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GNTM beschert Douglas "Wahnsinnsgeschäft" am Donnerstagabend

Die Handelskette Douglas soll sich in den kommenden Jahren stark verändern.

Die Handelskette Douglas soll sich in den kommenden Jahren stark verändern.

Foto: Daniel Karmann/dpa

Düsseldorf.   Douglas-Chefin Tina Müller will Neues bei der Parfümkette ausprobieren. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie „Beauty-Drinks“ sind nun im Sortiment.

Douglas-Chefin Tina Müller will Europas größten Parfüm- und Kosmetikhändler mit veränderten Sortimenten und neuen Geschäftsideen aufhübschen. Dabei setzt die Managerin, die vom Autobauer Opel zu Douglas gekommen ist, unter anderem auf den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln.

Die sogenannten „Beauty-Drinks“ sollen – so versprechen es jedenfalls die Hersteller – unter anderem zur Regeneration der Haut beitragen. Es handele sich um einen „boomenden Markt“, sagte Douglas-Chefin Müller in Düsseldorf. „Dem Trend wollen wir uns nicht verschließen.“

Im Online-Handel will Douglas die eigene Internet-Plattform für Anbieter von Mode oder Luxusgütern wie Uhren öffnen. Ziel sei es, unter der Marke von Douglas einen Marktplatz für Produkte rund um die Themen „Schönheit und Lifestyle“ zu schaffen, kündigte Unternehmenschefin Müller vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung an. Damit verschärft Douglas den Wettbewerb mit Anbietern wie Amazon oder Zalando, die ebenfalls auf eine Marktplatz-Strategie setzen.

Online-Geschäft wird zunehmend wichtiger

Mit rund 2400 Filialen, etwa 20.000 Mitarbeitern und Online-Shops in 21 Ländern ist Douglas eine der großen Handelsketten Europas. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erwirtschaftete das Düsseldorfer Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro.

Konzernchefin Müller, die in der Vergangenheit bei Konzernen wie Opel, L’Oréal und Henkel gearbeitet hat, setzt bei Douglas insbesondere auf den wachsenden Online-Handel. Dafür hat Douglas unlängst unter anderem die Online-Plattform Parfumdreams übernommen.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres seien die Umsätze bei Douglas über digitale Kanäle um knapp 37 Prozent auf 202 Millionen Euro gestiegen. In Deutschland erzielt der Handelskonzern mittlerweile mehr als ein Viertel des Umsatzes im Netz.

Fragen zur Zukunft der Filialen

Ob das Filialnetz von Douglas in seiner derzeitigen Größe künftig erhalten bleibt, ließ Tina Müller offen. Eine Frage sei: „Wie viele Filialen braucht man in Zukunft noch?“, sagte sie lediglich. Derzeit bekommen die Filialen ein neues Logo. An zahlreichen Standorten werde umgebaut und modernisiert.

Im Online-Handel liefern sich die Anbieter von Parfüms einen heftigen Preiskampf. Um mithalten zu können, habe Douglas Zugeständnisse bei den Preisen gemacht, berichtete Müller. Punkten will der Marktführer auch mit einem stark erweiterten Sortiment.

GNTM: „Wahnsinnsgeschäft am Donnerstagabend“

Positiv wirke sich das Fernsehformat „Germany’s next Topmodel“ auf die Online-Erlöse von Douglas aus. „Wir machen ein Wahnsinnsgeschäft am Donnerstagabend“, sagte die Douglas-Chefin mit Blick auf den Sendetermin. Dabei ist Douglas nicht einmal Sponsor der GNTM-Staffel.

Über viele Jahre hinweg war Douglas ein Familienunternehmen mit Sitz in Hagen. Vor einigen Jahren hatte der Konzern die Zentrale nach Düsseldorf verlegt. Mehrheitseigner ist nun der Finanzinvestor CVC.

„Die Firma wächst wieder“, betonte Tina Müller. Im ersten Quartal (Oktober bis Dezember) steigerte Douglas den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und erreichte damit den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte. Bei der Gewinnmarge musste der Konzern allerdings angesichts des scharfen Wettbewerbs in der Branche Abstriche machen.

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