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Schnäppchenjagd im Internet: Was online oft gekauft wird

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Black Friday: Darauf müssen Schnäppchenjäger achten

Black Friday- Darauf müssen Schnäppchenjäger achten

Black Friday ist Schnäppchen-Zeit. Egal ob Elektrogeräte, Kleidung oder Bücher - an diesem Tag tauchen Rabattaktionen in allen Läden und Onlineshops auf. Doch Schnäppchenjäger sollten einiges beim Shoppen beachten.

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Berlin.  Black Friday und Cyber Week: Immer mehr Menschen vergleichen die Preise und suchen Rabatte. Was im Internet am meisten gekauft wird.

Wer bietet Lautsprecher am günstigsten an? Wo gibt es hohe Rabatte auf Sportschuhe? Nicht nur am Black Friday und in der Cyber Week durchforsten Verbraucher das Internet intensiv nach Schnäppchen. Die Inflation und steigende Lebenshaltungskosten verändern zunehmend das Einkaufsverhalten. Viele werden kostenbewusster, kaufen weniger ein und dies am liebsten günstiger.

64 Prozent aller Käuferinnen und Käufer achten vermehrt auf Rabatte und Sonderangebote, 69 Prozent überlegen sorgfältiger, was sie überhaupt brauchen. Fast die Hälfte der Internet-Shopper kauft derzeit generell weniger ein und 40 Prozent nutzen das Internet verstärkt, um Preise zu vergleichen. Neun Prozent nutzen zur Finanzierung ihres Kauf die Zahlung auf Raten. Dies sind die Kernergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Das Shoppen im Internet hat vor allem durch die Corona-Pandemie einen kräftigen Auftrieb erhalten. 2021 haben 95 Prozent aller Deutschen etwas im Internet bestellt. Nachdem die Handelsbeschränkungen in Läden wieder aufgehoben wurden, ist der Einkauf im Netz etwas zurückgegangen – aber auch in den vergangenen 12 Monaten haben immer noch 91 Prozent der Menschen auch online eingekauft.

Günstige Preise: Jeder Zweite geht auf Schnäppchenjagd

Und der bevorstehende Black Friday mit nachfolgender Cyber Week ist für zwei Drittel aller Shopper die Gelegenheit, günstige Schnäppchen zu schlagen – 46 Prozent wollen dies im Netz erledigen, 5 Prozent im Läden und weitere 13 Prozent sowohl im Netz und in Geschäften. Nur jeder Vierte verzichtet ganz darauf.

„Die Corona-Pandemie hatte den Online-Handel massiv beflügelt und das Einkaufsverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher nachhaltig verändert“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Klar ist aber auch: Mehr als 85 Prozent des Umsatzes erzielt der Handel immer noch in stationären Läden.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht davon aus, dass der Einzelhandel in diesem Jahr einen Umsatz von 633,4 Milliarden Euro erzielt – 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon werden 84,7 Milliarden Euro im Online-Handel umgesetzt. Das sind zwar 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr – aber immer noch deutlich mehr als noch zu Vor-Corona-Zeiten, als im Jahr 2019 gerade mal 59,2 Milliarden Euro im E-Commerce umgesetzt wurden.

Schnäppchen im Internet: Die meisten kaufen regelmäßig ein

Die meisten Bürger kaufen regelmäßig online ein. Ein Drittel bestellt mindestens einmal pro Woche etwas im Netz, davon vier Prozent täglich. 38 Prozent machen dies mehrmals im Monat und 27 Prozent seltener, so die Umfrage. Die meisten (66 Prozent) bestellen ihre Produkte auf dem Smartphone. Gut die Hälfte bestellt auch mit dem Laptop, 28 Prozent auf dem Tablet.

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Das mit Abstand beliebtesten Produkte im Internet ist Kleidung. Allein 78 Prozent der Online-Shopper haben in den letzten 12 Monaten Kleidung, Schuhe oder Accessoires gekauft. Danach folgten Bücher und Hörbücher (54 Prozent), Elektronik-Zubehör (52 Prozent), Medikamente (48 Prozent) und Kosmetik, Parfüm und Pflegeprodukte (44 Prozent).

Auf den weiteren Plätzen kommen Möbel (32 Prozent), Haushaltsgeräte (32 Prozent), Lebensmittel und Getränke (28 Prozent), Heimwerkerbedarf (27 Prozent), Spielzeuge und Smartphones (je 26 Prozent).

Kaum etwas, was nicht im Netz vertrieben wird: 17 Prozent der Befragten kaufen Blumen und Pflanzen, zehn Prozent Erotikartikel, drei Prozent kaufen übers Internet sogar ihr Auto.

Beliebte Plattformen: Amazon, Ebay und Zalando

Am liebsten nutzen die Verbraucher beim Online-Shoppen die großen Plattformen (81 Prozent) wie Amazon, Ebay oder Zalando. Danach folgen nationale Anbieter wie otto.de, BonPrix oder Baur. Aber auch regionale Anbieter wie hood.de, Yatego sind gefragt. Für Gebrauchtes sind Momox, Vinted oder Rebuy beliebt.

Viel geklickt werden auch Online-Shops von Handelsketten (53 Prozent) – wie von Lidl, Media Markt, Tchibo oder H&M. Jeder Vierte nutzt Vergleichsportale für den Einkauf, Shops in sozialen Netzwerken werden von jedem Zehnten genutzt.

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Die wichtigsten Kriterien für die Wahl des Online-Shops sind: der günstige Preis, die kostenlose Lieferung sowie persönliche positive Erfahrungen. Eine große Rolle spielen kostenlose Rücksendungen und eine schnelle Lieferung.

Preise und Produkte: Einkaufstipps von Influencern und YouTubern

Und von wem lassen sich Käuferinnen und Käufer heute zum Kauf inspirieren? Eine Mehrheit von 59 Prozent wird auf Produkte, die sie später gekauft haben, in sozialen Netzwerken aufmerksam gemacht. Dabei spielen Tipps und Posts von Freunden und Bekannten eine genauso große Rolle wie Beiträge von Unternehmen und Marken oder von Influencern.

Insbesondere 16 bis 29-Jährige werden von You-Tubern, Influencern und Bloggerinnen und Bloggern zum Kauf angeregt, sagen 62 Prozent der befragten Jüngeren. Bei Älteren zwischen 50 und 64 schrumpft dieser Einfluss auf 27 Prozent, bei den über 65-Jährigen kommen diese Ratschläge aus den sozialen Netzwerken nur bei 20 Prozent der Befragten an. Auch gibt es Unterschiede nach dem Geschlecht: So kaufen Frauen stärker über Instagram ein, während Männer Youtube bevorzugen. Über Facebook kaufen 37 Prozent ein.

Das Weihnachtsgeschäft und damit die letzten Wochen des Jahres sind im Einzelhandel die wichtigste und umsatzstärkste Zeit. Der Bitkom-Chef empfiehlt deshalb allen Händlern: „Jetzt kommt es auf eine breite Aufstellung auf den unterschiedlichsten Kanälen und eine gezielte Ansprache der derzeit besonders preissensitiven Verbraucherinnen und Verbraucher an.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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