Lohnunterschiede

Gehalt: So viel weniger wird in Ostdeutschland gezahlt

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Gehaltsverhandlung: 5 Sätze, die man vermeiden sollte

Gehaltsverhandlung- 5 Sätze, die man vermeiden sollte

In Gehaltsgesprächen kommt es vor allem auf ein gesundes Selbstwertgefühl und die richtigen Worte an. Hier kommen 5 Sätze, auf die man im nächsten Gehaltsgespräch besser verzichten sollte.

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Berlin.  Noch immer gibt es hohe Gehaltsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. In welchen Branchen Ostdeutsche weniger Lohn erhalten.

Vieles läuft derzeit wirtschaftlich rund in Ostdeutschland. Im brandenburgischen Grünheide zieht Tesla seine neue Gigafactory in die Höhe, der Raum Dresden-Freiberg-Chemnitz wird angesichts moderner Chiptechnologie-Werke prominenter Unternehmen wie Infineon oder Bosch sogar schon als "Silicon Saxony" bezeichnet.

Und doch können diese Leuchttürme nicht verhindern, dass es insgesamt nach wie vor deutliche Lohnunterschiede in Ost- und Westdeutschland gibt.

Gehalt: Ostdeutsche erhalten 22,5 Prozent weniger Lohn

Wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage des Linksfraktionschefs Dietmar Bartsch hervorgeht, lag das mittlere Bruttomonatsgehalt eines sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2020 in Westdeutschland bei 3.540 Euro.

In Ostdeutschland hingegen waren es demnach 2.890 Euro und damit 22,5 Prozent weniger als in Westdeutschland. Die Antwort aus dem Bundesarbeitsministerium liegt unserer Redaktion vor.

Starke Unterschiede in der Textilindustrie

Die größten Unterschiede gab es dabei bei Textilunternehmen. In der Herstellung von Bekleidung verdienen Ostdeutsche der Antwort zufolge 2.004 Euro brutto pro Monat – und damit 69,5 Prozent weniger als Kolleginnen und Kollegen in Westdeutschland.

Deutlich sind die Unterschiede auch in der Automobilindustrie. Während in Westdeutschland der mittlere Bruttolohn im Bereich Kraftwagen und Zulieferer bei 5.126 Euro liegt, ist er im Osten 41,3 Prozent niedriger bei 3.628 Euro. Auch im Maschinenbau (40,4 Prozent), der Herstellung von IT-Gütern (39,8 Prozent) und der Schifffahrt (38,9 Prozent) fallen die Unterschiede deutlich aus.

Linksfraktion fordert Lohnangleichung bis 2025

Deutliche Kritik am Ist-Zustand äußerte der Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch. "Millionen Ostdeutsche sind bei der Bezahlung weiterhin Arbeitnehmer zweiter Klasse", sagte Bartsch unserer Redaktion.

Er forderte die Parteien einer sich abzeichnenden Ampel-Koalition auf, im Koalitionsvertrag zu vereinbaren, die Ostlöhne bis 2025 anzugleichen. "Schluss mit der Ost-West-Spaltung des Arbeitsmarktes", sagte Bartsch. Lohnunterschiede von 40 Prozent und mehr seien durch nichts zu rechtfertigen. Es gehe nicht um ein paar Ostdeutsche in Führungspositionen, sondern um gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland, sagte der Linken-Politiker.

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