Getränkebranche

Krombacher-Gruppe gibt Vertrieb von Nestea wieder auf

Nachdem Coca-Cola die Kooperation mit Nestle beendet hatte, stieg Krombacher ab 1. Januar 2018 in den Vertrieb des Eistees in Deutschland und Österreich ein. Damals war Nestea noch Marktführer. Mittlerweile sollen die Umsätze massiv eingebrochen sein. Am Freitag (5. April) gab Krombacher bekannt, sich von Nestle wieder zu trennen. Die Schweizer bestätigten die Meldung.

Nachdem Coca-Cola die Kooperation mit Nestle beendet hatte, stieg Krombacher ab 1. Januar 2018 in den Vertrieb des Eistees in Deutschland und Österreich ein. Damals war Nestea noch Marktführer. Mittlerweile sollen die Umsätze massiv eingebrochen sein. Am Freitag (5. April) gab Krombacher bekannt, sich von Nestle wieder zu trennen. Die Schweizer bestätigten die Meldung.

Foto: Coca-Cola

Kreuztal.   Krombacher beendet die Kooperation mit Nestle und gibt den Vertrieb des Eistees „Nestea“ nach nur eineinhalb Jahren zum Sommer wieder auf.

Die Krombacher Brauerei gibt den Vertrieb von Nestea ab dem Sommer auf. Damit gehen Nestle und die Brauereigruppe aus dem Siegerland nach nur eineinhalb Jahren wieder getrennte Wege.

Die Marke Nestea hatte laut Branchenexperten von „Inside“ in den vergangenen Monaten massiv an Umsätzen eingebüßt und war in den Regalen der Supermärkte immer seltener zu finden. Die Krombacher-Gruppe hatte sich Ende 2017 mit dem Schweizer Nestle-Konzern auf eine Zusammenarbeit für die Märkte Deutschland und Österreich verständigt und ab Januar 2018 mit der eigens gegründeten Tochtergesellschaft N-Tea den Vertrieb auf dem deutschsprachigen Markt gestartet.

Zuvor wurde der Eistee von Nestle über eine gemeinsame Gesellschaft mit dem Coca-Cola-Konzern vertrieben. Cola hat mittlerweile aber ein eigenes Produkt, das offenbar den ehemaligen Marktführer Nestea aus den Regalen verdrängt.

Wasserskandal und Boykottdrohungen

Eine Sprecherin von Nestle-Waters Deutschland bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass Krombacher sich von Nestea zum Sommer verabschiedet, wollte aber keine Auskunft geben, ob es bereits einen neuen Partner gibt.

Von Brauereiseite hielt man sich nach der missglückten „Kurz-Ehe“ ebenfalls lieber bedeckt: „Krombacher und Nestea werden zum 1. Juli 2019 die Vertriebspartnerschaft beenden. Die Vertragspartner sind zu dem Entschluss gelangt, dass dies der richtige Schritt ist, um den langfristigen Erfolg für die Marke Nestea sichern zu können“, ließ die Brauerei verlauten.

Tatsächlich dürfte sich das erfolgsverwöhnte Familienunternehmen das Engagement für Nestea ganz anders vorgestellt haben. Neben starken Konkurrenzprodukten verhagelte auch ein erneuter „Wasserskandal“ um Nestle die Geschäfte. Bereits seit Jahren ist der Schweizer Konzern für sein Vorgehen in der Kritik, zu Lasten der Bevölkerung rücksichtslos Milliarden-Geschäfte mit Wasser zu machen. Vergangenes Jahr kochte dieses Thema erneut hoch.

Weltweit kauft Nestlé Wasserrechte von staatlichen Wasserbehörden. Das erlaubt dem Unternehmen, Wasser direkt aus dem Grundwasser (unterhalb der Erdoberfläche) abzupumpen. Dieses Wasser reinigt Nestlé und verkauft es dann als abgefülltes „Tafelwasser“ in Plastikflaschen, zum Beispiel unter der Marke „Nestlé Pure Life“. Der für das Geschäft zuständige Bereich „Nestlé Waters“ hat 95 Produktionsstandorte in 34 Ländern. Darunter auch im Süden von Afrika, Pakistan und Äthiopien, wo der Zugang zu Wasser ohnehin knapp ist.

Eistee taucht in 2018er Bilanz nicht auf

Mittlerweile boykottieren etliche Verbraucher Produkte des Konzerns. Durch die Zusammenarbeit von Krombacher mit den Schweizern prasselte vergangenen Sommer massive Kritik auf die Siegerländer ein. Das in Sachen Nachhaltigkeit bis dahin lupenreine Image der gesamten Krombacher-Gruppe geriet in Gefahr – bis hin zu Boykottdrohungen für Deutschlands Pils Nummer eins aus dem Siegerland.

Krombacher hatte in der Vergangenheit eher gute Erfahrungen mit Markenübernahmen gemacht, wie die Beispiele Schweppes und Orangina beweisen. Mit Nestea griff man allerdings offenkundig daneben. In der Januarbilanz für das abgelaufenen Geschäftsjahr tauchte Nestea vorsichtshalber erst gar nicht auf. Ein Indiz dafür, wie schlecht die Zahlen gewesen sein müssen – und vielleicht bereits ein Wink, dass die Marke im Hause Schadeberg keine Zukunft haben würde.

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