrügerischen Händler sogar Lieferschwierigkeiten vor, um Betroffene daran zu hindern, bereits getätigte Überweisungen rückgängig machen zu können", heißt es auf der Seite der polizeilichen Kriminalprävention, wo vor den häufigsten Betrugsmaschen gewarnt wird.

Kaum Chancen darauf, das Geld zurück zu bekommen

Miriam Rusch rät dazu, niemals per Vokasse zu bezahlen, sondern lieber per Lastschrift, bei der man sein Geld problemlos zurückfordern kann. Oder eben auch Rechnung. Denn die Betrüger zu überführen sei sehr schwer. "Die meisten solcher Shops existieren nur wenige Wochen, so dass man die Leute dahinter nicht dingfest machen kann", sagt Rusch. Außerdem agieren meist mehrere Betreiber eines Shops von unterschiedlichen Orten im Ausland aus. Die Betrugs-Plattformen lassen sich nur unter großem Aufwand löschen. Zahlen zu Opfern oder Tätern kann das Bundeskriminalamt nicht nennen, da das Phänomen im Tatbestand "Internetbetrug" aufgeht.

Trotzdem bleibt das Netz eine gute Chance, Preise zu vergleichen. Die Initiative "Online kaufen mit Verstand" hat sieben Regeln für ein umsichtiges Vorgehen im Internet zusammengestellt. Unter www.trustedshops.de sind seriöse Internethändler gesammelt. Aber Vorsicht: Ein Online-Shop kann auch das Trusted-Shop-Siegel auf seine Seite setzten – auch die betrügerischen. Ein Zeichen für Echtheit ist, wenn der Link funktioniert.

Gute Siegel, schlechte Siegel; ekliger Sandalenkauf

 

3.)Was ein Siegel trägt, ist gut:

Lässt sich so pauschal nicht sagen. Über 1000 Labels kleben auf Produkten aller Art und sollen dem Kunden eigentlich eine Orientierung für Qualität geben. Aber: Es gibt nützliche Siegel und solche, die dem Kunden nicht weiter helfen.

Das CE-Zeichen zum Beispiel ist kein Qualitätsmerkmal, sondern lediglich die Kennzeichnung dafür, dass Spielzeug nach den in Europa geltenden Richtlinien hergestellt wurde. GS hingegen steht für geprüfte Sicherheit und ist die Garantie dafür, dass Hersteller aller Produkte die gesetzlich geregelten Sicherheitsanforderungen eingehalten haben. Auch der orange Punkt "spiel gut", der für Spielzeug mit besonderem pädagogischen Anspruch und dafür, gesundheitlich unbedenklich zu sein, stehen soll, ist nur eingeschränkt empfehlenswert: Die Kontrollen sind nicht vollständig und der Verband agiert nicht komplett unababhängig, so die Verbraucher-Plattform label-online.de.

Und das Öko-Tex-Standart-100-Label "Textiles Vertrauen", das schadstoffarme Kleidung kennzeichnen soll, schließt nicht ein, dass die Textilien aus ökologisch angebauten Rohstoffen oder reiner Naturfaser bestehen. Auf label-online.de gibt es eine Übersicht aller Siegel und ob sie jeweils empfehlenswert sind oder nicht.

4.) Sandalenkauf im Laden ist nichts für Hygieneverfechter:

Stimmt so nicht. Was stimmt ist: die Mischung aus Schweiß, Schmutz und Wärme an unseren Füßen ist beste Umgebung für Bakterien aller Art. Wer also barfuß in die Sommerschuhe schlüpft und sie dann doch nicht für gut befindet sorgt dafür, dass sein Fußpilz bald neuen Nährboden findet?

Nein. Denn genau um sich gegen diese Vorwürfe zu wehren, achten Schuhverkäufer mittlerweile wirklich sehr genau darauf, dass ihre Kunden immer Probiersöckchen tragen. "Wir weisen unsere Kunden konsequent darauf hin, sich die Nylonstrümpfe überzuziehen", sagt der Verkäufer in einem großen Essener Schuhgeschäft. "Bei mir benutzen die Kunden immer Probiersöckchen", so die Schuhfachverkäuferin eines anderen Geschäftes in Mülheim.

Alles über Kundenrechte bei Umtausch und Rückgabe

 

5.) Gefällt mir ein Produkt nicht, kann ich es 14 Tage lang kostenlos zurückgeben:

Stimmt nur beim Onlinehandel. In Läden hat man kein Recht darauf. Da kommt es lediglich auf die Kulanz des Verkäufer an, ob er ein ungewolltes Kleidungsstück zurücknimmt oder umtauscht. Habe ich allerdings online etwas bestellt, kann ich es zwei Wochen lang zurückschicken. 2014 wurde per EU-Richtlinie abgeschafft, dass der Online-Händler das Rückporto übernehmen muss. Bietet das ein Online-Händler nach wie vor an, tut er das nur aus Freundlichkeit.

Auch wenn ein Produkt oder Kleidungsstück beschädigt ist, kann man es nicht einfach zurück geben. Dann gilt die so genannte Gewährleistungs-Garantie: Der Händler hat dafür zu sorgen, dass die Mängel – sei es durch Reparatur oder Umtausch – beseitigt werden. Darauf hat man bei Elektro-Produkten zwei Jahre lang Anspruch.

Umtausch und Reklamation geht nur mit Kassenzettel?

Auch falsch: Reduzierte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen. Hierfür gelten die gleichen Regeln: Die Kulanz bei einwandfreien Produkten und Klamotten, die Gewährleistungs-Garantie bei beschädigten. Alles Wissenswerte rund um Gewährleistung, Garantie und Umtausch hat die Verbraucherzentrale in einem Quiz zusammengestellt.

2008 hat der Europäische Gerichtshof außerdem die so genannte Nutzungsentschädigung als "mit europäischem Recht unvereinbar" verboten. Wenn eine Ware fehlerhaft ist und nicht repariert werden kann, muss der Händler für Ersatz sorgen. Häufig haben Verkäufer dann Kosten für die Zeit erhoben, während der das Produkt in Gebrauch war – die Nutzungsentschädigung. Das ist jetzt nicht mehr erlaubt. Der Händler muss kostenlos für Ersatz sorgen.

Bleibt noch der Irrtum, ein Umtausch oder eine Reklamation sei nur mit dem Kassenzettel möglich. Stimmt nicht. Möchte ich ein Produkt in einem Laden zurück geben oder reklamieren, kommt es nur darauf an, beweisen zu können, dass ich es tatsächlich auch dort gekauft habe. Dafür reicht ein Kontoauszug oder ein Zeuge.

Teuer heißt Qualität

 

6.) Teuer ist gleich besser:

Je teurer die Klamotten, desto besser ist die Qualität? Das kann man nicht uneingeschränkt sagen. Mehrere Studien belegen, was Ökonomen den Marketing-Placebo-Effekt nennen: die Annahme, dass Qualität auch ihren Preis hat. Oder eben umgekehrt: Was teuer ist, ist auch automatisch gut.

Greenpeace veröffentlichte 2014 eine Studie "Kleine Monster im Kleiderschrank", in der der Zusammenhang zwischen Preis und Qualität bei Kinderkleidung getestet wurde. Dabei untersuchte man 12 Marken aus 25 Ländern auf gefährliche Chemikalien. "Teure Klamotten sind nicht sauberer produziert als billige", erklärte Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace abschließend. "Der teure Kinderbadeanzug von Burberry war genauso belastet wie der billige von Primark. Der Badeanzug von Adidas war sogar am stärksten verunreinigt." Hier zahlt man häufig eine Menge für die Marke und nicht für besonders hochwertige Rohstoffe, Herstellung und Verarbeitung.

Frauen zahlen mehr. Nur weil sie Frauen sind

Frauen zahlen häufig mehr für die gleichen Produkte als Männer. Nicht weil die Frauenprodukte hochwertiger wären, sondern nur aufgrund ihres Geschlechts.

Vor einigen Wochen kursierte eine Meldung des "New York City Departments of Consumer Affairs". Die gab die Ergebnisse einer Studie bekannt, die belegte, dass Frauen für gleiche Produkte oft ein Vielfaches mehr bezahlen müssen, als Männer. Getestet wurden knapp 800 Gegenstände für Menschen unterschiedlicher Altersstufen, vom Baby bis zum Senioren. Das Ergebnis: Im Durchschnitt kosten Spielzeug, Kleidung, Gesundheits- und Pflegeprodukte für das weibliche Geschlecht sieben Prozent mehr, als für das männliche.

Auch für Deutschland gibt es mehrere solcher Studien. Im Mai 2015 veröffentlichte die Verbraucherzentrale Hamburg Ergebnisse aus ihrer sechsmonatigen Untersuchung: "Für Rasierklingen, Rasierschaum, Kosmetik, Parfum, Friseur und Reinigung zahlen Frauen einen Aufschlag von bis zu 100 Prozent", heißt es dort. Die rosa Variante ist teurer, als die blaue. Rasierprodukte und der Friseur kosten 40 Prozent mehr, die Reinigung von Frauenkleidung sogar 60 bis 80 Prozent. Die gute Nachricht: Beim Kaufpreis von Kleidung gibt es in Deutschland kaum Unterschiede. Ein Ausschnitt der von der Verbraucherzentrale Hamburg getesteten Produkte finden Sie hier.

Sparen mit Payback-Karten, der Etiketten-Preis gilt

 

7.) Schnäppchenjäger #2: Bonuskarten sind eine tolle Möglichkeit, zu sparen

Nein. Bonus-, Payback-, Kundenkarten... es gibt viele Namen für die Karten, nach denen Kassierer Kunden immer beim Bezahlen fragen. 4,4 von ihnen haben die Deutschen im Schnitt in ihrem Portemonnaie. Doch, wie die Stiftung Warentest in einer Untersuchung von 29 Payback-Karten herausfand, bringen sie eigentlich keine Vorteile, sondern sogar Nachteile. Denn Rabatte lohnen sich erst ab einem regelmäßigen Nachlass von drei Prozent und einer schnellen Verrechnung mit dem Einkauf.

Tatsächlich betragen die Rabatte zwischen o,5 und drei Prozent. Die gesammelten Punkte werden nicht in Geld umgerechnet, sondern in Gutscheine oder Sachpremien, so dass die tatsächliche Rabatthöhe unklar bleibt. Es gibt zwar Einzelhändler die höhere Rabatte anbieten, die sind dann aber fast immer an einen Mindestumsatz gebunden: Bei der Karstadt-Karte beispielsweise gibt es ab 300 Euro Einkauf pro Kalenderjahr ein Prozent, ab 1.000 Euro zwei Prozent und erst ab 5.000 Euro fünf Prozent Preisnachlass. Für Multimedia und Elektrogeräte gibt es pauschal nur 0,5 Prozent. Lebensmittel, Reisen, Bücher und Gastronomie zählen nicht mit. Unter den von Stiftung Warentest geprüften Karten war lediglich eine, bei der es Rabatt ohne irgendeine Einschränkung gibt.

Keine wirklichen Vorteile, statt dessen Nachteile

Nur vier der 29 getesteten Kartenanbieter halten sich an die Datenschutzbestimmungen. Die schreiben vor, dass nur die Daten gespeichert werden dürfen, die für den Einkauf gebraucht werden: Namen, Anschrift, Geburtsdatum, wieviel das Gekaufte kostete, Ort, Datum, Zeit und was gekauft wurde. Das ist erlaubt.

Was nicht erlaubt ist, ist die Daten für Werbung zu benutzen, egal in welche Richtung: Weder auf den Käufer zugeschnittene Email- oder Telefonwerbung ist erlaubt, noch die Daten und das Kaufverhalten des Bonuskartenbesitzers in Werbung einfließen zu lassen. Hier gibt´s alle Testergebnisse.

8.) Der ausgezeichnete Preis gilt:

Stimmt nicht. Wer davon ausgeht, dass der auf einer Ware ausgezeichnete Preis auch der ist, den er an der Kasse bezahlt, kann ganz schön auf die Nase fallen. Gerade bei reduzierten Artikeln kommt es immer wieder vor, dass vom Kassierer ein ganz anderer Preis verlangt wird, als auf dem Etikett steht. Meist ein höherer.

Zwar schreibt die Preisangabeverordnung vor, dass auf dem Preisschild auch der Endpreis anzugeben ist. Der Haken dabei ist: Der Kunde hat nicht das Recht, diesen Preis auch einzufordern oder gar einzuklagen. Nur der Preis, der an der Kasse verlangt wird, ist rechtlich verbindlich.

Wer seinem Ärger Luft machen möchte, kann das falsche Auspreisen dem Ordnungsamt zu melden. Hilft zwar Sparfüchsen nichts, das Amt kann aber Bußgelder wegen Verstoßes gegen die Preisangabeverordnug verhängen, so dass der Händler diese Strategie vielleicht in Zukunft unterlässt.

Neues gleich Anziehen, Feilschen

 

9.) Neu Gekauftes gleich zu tragen, ist das Beste am Shoppen:

Mag sein. Es ist aber auch gesundheitsgefährdend. Denn dass neue Kleidung diesen typischen Geruch hat, hat seinen Grund: Es ist der Geruch der Chemikalien, die in ihr stecken. Und die sind häufig krebserregend oder verursachen Hautausschlag.

Deshalb sollte man neue Kleidung vor dem ersten Tragen immer erst waschen. Dann lösen sich die Substanzen, die zum Beispiel gegen Knittern oder Schimmelbefall eingesetzt wurden und die nicht fest mit der Faser verbunden sind. Sie würden sich sonst durch Schwitzen lösen. Outdoor-Kleidung ist übrigens am stärksten belastet. Verbraucherschützer warnen besonders vor Kleidung, deren Hinweise seperates Waschen empfehlen oder davor warnen, dass das Stück besonders stark abfärbt.

Modeexperten kennen eine Ausnahme dieser Regel: Die Jeans. 2014 gab Levi´s- Vorstandschef Chip Bergh bekannt, seine Beinkleidung niemals zu waschen damit sie Form und Farbe behalte und sich der Figur perfekt anpassen könne. Er legt seine Jeans zur Reinigung in die Gefriertruhe.

10.) Feilschen geht nur auf dem Trödelmarkt:

Theoretisch nein, praktisch ja. Zwar kippte die Bundesregierung schon 2001 das Rabattgesetz, das Händlern vorschrieb, Preisnachlässe nur bis höchstens drei Prozent geben zu dürfen. Seitdem können Käufer die Preise für die Dinge ihres Begehrens zwar rein rechtlich gesehen frei aushandeln. Aber praktisch passiert das eigentlich nirgendwo.

Damals ging es durch alle Medien, Händler wappneten sich gegen Verhandlungskünste ihrer Kunden. Doch 15 Jahre später ist davon nur noch wenig zu merken. Angestellte verweisen auf ihre Chefs, ohne die sie solche Entscheidungen nicht treffen können, die Chefs darauf, dass Produkte ohnehin schon ganz unten in der Preisspanne angesiedelt seien.

Der Sommerschlussverkauf ist abgeschafft?

Sommer- und Winterschlussverkauf sind offiziell abgeschafft – SSV und WSV nicht. Drei Jahre nach dem Rabattgesetz, 2004, schaffte die Bundesregierung einen weiteren Paragrafen ersatzlos ab: die Verordnung über Winter- und Sommerschlussverkäufe.

Ältere Menschen werden sich noch an die Menschentrauben erinnern, die sich vor den Läden immer in der letzten Januar- und ersten Februarwoche und der letzten Juli- und ersten Augustwoche bildeten. An die Schlachten an den Wühltischen und das Gerangel vor den Umkleidekabienen. Je 12 Werktage reduzierte "saisonabhängige Ware", schrieb die Verordnung vor.

Zwar ist der Sommerschlussverkauf nicht mehr gesetzlich geregelt, aber praktisch gibt es ihn überall. Unter anderem Namen, zu allen Zeiten und ohne Einschränkung auf bestimmte Produkte.

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