Corona-Krise

Corona-Krise: LEG und Vivawest verzichten auf Mieterhöhungen

In der Corona-Krise will die LEG ihren Mietern entgegenkommen.

In der Corona-Krise will die LEG ihren Mietern entgegenkommen.

Foto: Ina Fassbender / dpa

Düsseldorf/Bochum.  Während der Corona-Krise will die LEG auf Mieterhöhungen und Räumungsklagen verzichten. Auch die Vonovia will ihren Mietern entgegenkommen.

Nordrhein-Westfalens größter Vermieter LEG kommt seinen Kunden in der Corona-Krise entgegen. Der börsennotierte Düsseldorfer Immobililienkonzern kündigte am Wochenende an, alle geplanten Mieterhöhungen und Kündigungen auszusetzen und auf die Räumung von Wohnungen zu verzichten. Am Sonntag erklärte auch das Gelsenkirchener Unternehmen Vivawest, vorerst keine Mieterhöhungen vorzunehmen.

„In Zeiten von Corona ist unser Zuhause der wichtigste Rückzugsort, den wir haben“, sagte Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender der LEG. In dieser „schweren Krise“ wolle das Unternehmen deshalb seinen Kunden „ein lebenswertes und sicheres Zuhause bieten“ und seinen Beschäftigten einen „sicheren Arbeitsplatz“. Der Konzern hat deshalb einen ganzen Maßnahmenkatalog auf den Weg gebracht.

LEG: „Zeichen der Solidarität“

„Ab sofort werden vorerst keine Mietanpassungsschreiben mehr verschickt. Damit möchten wir ein Zeichen der Solidarität und gesellschaftlichen Verantwortung in Zeiten der Corona-Pandemie setzen und unsere Kunden entlasten“, heißt es in einer am Wochenende verbreiteten Erklärung. Danach verzichtet die LEG zudem auf Zahlungs- und Räumungsklagen, damit in Bedrängnis geratene Mieter in ihren Wohnungen bleiben können.

„Mit Mietern, die aufgrund der Corona-Krise ihre Miete nicht zahlen können, werden wir Ratenzahlungsvereinbarungen schließen, die aktuell eine Stundung von bis zu sechs Monaten vorsehen“, kündigte das Unternehmen an. Ein spezielles Kompetenzteam soll den LEG-Kunden dabei helfen, die von der Bundesregierung angekündigten Hilfen in Anspruch zu nehmen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte gegenüber der WAZ angekündigt, es solle niemand seine Wohnung verlieren, „weil er infolge der Corona-Krise in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist“. Das Gleiche gelte für die Versorgung mit Strom und Wasser. Einen entsprechenden Gesetzesvorstoß will das Bundeskabinett am Montag auf den Weg bringen.

Vivawest: „Tiefe ökonomische Einschnitte abmildern“

Kiosken, Cafés, Frisören und Lebensmittelhändlern, die ihre Läden in LEG-Immobilien angemietet haben, will das Unternehmen angesichts wegbrechender Einnahmen durch „kulante Stundungsregelungen und individuelle Entlastungsangebote“ entgegenkommen.

Am Sonntag reagierte auch Vivawest. „Wir haben in kürzester Zeit ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die drohenden Folgen durch die tiefen ökonomischen Einschnitte für unsere Mieter etwas abmildern soll“, erklärte Claudia Goldenbeld, Sprecherin der Vivawest-Geschäftsführung. Mieterhöhungen, die im Laufe des Monats März ausgesprochen wurden, will die Firma rückwirkend zurücknehmen.

Vonovia: „Mietern Sorgen um Bezahlbarkeit nehmen“

Sollten Mieter aufgrund der Corona-Krise Schwierigkeiten bekommen, ihre Mieten zu bezahlen, sollen sie sich an Vivawest (Mieterhilfe@Vivawest.de) wenden, um Ratenzahlungen oder Stundungen zu vereinbaren. Dies gelte auch für Gewerbekunden. Auch Vivawest will bis auf Weiteres auf Kündigungen sowie Räumungen infolge von Mietrückständen verzichten, die ihre Ursache in der Corona-Krise haben.

Bei Vivawest wohnen rund 300.000 Menschen in knapp 120.000 Wohnungen. Bei der LEG sind es 365.000 Personen in 136.000 Wohnungen.

Auch der Bochumer Immobilienkonzern Vonovia will seinen Mietern entgegenkommen. „Wenn unsere Kunden wegen des Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wollen wir ihnen ihre Sorgen um die Bezahlbarkeit ihrer Wohnung nehmen. Wir werden eine gemeinsame Lösung finden“, sagte Vorstandschef Rolf Buch unserer Redaktion. „Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen nun gemeinsam pragmatische Lösungen entwickeln, um Kriseneffekte für die Menschen abzumildern. Bei den Auswirkungen des Coronavirus auf die Menschen stehen wir selbstverständlich bereit, um weitergehende Programme mit staatlichen Stellen zu vereinbaren.“

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