Wie die Landespolitik auf das große Insektensterben reagiert

Düsseldorf.   In den vergangenen knapp 30 Jahren ist die Zahl der Insekten um 75 Prozent geschrumpft. Ausbau der Forschung zum Erhalt der Vielfalt gefordert.

Es gibt immer weniger Insekten. Die Zahl der Tiere ist in den vergangenen knapp 30 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen. Nicht nur Naturschützern bereitet dieser Verlust große Sorgen. Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag stellte aufgrund dieser Zahlen einen entsprechenden Antrag. Sie forderte die schwarz-gelbe Landesregierung auf, verstärkt in die Forschung zum Erhalt der Insektenvielfalt zu investieren und so den Verlust zu stoppen.

„Vor unseren Augen vollzieht sich eine ökologische Katastrophe“, sagte SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass am Mittwoch im Plenum. Mit den Insekten schwinde auch die Nahrungsgrundlage für Vögel und Fledermäuse. Auf Dauer sei so auch die Lebensgrundlage der Menschen und der landwirtschaftlichen Produktion bedroht, heißt es in dem Antrag der SPD. Sie forderte unter anderem, den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zu reduzieren.

Ehrenamtliche Insektenforscher haben das Phänomen entdeckt

Grundlage der Befürchtungen ist eine Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld. Ehrenamtliche Insektenforscher werteten Daten aus, die sie über 27 Jahre hinweg bundesweit in Naturschutzgebieten sammelten. Aufgrund des von den Forschern ausgemachten dramatischen Rückgangs hatte die SPD einen Bericht zu den Ursachen vom Umweltministerium angefordert.

Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking betonte im Landtag, dass Insekten eine wichtige Schlüsselgruppe für die biologische Vielfalt seien. Die Ursachen des Verlusts seien allerdings nicht eindeutig geklärt, sagte Schulze Föcking. Die Zerstörung von Lebensräumen, Stickstoffbelastungen und immer mehr steinerne Gärten seien einige der Gründe. Auch der Klimawandel spiele eine Rolle.

Bericht über die Ursachen gefordert

Grüne und SPD waren sich einig, dass ein schnelles Handeln nötig sei. „Um die nächsten Jahre nach den Ursachen zu forschen, ist die Lage zu dramatisch“, sagte Norwich Rüße (Grüne). Auch CDU-Abgeordneter Rainer Deppe betonte: „Wir müssen die Erkenntnisse ernst nehmen.“ Allerdings gebe es keine monokausale Ursache und daher auch keine monokausale Lösung für das Problem des Insektensterbens.

„Wir werden die Gründe für den Rückgang analysieren und alles versuchen, dem entgegenzuwirken“, kündigte Schulze Föcking an. Aber Bemühungen nur in NRW reichten nicht aus. Die Umweltminister der Länder haben daher von der Bundesregierung einen Bericht zum Insektensterben und dessen Ursachen angefordert.

Der Antrag der NRW-SPD soll nun im Umweltausschuss sowie im Wissenschaftsausschuss beraten werden.

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