Corona

Mittelstand fordert mehr Corona-Impfstoff für Betriebsärzte

| Lesedauer: 2 Minuten
Stiko empfiehlt Corona-Boosterimpfung ab 18 Jahren

Stiko empfiehlt Corona-Boosterimpfung ab 18 Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. Eine Empfehlung für die sogenannten Boosterimpfungen gab es bisher in Deutschland nur für Geimpfte über 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten schweren Grunderkrankungen.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Der Mittelstand will die Booster-Impfungen beschleunigen. Betriebsärzte sollten deshalb mit mehr Impfstoffen ausgestattet werden.

Der Mittelstand hat die Politik zu einer stärkeren Einbindung der Betriebsärzte und zur Bereitstellung von mehr Impfstoffen für die notwendigen Booster-Impfungen aufgefordert. „Die Politik muss hier eine gleichberechtigte Versorgung mit Vakzinen sicherstellen und gegebenenfalls in Corona-Hotspots eine Priorisierung der betrieblichen Impfungen ermöglichen“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, dieser Redaktion.

„Betriebsärzte kennen die betrieblichen Bedingungen, verfügen über die nötige Erfahrung beispielsweise durch Grippe-Impfungen und können den Mitarbeitenden ein maßgeschneidertes Impfangebot machen“, sagte der Chef des Mittelstandsverbandes. Das sei angesichts der explodierenden Inzidenzen wichtiger denn je, zumal viele Impfzentren geschlossen blieben und die Hausärzte oftmals überlastet seien.

Betriebsärzte müssen besser an den Impfkampagnen beteiligt werden

Die Politik hat den Betrieben die Verantwortung für den Impfschutz der Mitarbeitenden übertragen. „Dann muss sie jetzt auch die notwendigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Betriebsärzten bei den Booster-Impfungen schaffen und dabei aus Fehlern lernen“, sagte der Chef des Mittelstandsverbandes. Jerger kritisierte, dass die Betriebsärzte bei vergangenen Erst- und Zweitimpfungen zu spät eingebunden und zudem bei der Belieferung mit Impfstoff etwa gegenüber den Impfzen­tren benachteiligt worden seien.

Der Mittelstandschef schlägt ganz praktisch vor, dass sich kleinere Unternehmen, die über keine eigenen Betriebsärzte verfügten, sich größeren Betrieben anschließen oder Impfverbünde bilden könnten. „Ich bin sicher, dass mittelständische Unternehmen hier pragmatische, flexible Lösungen finden“, sagte Jerger zuversichtlich.

Gegen Corona: Millionen Booster-Impfungen werden notwendig

Angesichts des nachlassenden Impfschutzes der in Erst- und Zweitimpfungen verabreichten Vakzine gegen Covid-19 werden in den nächsten Monaten Millionen sogenannter Booster-Impfungen notwendig. Ein guter Impfschutz in der Corona-Pandemie wird zugleich für Beschäftigte immer wichtiger, zumal an vielen Arbeitsplätzen künftig mindestens die 3G-Regelung gilt – und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit entweder geimpft, genesen oder getestet sein müssen.

Nach Angaben des Verbandes der Betriebs- und Werksärzte könnten in Deutschland rund 10.000 Betriebs- und Werksärzte beim Boostern sowie bei weiteren Erst- und Zweitimpfungen mit einsteigen. An der vergangenen Impfkampagne hätten sich rund 7000 Betriebsärzte beteiligt. Viele seien aber wieder ausgestiegen, da der Aufwand mit Impfstoffbeschaffung und Dokumentation in keinem Verhältnis zur Honorierung gestanden habe.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben