Ceconomy

Ceconomy-Aktionäre rechnen mit Media Markt und Saturn ab

Die Führung der Ceconomy: CEO Bernhard Düttmann (Mitte), Ferran Reverter (Media Saturn, l.) und Finanzchefin Karin Sonnenmoser.

Die Führung der Ceconomy: CEO Bernhard Düttmann (Mitte), Ferran Reverter (Media Saturn, l.) und Finanzchefin Karin Sonnenmoser.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Schlechte Stimmung bei der Ceconomy-Hauptversammlung: Die Aktionäre der Mutter von Media Markt und Saturn müssen erneut auf Dividende verzichten.

Die Aktionäre der Ceconomy AG haben an diesem windigen Mittwoch-Vormittag ein doppeltes Deja-vu. Bernhard Düttmann begrüßt sie zum zweiten Mal in Folge als Interims-Chef des angeschlagenen Mutterkonzerns der Elektronikketten Media Markt und Saturn. Und zum zweiten Mal in Folge verkündet der Manager, der vom Aufsichtsrat ausgeliehen ist, den Anteilseignern, dass sie auf eine Dividende verzichten müssen. Die Stimmung ist getrübt.

17 hochrangige Manager mussten in den zurückliegenden Krisenjahren gehen. 2019 hielt es Jörn Werner nicht einmal ein halbes Jahr auf dem Chefsessel der Ceconomy. Das reichte immerhin für eine Abfindung von stolzen 3,2 Millionen Euro.

Wiederholt ist Bernhard Düttmann in die Bresche gesprungen. Er ist bemüht, seinen enttäuschten Aktionären Zuversicht einzuhauchen. Er arbeite hart daran, „um das Unternehmen zurück auf die Erfolgsspur zu bringen“, sagt Düttmann. Der negative Trend aus den Jahren 2017 und 2018 sei gestoppt.

Haniel und Meridian Stiftung gehen leer aus

Doch die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 zeigte allenfalls eine Stabilisierung. Das Weihnachtsgeschäft 2019 fiel ernüchternd aus. Die Aktionäre – allen voran der Duisburger Familienkonzern Haniel als größter Einzelanteilseigner, aber auch die Essener Meridian-Stiftung, die Freenet AG und die Otto-Beisheim-Stiftung – müssen deshalb erneut auf eine Ausschüttung verzichten. Düttmann erklärt, der Verzicht solle „kein Dauerzustand“ sein. „Wir streben grundsätzlich an, in Zukunft wieder eine Dividende zu zahlen“, sagte er.

Jella Benner-Heinacher, Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, reagiert bitter: „Die Wechsel im Vorstand haben 30 Millionen Euro gekostet und das in einer Situation, wo es keine Dividende gibt“, sagt sie. Ein anderer Aktionärsvertreter spricht von einem „Tal der Tränen“, das Ceconomy durchschreite. Die Euphorie nach der Abspaltung vom Düsseldorfer Handelskonzern Metro vor nahezu drei Jahren sei längst verflogen.

Verkleinerung der Verkaufsfläche geplant

Aktionäre stellen bohrende Fragen nach Konzepten, wie Media Markt und Saturn aus der Krise kommen sollen. Doch der Vorstand will eine Zukunftsstrategie erst am 26. März präsentieren. Das Unternehmen will das Online-Geschäft ausbauen, mehr Service bieten und vor allem die Verkaufsfläche der rund 1000 Filialen verkleinern, zum Teil sogar halbieren.

Die Frage, wer die Strategie ab Herbst umsetzen soll, ließ Ceconomy-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Fitschen zunächst unbeantwortet. Düttmanns Interimsvertrag als Vorstandschef läuft im Oktober aus. Ob er verlängert werden soll oder ob der Aufsichtsrat einen neuen Konzernlenker suchen wird, blieb zunächst offen.

Ein Streit um die Besetzung des Aufsichtsrats der Ceconomy konnte kurz vor der Hauptversammlung entschärft werden. Der Minderheitsgesellschafter von Media Markt Saturn, die Familienholding Convergenta, verzichtete am Dienstagabend auf eine Kandidatur von Jürgen Kellerhals, Sohn des Gründers von Media Markt und Saturn. Kellerhals wollte gegen Freenet-Chef Christoph Vilanek, der bereits im Ceconomy-Aufsichtsrat sitzt, aber von der Hauptversammlung noch bestätigt werden musste, antreten. Freenet war im Juni 2018 über eine Kapitalerhöhung bei der Elektronikhandelsholding eingestiegen und hält 9,1 Prozent an der Ceconomy. Vilaneks Einzug ins Kontrollgremium gilt als umstritten. Zwischen dem Mobilfunkanbieter Freenet und Media Saturn gibt es langjährige Kooperationsverträge.

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