Federn und Stabilisatoren

Betriebsräte in Olpe und Hagen üben Kritik an Thyssenkrupp

Vertreter von IG Metall und Betriebsrat sorgen sich um die Zukunft der Standorte in Olpe und Hohenlimburg.

Vertreter von IG Metall und Betriebsrat sorgen sich um die Zukunft der Standorte in Olpe und Hohenlimburg.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Die Betriebsräte der deutschen Standorte von Stabilisatoren und Federn in Olpe und Hagen beklagen, dass zu lange auf Verschleiß gefahren wurde.

Hagen/Olpe. Die Ankündigung des amtierenden Thyssenkruppchefs Guido Kerkhoff, die Zukunftsperspektiven der Sparte Stabilisatoren und Federn prüfen zu lassen, empfinden die Betriebsräte und vermutlich auch die knapp 900-köpfige Belegschaft an den deutschen Standorten Olpe und Hagen als „doppelt belastend und enttäuschend“, so Ali Atasoy (Betriebsratsvorsitzender Olpe) und Thomas Oberste-Lehn (Betriebsratsvorsitzender Hagen-Oege).

Auf Verschleiß gefahren

Grund zur Sorge haben sie allemal. Ein Konzernsprecher bestätigte am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung, dass die gesamte Sparte defizitär sei, aber insbesondere die beiden deutschen Standorte Sanierungsbedarf hätten. Daran besteht auch aus Sicht von Oberste-Lehn und Atasoy kein Zweifel. Allerdings führen sie dies eindeutig auf Managementversagen zurück. Die Werke seien auf Verschleiß gefahren worden, notwendige und seitens der Betriebsräte angemahnte Investitionen seien weitestgehend ausgeblieben. „Wir arbeiten hier auf Maschinen aus den 60er- und 70er Jahren“, erinnert Oberste-Lehn. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter scheint der Konzern die Traditionsstandorte (in Hagen werden seit 1912 Federn gefertigt) wie eine Zitrone ausgepresst zu haben – und nicht zuletzt die Belegschaft. Seit 2012 arbeiten die Beschäftigten in Olpe und in Hagen unter Sanierungstarifvertragsbedingungen, verzichten seitdem auf einen Teil des Weihnachtsgeldes.

Seit 2015 leiste jeder Mitarbeiter 20 Stunden pro Monat unentgeltlich, um die vorhandenen Aufträge überhaupt abarbeiten zu können – nachgefragt sind die Produkte also offenbar. Die vergangenen beiden Jahre sei man immer weiter in die roten Zahlen gerutscht, nicht zuletzt, weil unwirtschaftliche Aufträge angenommen worden seien.

Der Konzern mag insbesondere der Kritik an mangelnden Investitionen nicht folgen. „Allein in den letzten drei Geschäftsjahren haben wir rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung der Standorte Hagen und Olpe investiert“, erklärt ein Konzern-Sprecher.

Sanierungsplan soll umgesetzt werden

Der in Zusammenarbeit mit den Betriebsräten entwickelte Sanierungsplan werde weiter verfolgt. „Die Situation an den Standorten in Olpe und Hagen ist nicht neu. Deshalb wurde in den letzten Monaten bereits eine Vielzahl von Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Diese werden jetzt umgesetzt. Expertenteams aus dem Konzern unterstützen die Sanierung“, heißt es von Konzernseite. Dies könnte immerhin bedeuten, dass es in Hagen und Olpe weiter Perspektiven gibt.

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