Ausbildungsvergütung

Handwerks-Präsident will Azubis von Sozialabgaben befreien

Auszubildende sollen nach dem Willen des Handwerksverbandes bei den Sozialabgaben entlastet werden.

Auszubildende sollen nach dem Willen des Handwerksverbandes bei den Sozialabgaben entlastet werden.

Foto: Sebastian Kahnert / ZB

Berlin   Das Handwerk hat nicht genügend Nachwuchs. Verbandspräsident Hans Peter Wollseifer will Auszubildende und Betriebe stärker entlasten.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, fordert angesichts des Nachwuchsmangels im Handwerk eine Reform bei der Ausbildungsvergütung. „Wir sollten die Betriebe von Sozialabgaben befreien – und die Lehrlinge damit auch“, sagte Wollseifer dieser Redaktion.

„Solche Entlastungen wären eine konkrete Anerkennung der Ausbildungsleistung, sie könnten eine wertschätzende Signalwirkung haben“, begründete Wollseifer seinen Vorstoß. „Konkret schlagen wir vor, Azubis bei der Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung wie Studierende zu behandeln.“

Handwerks-Präsident Wollseifer: „Ausbildung attraktiver machen“

Das Ergebnis skizziert Wollseifer auch gleich: Der Azubi habe dadurch mehr Geld in der Tasche, der ausbildende Betrieb würde entlastet, „und der Staat würde zeigen, was ihm die berufliche Ausbildung wert ist“.

Der Verbandspräsident glaubt, dass die Befreiung von den Sozialausgaben positive Auswirkungen auf das Handwerk haben könnte. „Wenn der Staat so ein Signal senden würde, könnte das dem Handwerk nachhaltig nützen und Ausbildung sicher auch attraktiver machen.“

Im Gegensatz zu Auszubildenden sind Studenten bis zum 25. Lebensjahr in der gesetzlichen Krankenversicherung über ihre Eltern mitversichert, das gleiche gilt für die Pflegeversicherung. „Die Kosten für den Unfallversicherungsschutz von Studenten werden aus Steuermitteln getragen“, sagt der Handwerks-Präsident. Warum also nicht auch bei Auszubildenden?

Wollseifer fordert deshalb in der Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung eine Gleichbehandlung der beruflichen und akademische Bildung. „Und eine solche wirkliche Gleichbehandlung brauchen wir“, sagte er.

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