Altersvorsorge

Ergo-Chef warnt CDU vor Verunsicherung der Riester-Sparer

Achim Kassow, Vorsitzender des Vorstands der Ergo Deutschland AG, kritisiert die Debatte um die „Deutschlandrente“.

Achim Kassow, Vorsitzender des Vorstands der Ergo Deutschland AG, kritisiert die Debatte um die „Deutschlandrente“.

Foto: Lukas Schulze / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Ergo-Deutschlandchef Kassow warnt CDU vor der Einführung eines Staatsfonds anstelle der Riester-Rente. Die Debatte verunsichere Millionen Sparer.

Der Vorstoß des Arbeitnehmerflügels der CDU, die umstrittene Riester-Rente durch eine „Deutschlandrente“ zu ersetzen, sorgt im Vorfeld des Leipziger Bundesparteitags für Wirbel. Achim Kassow, Deutschlandchef des zweitgrößten Versicherers Ergo, warnt vor einer Verunsicherung der Verbraucher. „Es ist grundsätzlich richtig, dass wir nach der Mütterrente und der Grundrente jetzt auch über weitere Themen der Altersvorsorge diskutieren. Es gibt aber leider kein Gesamtkonzept der Bundesregierung, sondern nur Impulse aus den unterschiedlichen politischen Ecken. Das ist klar zu wenig“, sagte Kassow unserer Redaktion.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) unter ihrem Vorsitzenden, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, will auf dem CDU-Parteitag in Leipzig laut einem Bericht der FAZ einen Antrag einbringen, der die private Altersvorsorge verpflichtend machen soll. Das „Deutschlandrente“ genannte Modell soll an die Stelle der Riester-Rente treten. Die Versicherungsbranche lehnt dieses Staatsfonds-Modell ab.

Kassow: Riester ist zu kompliziert, aber reformfähig

„Wenn der Staat mit der Deutschland-Rente ein eigenes Vorsorgesystem aufstellt, fragen sich doch die mehr als 16 Millionen Menschen, die jetzt bei Riester sind, ob sie künftig zwei Verträge brauchen. Die Bürger können den Euro aber nur einmal ausgeben“, kritisiert Ergo-Deutschlandchef Kassow. „Die momentane Diskussion verunsichert die Menschen. Jetzt weiß doch niemand mehr, was er in punkto Altersvorsorge machen soll. Das finde ich gefährlich“, so Kassow.

Der Ergo-Deutschlandchef rät daher zu einer Reform des Riester-Modells. „Es ist zu kompliziert, nicht offen für Selbstständige. Und auch die 100-Prozent-Beitragsgarantie ist angesichts der Zinsflaute nicht mehr zeitgemäß. Hier könnte die Politik sehr schnell für spürbare Verbesserungen sorgen.“ Kassow ist gleichwohl davon überzeugt, dass Riester „das erfolgreichste Modell der Altersvorsorge mit staatlicher Beteiligung“ sei. „Kontinuität und damit Verlässlichkeit ist ein Wert an sich, insbesondere in der Altersvorsorge“, sagte der Ergo-Manager.

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