Sicherheit

So sollen die Weihnachtsmärkte in der Region geschützt sein

Foto: Stephan Eickershoff

Essen.   Nach dem Amri-Anschlag in Berlin passen einige Weihnachtsmärkte ihre Sicherheitskonzepte an, andere setzen auf Bewährtes. Ein Überblick.

Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem Anis Amri mit einem Sattelschlepper in die Menschenmenge gefahren war und elf Menschen ermordet hatte, löste ein Umdenken bei den Sicherheitsvorkehrungen aus, gerade in den Großstädten. Kleinere Städte setzen auf bewährte Konzepte. Wir geben einen Überblick zum Thema Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten in der Region.

Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet

Bochum Innenstadt: Wie bereits bei den anderen Großveranstaltungen in diesem Jahr bleibt auch während des Weihnachtsmarktes in der Innenstadt der Boulevard für Busse gesperrt. Laut Thomas Weckermann, Prokurist Bochum Marketing, werden Sandsäcke aufgestellt und Fahrzeuge, die zusätzlich beschwert werden. Diese dienen zum Schutz, dass keine Fahrzeuge in die Menschenmenge rasen können. "Wir möchten dennoch eine Durchsichtigkeit in der Fußgängerzone wahren", ergänzt Weckermann.

Bottrop Innenstadt: In Bottrop steht Sicherheit an erster Stelle, doch gibt es einen Kompromiss: "Wir wägen ab zwischen Sicherheit auf der einen Seite und sicherheitstechnischen Maßnahmen auf der anderen Seite, die die Veranstaltung nicht belasten sollen", so Andreas Pläsken, Pressesprecher der Stadt Bottrop. Der Terror solle nicht hochstilisiert werden.

Oberhausen Centro: Auf den Weihnachtsmärkten rund um das Centro Oberhausen ändert sich nichts. Denn laut Center Manager Marcus Remark hat sich das mit den Behörden abgestimmte Sicherheitskonzept in den letzten Jahren bewährt.

Dabei werde die Centro Promenade videoüberwacht, außerdem gebe es Zufahrtssperren auf den Zufahrtswegen und einen Sicherheitsdienst. "Das Wohl und die Unversehrtheit der Besucher steht an oberster Stelle", hebt Marcus Remark hervor.

Duisburg Innenstadt: Obwohl ursprünglich Poller den Zugang zu Weihnachtsmarkt absperren sollten, werden nun doch noch einmal Wassertanks eingesetzt, die die Besucher schützen. Das Pollersystem gegen den LKW-Terror lässt auf sich warten, aufgrund von Kostengründen verzögere sich der Einbau, so eine Sprecherin der Stadt. Wassertanks stehen unter anderem schon vor dem Einkaufszentrum Forum und der Königsgalerie. "Zusätzlich wird die Anzahl an Sicherheitskräften deutlich ausgeweitet", erklärt Patrick Kötteritzsch, Stabsbereichsleiter Marketing der Duisburg Kontor GmbH.

Gelsenkirchen Innenstadt: In Gelsenkirchen wurde das Sicherheitskonzept aufgrund des Terroranschlags in Berlin angepasst: "Es wird in ausgewählten Bereichen Zufahrtssperren geben", sagt Martin Schulmann, Pressesprecher der Stadt. Außerdem werde die Stadt Gelesenkirchen angemessen und in enger Absprache mit der Polizei auf die jeweils aktuelle Lage reagieren.

Dortmund Innenstadt: Die Sicherheitsheitsmaßnahmen werden grundsätzlich verschärft, müssen aber laut Thomas Winkler, Pressesprecher Dortmunder Weihnachtsmarkt, nun im Einzelnen abgestimmt werden.

Essen Innenstadt: Im Vergleich zum Vorjahr wurden zum Schutz 50 Betonquader an 17 Punkten aufgestellt, die den direkten Zugang zum Weihnachtsmarkt für Fahrzeuge versperren. Zwischen manchen sind zusätzlich Seile gespannt.

Zudem überwachen Sicherheitsleute an allen Zugängen die Geschehnisse und sichern den Weihnachtsmarkt ab. "Wir arbeiten eng mit Polizei und Feuerwehr zusammen", sagt Ina Will, Pressereferentin der Essen Marketing GmbH, die den Markt ausrichtet.

Hagen Innenstadt: 20 Wassertanks mit je rund 1 000 Liter Fassungsvermögen sollen Anschläge verhindern. Damit werden die Zufahrtswege zum Weihnachtsmarkt gesperrt. „Die Wassercontainer sollen die Besucher vor Fahrzeugen schützen, die auf dem Weihnachtsmarkt nichts zu suchen haben“, sagt Thomas Lichtenberg, Hagener Ordnungsamt. Darüber hinaus kann es auch zu Personenkontrollen der Polizei kommen, zudem werden sich Beamte in Zivil unter die Besucher mischen.

Herne Innenstadt: In Herne werden die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie im Vorjahr ergriffen: "Unser Konzept sieht daher vor, erneut mit Absperrkomponenten aus Beton zu arbeiten", sagt Tina Dzierla, Projektmanagement von Stadtmarketing Herne. Außerdem stimme sich die Stadtmarketing Herne immer eng mit dem Fachbereich Öffentlich Ordnung der Stadt Herne sowie der Polizei und der Feuerwehr ab.

Mülheim an der Ruhr Innenstadt: Wie in den letzten Jahren werde es hier eine verstärkte Polizeipräsenz geben, so Peter Stermann vom Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus. "Wir werden uns eng mit den Behörden austauschen und abstimmen", führt er fort.

Weihnachtsmärkte am Niederrhein

Xanten Innenstadt: "In Xanten wird es keine Besonderheiten geben", sagt Tobias Fuß, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung der Domstadt.

Kontrollen gebe es bei Gasbetrieben, so dass kein gefährliches Feuer entstehen könne. Die Polizei werde offene Präsenz zeigen und auch zivil im Einsatz sein. Für Fahrzeuge sei der Zugang zum Weihnachtsmarkt sehr schwierig aufgrund der engen Wege und Baumreihen.

Kevelaer Krippenmarkt: Im niederrheinischen Wallfahrtsort werden einige Sicherheitsmaßnahmen getroffen. "Jeden Tag hält sich Sicherheitspersonal auf dem Krippenmarkt auf", versichert Veranstalter Olaf Reinders. Auch gebe es eine Leitstelle direkt am Markt, so dass unmittelbar reagiert werden könne, wenn etwas passiere. Außerdem sei es für Lastkraftwagen aufgrund der zentralen Lage sowie aufgestellten Barrieren und Pöllern unmöglich, durchzukommen.

Moers Kastellplatz: Auf dem Moerser Kastellplatz am Schloss lädt der Weihnachtsmarkt zum Schlendern ein. "Auf Sicherheit wird dabei großen Wert gelegt", unterstreicht Michael Birr, Geschäftsführer Moers Marketing. Laut Birr werden Betonsperren an größeren Zufahrten und engen Wege verhindern, dass größere Fahrzeuge zum Markt durchkommen. Überdies werde eine klar erkennbare Security wachsam sein, auch Beamte in Zivil seien unterwegs. Primär seien sie dafür zuständig, auf Kleinkriminelle ein Auge zu haben. Aber Sicherheit spiele auch generell eine Rolle, zum Beispiel, dass Passanten auf den Wegen und an den Ständen nicht so leicht stolpern können.

Weihnachtsmärkte im Sauerland

Brilon Marktplatz: In Brilon gibt es laut Margit Koser, Marketing/Vertrieb der Sparkasse Hochsauerland, Ausrichter des Weihnachtsmarktes, ein LKW-Verkehrsverbot in der Innenstadt. Die Verkehrssituation lasse eine komplette Straßensperrung im Zentrum nicht zu. Außerdem werde die Polizei an den vier Weihnachtsmarkttagen eine starke Präsenz zeigen, zusätzlich sei an allen Tagen ein Sicherheitsdienst vor Ort.

Region Warstein - Weihnachtsmärkte in Belecke und Hirschberg: Auch im Sauerland spielt Sicherheit eine große Rolle. "Auf Sicherheit wird geachtet.

Die Weihnachtsmärkte sind so konzipiert, dass sie gut abgesichert werden können", betont Roswitha Wrede, Ordnungsamt Warstein. Zusätzlich werde es Absperrungen geben, auch mal mit einem einfachen PKW oder Bully. Grundsätzlich sehe sie keine Gefährdung für die kleinen und idyllischen Märkte.

Schwelm Innenstadt: Wie in der Vergangenheit wird laut Ursula Rasche, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung, wieder eine Security vor Ort präsent sein. Ansonsten gebe es keine Besonderheiten beim Sicherheitskonzept, also keine Wassertanks oder ähnliches. Dazu werden die Gasbetriebe kontrolliert, so dass ein sich ausbreitendes Feuer vermieden werden kann.

Iserlohn City: Auch in Iserlohn gibt es wie in der grünen Hauptstadt Europas Betonquader: "Hier wird ein Fahrzeugblockiersystem installiert", sagt Angela Schunke, Leiterin des Ordnungsamtes in Iserlohn. Außerdem soll ein Sicherheitsdienst notfalls vor Ort eingreifen.

Lese-Tipp: Die Weihnachtsmärkte in der Region

Wir stellen die schönsten Weihnachtsmärkte vom Niederrhein über das Ruhrgebiet bis ins Sauerland vor. Hier gibt es die Übersicht mit Karte.

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